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Wohnlicher Campingbus mit großzügigem Bad - Globecar Campscout Elegance (2022) im Test

Promobil-Logo Promobil 28.11.2021 Guido Kupper
Mit der neuen Elegance-Baureihe mit speziellem Lichtdesign, offenem Wohnraumkonzept und distinguierteren Oberflächen will Globecar seine Modelle von der Muttermarke Pössl abheben. © Ingolf Pompe Mit der neuen Elegance-Baureihe mit speziellem Lichtdesign, offenem Wohnraumkonzept und distinguierteren Oberflächen will Globecar seine Modelle von der Muttermarke Pössl abheben.

Großzügig, dieses Wort trifft das Raumgefühl, das einen beim Eintreten in den 6,36 Meter langen Campscout Elegance erwartet, wohl am besten. Der Verzicht auf das große Staufach überm Fahrerhaus ist das Pfund, das hier am meisten wuchert; er schafft Spielraum für Kopf und Auge gleichermaßen.

Auch das Licht, das auf Knopfdruck aus Staufächern und hinter Paneelen an Dach und Dinette hervorquillt und schmeichlerisch auf die Wandflächen fällt, weitet das Raumgefühl. Nicht vorhandene Griffe an den zweifarbig abgesetzten Möbelfronten reduzieren die optische Zerklüftung zusätzlich – ebenso wie das Kollisionsrisiko für die Köpfe Großgewachsener, die sich in diesem Raum bewegen wollen.

"Gefühlt wie in einem vollintegrierten Reisemobil", wie es die Werbeprosa vollmundig verkündigt, ist vielleicht etwas hochgegriffen. Aber elegant ist das schon – wenn auch wieder nicht so dramatisch anders als im überwiegend baugleichen Modell der D-Line-Reihe.

Deren Modelle – Roadscout, Globescout und Campscout – tragen nicht nur gleiche Namen, sondern haben auch identische Grundrisse. Nur den Globescout R mit Raumbad gibt es nicht als Elegance-Version, auf die Globecar zum Aufpreis von 2.769 Euro noch ein paar Goodies drauflegt. Neben besagtem Lichtkonzept und den grifflosen Bicolor-Möbelfronten sind das außerdem: das moderner wirkende Innenraumdesign, das ohne Holzdekor an den Wänden auskommt, die Küchenschubladen mit Softeinzug und elektrischer Zentralverriegelung, die Alu-Rahmenfenster sowie das spezielle Außendekor.

Platz für bis zu 3 Personen

Als längster im Modellreigen gönnt der Campscout seinen BewohnerInnen die hierzulande meist favorisierten Einzelbetten. Mit 1,93 Metern beim längeren von beiden darf der Schläfer gern auf moderat großem Fuß leben. Auf Wunsch lässt sich die Liegefläche dank mittig einlegbaren Matratzenteils zur Liegewiese erweitern.

Das in der Elegance-Reihe angestrebte offene Wohnraumkonzept leidet in Sachen freie Blickachse unter Kühl- und Kleiderschrank, die sich, übereinander platziert, zwischen Küche und Bett raumhoch auftürmen. Auch der im Gegensatz zur D-Line-Reihe gepflegte Verzicht auf Fenster in den Hecktüren ist dem Raumgefühl der Elegance-Modelle nicht unbedingt zuträglich.

So malträtiert man beim Schlafen zwar mit Kopf und Kissen keine Verdunkelungsplissees, der Innenraum aber wird bei trübem Wetter ein Stück trister – Lichtkonzept hin oder her. Immerhin kann man die Fenster als Option für 306 Euro ordern.

Der Kleiderschrank unterm Kühlaggregat ist nicht der einzige Stauraum für Hemden und Jacken. Im Heck versteckt sich unter dem linken Bett ein weiterer Schrank, an den man durch Aufstellen des Lattenrosts gelangt und der dank Kleiderstange zum gleichen Zweck taugt. Eine dritte Person mit auf große Fahrt zu nehmen ist aber nicht nur wegen der großen Schränke eine Möglichkeit. Der optionale Bettumbausatz für die Sitzgruppe liefert obendrein ein recht kommodes Zusatzbett. Zu dritt wird dann allerdings die Zuladung kaum noch ausreichen.

