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„Wir haben noch Schwächen“ - McLaren-Angriff auf Ferrari?

auto motor und sport-Logo auto motor und sport 09.07.2020 Andreas Haupt
© xpb

So gut stand McLaren lange nicht mehr da. Der Traditionsrennstall aus Woking ist erster Verfolger von Mercedes und liegt vor Ferrari in der Weltmeisterschaft. Lando Norris holte am vergangenen Wochenende in Spielberg seinen ersten Podestplatz und drehte die schnellste Rennrunde. Carlos Sainz wurde trotz Schwierigkeiten mit der Fahrzeugbalance Fünfter.

Dieser Rennstall erinnert von seiner Entwicklung immer mehr an das alte McLaren. Das Team hat es geschafft, das Momentum der vergangenen Saison in die neue zu übertragen. Die Motivation ist hoch – genauso wie der Hunger auf mehr. Trotzdem wachsen die Bäume nicht in den Himmel. McLaren weiß, dass der zweite Platz eine Momentaufnahme ist. Weil Red Bull doppelt ausfiel und sicher ein schnelleres Auto hat. Und auch Ferrari mehr Ressourcen, mehr Geld und die besseren Entwicklungswerkzeuge hat.

McLaren mit guter Plattform

Deshalb bleibt der vierte WM-Platz das Ziel. Wie im Vorjahr. "Ich denke, wir sollten weiter von Rennen zu Rennen denken", sagt Norris. Die Fahrer sehen McLaren noch nicht auf dem Niveau von Ferrari. "Ferrari wird seine Stärken über die Saison hinweg ausspielen. Ich denke, sie haben immer noch das bessere Gesamtpaket. Wir werden nicht oft in dieser Saison gegen die Top 3 kämpfen können. Aber unsere Plattform ist eine gute", befindet der 20-jährige Engländer.

Der Teamkollege stimmt zu. "Österreich lag uns schon im Vorjahr ziemlich gut. Andere Strecken werden unsere Schwächen mehr zum Vorschein bringen. In Ungarn wird maximaler Anpressdruck gefragt sein. Wir müssen erst abwarten, wie dann die Reihenfolge aussieht."

Über den Winter ist McLaren zwar ein guter Fortschritt gelungen. Ferrari hat sich dagegen eher zurückentwickelt: mit dem Auto und vor allem beim Motor. Doch der Rennstall der Herzen wird bereits beim zweiten Spielberg-Rennen ein paar Neuteile ans Auto schrauben, die eigentlich erst für die Woche darauf in Ungarn eingeplant waren. Ferrari muss schnell handeln, um nicht im Mittelfeld zu versinken. Man hört von einem geänderten Frontflügel und neuem Unterboden.

"Kommt auf die Fahrer an"

Sainz, der 2021 von McLaren zur Scuderia wechselt, glaubt, dass Ferrari schnell Fortschritte machen wird. "Sie werden ihre Probleme früher als später lösen. Über 2021 oder 2022 mache ich mir noch keine Gedanken. Mein Kopf ist bei McLaren. Im Moment genieße ich den Speed meines Autos."

Wenn Ferrari die Kurve kriegt, dürfte sich der Kampf um den vordersten Platz im Mittelfeld auf McLaren, Racing Point und Renault konzentrieren. Es kommt auf jede Kleinigkeit an. "Unser Auto verhält sich besser mit wenig Benzin als mit vollen Tanks", erklärt Norris. Zu Rennbeginn litten die Piloten mehr als hinten heraus. Daran muss McLaren arbeiten. "Das soll nicht heißen, dass wir mit viel Benzin schlecht sind. Aber es legt unsere Schwächen offener dar."

Ähnlich ergeht es Renault. Zumindest auf einer Seite der Garage. "In der Qualifikation sind wir dran. Ohne gelbe Flaggen auf meiner schnellsten Runde wäre ich Siebter oder Achter geworden", sagt Daniel Ricciardo. "Im Rennen haben wir mehr zu kämpfen. Meines dauerte zwar nicht lange, aber es reichte, um zu erkennen, dass wir mit mehr Sprit mehr leiden. Mehr Benzin bedeutet mehr Gewicht und mehr Stress für die Reifen. Dafür müssen wir Lösungen finden." Teamkollege Esteban Ocon erging es anders. "Im Rennen war ich zufrieden mit dem Auto. Ich muss am Samstag arbeiten. Mit einer besseren Startposition wird vieles leichter."

Auch bei Racing Point wissen sie, woran gearbeitet werden muss. Die pinke Kopie des Vorjahres-Mercedes ist schnell in schnellen Kurven. "Aber an unserer Performance in langsamen und mittelschnellen Kurven müssen wir noch arbeiten", verrät Sergio Perez. Der Mexikaner sieht seine Mannschaft auf Augenhöhe mit McLaren. "Sie waren einen Tick schneller in der Qualifikation. Im Rennen habe ich erst sie überholt, dann sie mich. Ein halbes Zehntel verändert in so einem Zweikampf dein Leben. Ich denke, es wird auf die Fahrer ankommen."


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