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Verrückter Fahrrad-Camper für Wasser und Land - Zeltini Z-Triton Camping-E-Bike

Caravaning-Logo Caravaning 07.07.2020 Gregor Hebermehl, Sophia Pfisterer

Caravaner sind normalerweise mit dem Auto unterwegs und voll sportlicher Bewunderung für all diejenigen Camper, die sich nur via Fahrrad fortbewegen. Die Start-up-Firma Zeltini aus Lettland hebt das Thema Fahrradcamping nun auf ein völlig neues Niveau: Das Z-Triton ist ein dreirädriges Lasten-Elekrofahrrad, das dank Außenborder sogar schwimmen kann!

Mit diesem Amphibienfahrzeug können Fahrradcamper sowohl auf dem Wasser als auch auf dem Land reisen und wohnen. Die Ausstattung des Zwei-Personen-Campers kann sich dabei ebenfalls sehen lassen.

Zwei Elektromotoren für die Landpartie

An Land sorgen zwei zwei 250-Watt Motoren am Zeltini Z-Triton für die nötige Unterstützung. Dafür bringt das Elektro-Lastenrad eine 36-Volt-Batterie mit. Laut Zeltini hat die Batterie genügend Kapazität, um bis zu 40 Kilometer zurückzulegen – wobei bergiges Gelände und die Tretkraft noch für mehr oder weniger Strecke sorgen können.

Das Z-Triton-E-Bike bringt ein Beleuchtungssystem mit, Scheibenbremsen, eine Hupe, USB-Anschlüsse und komfortabler Fahrersitz. Außerdem im wahrsten Wortsinn mit an Bord: Ein aerodynamisch geformter Regenschirm, der die Person auf dem Fahrradsattel vor der Witterung schützt. Zur Fahrrad-Ausstattung gehören außerdem zwei Wasserflaschen-Ablagen, ein Kaffeetassen-Halter, ein hochklappbarer Beifahrersitz und ein sogenannter Haustiersitz, der sich gegen einen Kindersitz tauschen lässt.

So wird das Lastenrad zum Hausboot

Ist die Straße zu Ende und will man aufs Wasser, wird das E-Bike zum Boot umgebaut. Dafür muss man die beiden Räder an der Hinterachse seitlich einklappen, die kleinen Gummi-Pontons aufblasen und die Fahrtrichtung ändern. Das Fahrrad-Heck wird zum Bug des Bootes. Ein elektrischer 12-Volt-Außenbordmotor mit einem Drehmoment von 54 Newtonmetern kommt auf dem Wasser zum Einsatz. Der Motor lässt sich laut Zeltini einfach anstecken und wieder abziehen.

Je nach Batteriegröße und Seegang ist auf dem Wasser eine Reichweite von etwa 10 Kilometern drin. Apropos Wellen: Das Elektro-Hausboot eignet sich nur für Seen und Flüsse. Auf einen Ausflug aufs Meer oder die hohe See müssen die Fahrradcamper verzichten. Der aktuelle Prototyp ist mit einer 36-Volt- und einer 12-Volt-Batterie unterwegs. Später soll das Z-Triton nur mit nur einem Akku ausgerüstet sein. Dieser Lithium-Ionen-Speicher mit Schnell-Ladegerät soll in verschiedenen Kapazitätsgrößen zur Verfügung stehen. Grünen Strom erzeugen sechs serienmäßig auf der Bootsoberfläche angebrachte Solarpaneele.

Als Boot verfügt der Z-Triton über eine spezifische Ausstattung wie beispielsweise zwei verstellbare Sitze, Abblend-, Fern- und Standlicht, eine Winde, einen Scheibenwischer, ein Voltmeter, Blinker, Hupe, ein z-förmiges Steuerrad, Innenbeleuchtung, eine Zwölfvolt-Steckdose, eine Uhr und ein Thermometer.