Dabei ist Stauraum im Campscout generell keine Mangelware. Die Hängeschränke mit ihrer versteckten, versenkten Öffnungsmechanik – zwei über der Sitzgruppe und satte fünf im Heck – liefern zusammen mit ebenfalls üppig vorhandenen Ablagen viel Raum, der aber mit Bedacht bestückt werden sollte: Lediglich 300 Kilo Spielraum bis zum Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen offenbarte die Fahrt auf die Waage als Ergebnis.

Mit an Bord war allerdings einige Sonderausstattung, die mit rund 130 Kilo zu Buche schlägt – dabei auch 27 Kilo für die zweite Bordbatterie und noch mal ähnlich viel für die Markise. Dennoch: Auch ohne dieses Zubehör liegt die mögliche Zuladung bei nur gut 400 Kilo. Globecar bietet für 410 Euro extra zwar optional das im Testwagen vorhandene Maxi-Fahrwerk mit verstärkten Achsen an. Mehr als 3,5 Tonnen Gesamtgewicht gibt es ab Werk aber auch damit nicht.

Wer trotzdem Fahrräder oder anderes Sperrgepäck einladen möchte, kann die beiden Matratzen und Lattenroste an der linken Schlafraumwand aufstellen und mit zwei vorhandenen Spannbändern sichern. Das macht allerdings einiges Geräume nötig, unter anderem muss dazu auch die Ablage zwischen den beiden Betten ausgehängt und verstaut werden – als regelmäßige Urlaubsaufgabe kommt das kaum infrage.

In der Betttreppe stehen weitere kleine Staufächer bereit. Die Stufen sind per Schraubverbindung gesichert und lassen sich für besondere Transportaufgaben ganz entfernen. Eine Nische rechts im Heckstauraum ermöglicht aber auch ohne Umbau bereits das Mitführen von Gegenständen bis 1,85 Meter Länge – etwa Snowboards. Dass die Tür des linksseitig eingebauten Gaskastens vom Gepäck blockiert wird, mag schon mal stören. Angesichts des großen Vorrats von zwei Elf-Kilo-Flaschen wird dieses Ärgernis aber eher selten auftauchen.

Clever gelöst: Duschen im Mittelgang

Viel Raum für Gepäck – wie auch fürs Bad. Das sogenannte Raumbad ist eine Spezialität der Muttermarke Pössl und hat im Laufe der Jahre manche Nachahmer gefunden. Es nutzt den Mittelgang für die Dusche mit. Für den Normalgebrauch bleibt die Duschwanne mit einem Brett abgedeckt, das vor dem Duschen entfernt werden muss.

Als Abtrennung dienen zwei leicht laufende Rollotüren, die bei Nichtgebrauch platzsparend zusammengeschoben werden. Im Einsatz umschließen sie dann einen vergleichsweise üppigen Raum zum Duschen, der für alle Verrichtungen am Waschbecken und auf der Toilette aber auch willkommen ist. Während des Duschens werden diese mittels eines Vorhangs abgeschirmt.

Auch als Raumteiler leisten die Rollotüren gute Dienste. Schlaf- und Wohnraum können so getrennt werden, etwa wenn Schlafwunsch und Fernsehprogramm zu kollidieren drohen. Nachteil: Während der Badnutzung ist der Durchgang nach hinten ebenso blockiert wie die Kühlschranktür. Mit dem zweiten kühlen Bier vorm Fernseher wird’s dann nix.

Mit zwei Brennern bietet die Küche die gewohnte Standardfeuerstelle. Als Zusatzarbeitsfläche kann an der Stirnseite der Zeile ein kleines Brett eingerastet werden – eine etwas umständliche Lösung und zudem eine Etage tiefer als die übrige Arbeitsplatte. Ein Hängeschrank und drei große Schubladen bieten ausreichend Platz – auch für die Sättigungsbeilagen, die zu den vielen Köstlichkeiten gereicht werden sollen, die man im großen 84-Liter-Kompressorkühlschrank bevorraten kann.

Eine elektrische Zentralverriegelung soll davor bewahren, dass die Schubladen bei der Weiterfahrt lautstark aufstoßen. Das gelang im Test aber nur dann zuverlässig, wenn die Laden zuvor mit Nachdruck per Hand und nicht nur durch die Einzugsmechanik geschlossen wurden. Eleganz und Funktionalität gehen halt nur im Idealfall Hand in Hand.

Das fiel uns auf

(+) Dank seiner speziellen Konzeption bietet das Raumbad so viel Platz zum Duschen, wie sein Name verspricht.

(+) Eine seitliche Nische im Heckstauraum schafft Platz für den Transport langer Gepäckstücke oder Sportgeräte.

(+)(-) Ein elektrischer Riegel soll die Schubladen der Küche während der Fahrt sichern. Funktionierte im Test aber nicht immer.

(+)(-) Eine Arbeitsflächen-Erweiterung ist gut. Diese Platte ist aber mickrig, nicht auf gleicher Höhe und fummelig einzuhängen.

(-) Drei schlichte Plastik-Klebehaken als Garderobe haben wenig Elegance – die Jacken stören am Eingang.

(-) Die im Gangboden versenkte Duschwanne wird bei ständigem Begehen zum Schmutzfänger.

Globecar Campscout Elegance (2022)

Gurte/Schlafplätze: 4/2

Zul. Gesamtgewicht: 3.500 kg

Länge/Breite/Höhe: 6,36/2,05/2,58 m

Grundpreis ab: 48.214 Euro

Testwagenpreis: 59.602 Euro

Ausstattung des Testwagens (Auszug)

  • 160-PS-Motor/Maxi-Chassis (0/40 kg): 1.026/410 Euro
  • All-In-Paket: u.a. 90-Liter-Tank, Klimaanlage, Beifahrer- airbag, elektr. Spiegel, Ladebooster, Faltverdunklung, Sitzbezüge Fahrerhaus wie Wohnraum (48 kg): 2.051 Euro (empfohlen)
  • Elektropaket: 12-/230-V-Steckdosen (1 kg): 225 Euro (empfohlen)
  • Radioantenne DAB plus Lautsprecher: 214 Euro (empfohlen)
  • Fahrassistenzpaket: u.a. Notbrems-, Spurhalte- und Fernlichtassistent, Verkehrsschilderkennung (0,5 kg): 1.025 Euro (nicht im Testwagen enthalten; empfohlen)
  • Winterpaket (15 kg): 1.435 Euro (nicht im Testwagen enthalten; empfohlen)

Daten und Messwerte

Auf- und Ausbau

Stahlblech-Karosserie, innen Kunststoffformteile und foliertes Sperrholz, Isoliermaterial Wand/Dach/Boden PE/XPS/XPS, Wandstärke Wand/Dach/Boden 10–20/21/21 mm, Bodenpodest, 5 Kunststoff-Isolierfenster mit Alurahmen, 2 Dachhauben.

Bordtechnik

Gas-Gebläseheizung/Boiler Truma Combi 4, 7 Ausströmer (2 x Sitzgruppe, Einstieg, Bad, Küche, 2 x Heckstauraum), Wasseranlage: Frisch- und Abwasserschläuche, Tauchpumpe.

Basisfahrzeug

Fiat Ducato, 160 Multijet, Vorderradantrieb, Vierzylinder-Turbodiesel, Hubraum 2.287 cm3, Leistung 118 kW/160 PS bei 3.500/min, Drehmoment 400 Nm bei 2.250/min, Neungang-Automatikgetriebe.

Fahrleistungen

Beschleunigung 0–50/80/100 km/h 5,6/10,9/15,5 s; Wiederbeschleunigung 60–80/100 km/h 4,4/10,4 s, Testverbrauch 10,6 L/100 km.

Wertung

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