E-Bike-Camper mit grüner Ausstattung und Hanffasern

Im Stand fungiert der Z-Triton nach ein paar Handgriffen als Wohnwagen. Die Bewohner gelangen über das verschiebbare Kuppeldach in den beleuchtbaren Innenraum. Es gibt sechs Regale und einen zusammenklappbaren Tisch. Nach dem Entfernen der Sitze können zwei Personen auf einer zwei Meter langen und 85 Zentimeter breiten Fläche schlafen. Das klingt allerdings eher nach einer Koje für eine Person – oder verliebte Pärchen.

Wer die winzige Unterkunft im Boot-Zustand mit einem Anker sichert oder an einem Steg vertäut, kann auch auf dem Wasser übernachten. Einen Wert für die maximale Zuladung hat Zeltini noch nicht festgelegt.

Ein besonders auffälliges und lustiges Ausstattungs-Gimmick ist der Blumentopf im Schornstein. Hersteller Zeltini empfiehlt, hier die Lieblings-Kräuter anzupflanzen, um unterwegs frisch und schmackhaft zu Kochen. Der Schornstein soll im Inneren einfaches Kochen ermöglichen – dafür muss vorher natürlich der Blumentopf raus.

Hersteller Zeltini ist beim Bau des Z-Triton der Einsatz nachhaltiger Materialien wichtig: Der Fahrradrahmen besteht aus Stahl (wird in der Serie wahrscheinlich durch Aluminium ersetzt), das Boots-Wohnmobil-Chassis fertigen die Letten aus Sperrholz und Hanffaser-Elementen. Viele Teile stellt Zeltini zudem per 3D-Druck aus dem Biokunststoff PLA (Polylactide) her.

Ab Sommer 2021 lieferbar

Das Zeltini Z-Triton befindet sich aktuell in einem fortgeschrittenen Prototypen-Stadium. Startup-Gründer Aigars Lauzis ist auf unsere Nachfrage hin zuversichtlich, dass die technische Serienreife bereits im August erreicht ist. Aktuell laufen Finanzierungsrunden: Für ein Anlaufen der Serienproduktion bis zum Sommer 2021 sucht Aigars derzeit noch Investoren.

Die Preise für ein E-Bike-Amphibien-Wohnmobil betragen, je nach Ausstattung, zwischen 7.000 und 9.000 Euro. Zeltini möchte das Gefährt als Fertigmodell, als Bausatz oder als für 3D-Drucker herunterladbares Modell verkaufen. Dabei bevorzugen die Letten die Bausätze, damit sich die Kunden intensiver mit ihrem Z-Triton beschäftigen. Außerdem ist der Versand von Bausätzen einfacher als der von komplett montieren Fahrzeugen. Zeltini arbeitet außerdem an einer App, mit der sich die Z-Triton-Fahrer in einer Community vernetzen können.

Startup-Gründung nach 31.000-Kilometer-Fahrradreise

Zeltini-Gründer Aigars Lauzis ist Designer. Er hat das Z-Triton allein entworfen und gemeinsam mit Freunden und lokalen Handwerkern gebaut. Aigars hat als Landschafts-Architekt in London, Istanbul, Dubai, Singapur, Shanghai und in Lettland an einer Vielzahl von städtebaulichen Entwürfen gearbeitet.

Nach seinem Studium fuhr Aigars 2013 mit dem Fahrrad von London nach Tokio – 31.000 Kilometer innerhalb von vier Jahren. Auf der Reise fiel ihm nach eigenen Angaben die menschliche Kreativität in Sachen Design auf, aber auch die menschliche Destruktivität in Sachen Umweltzerstörung. In seiner kleinen Wohnung in Shanghai hatte er dann auf Basis dieser Erfahrungen seine Idee zu winzigen amphibisch fortbewegbaren Häusern. Das erste Modell bestand aus Schaumstoff und musste sich im nahegelegenen Parkteich beweisen. Zurück in seiner Heimat Lettland möchte Aigars weiterere Amphibien-Unterkünfte bis zur Serienreife entwickeln.


Galerie: Wie campingtauglich ist der Offroad-SUV mit Dachzelt? - Kia Sorento mit Dachzelt im Praxistest (Caravaning)

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