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Youngtimer: Mazda MX-5 – Kaufberatung für den "Hausfrauen-Porsche"

stern-Logo stern vor 5 Tagen
Nur die erste Generation besitzt die begehrten Klappscheinwerfer © PR/Mazda Nur die erste Generation besitzt die begehrten Klappscheinwerfer

Der MX-5 brachte 1989 den Roadsterspaß der 1960er zurück. Wegen seiner erstaunlichen Qualität ist der Roadster auch nach 32 Jahren eine gute Wahl.

1989 läutete der MX-5 die Wiedergeburt des Roadsters ein und das zu durchaus zivilen Preisen. Weil er gut bei Frauen ankam und bezahlbar war, wurde ihm das Etikett Hausfrauenporsche umgehängt. Von Ignoranten, denn der kleine Japaner war immer eine Fahr- und Spaßmaschine. Das echte "britische " Roadsterfeeling wurde nicht nur mit Äußerlichkeiten wie dem British Racing Green gepflegt, er speiste sich aus dem Heckantrieb. Der Mazda war immer schwächer motorisiert als Sportwagen der Nobelklasse, der konsequente Leichtbau glich das zumindest in der Disziplin "gefühlte Sportlichkeit" aus.

Spontane Entstehung

Zum MX-5 gibt es eine zehn Jahre lange Vorgeschichte. Im März 1979 fragte der amerikanische Motorjournalist Robert Hall am Ende eines Interviews mit den damaligen Mazda-Entwicklungschef Kenichi Yamamoto, was noch im Mazda-Programm fehlen würde. Dieser entgegnete: "Ein leichter, kleiner, preiswerter Roadster. So wie die früheren MG. Allerdings sollte er im Regen anspringen."  Dann springt er auf und malt den Wagen an eine Tafel - die Idee zum MX-5 ist geboren.

Nach einem intern ausgeschriebenen Wettbewerb zwischen dem japanischen und dem 1981 gegründeten amerikanischen Designstudio, in dem bereits im Gründungsjahr Robert Hall als Mitarbeiter eingestellt wurde, übernehmen die Amerikaner die Federführung über das Projekt. Das Resultat: Der erste Prototyp mit dem Namen V 705 wird am 17. September 1985 in seiner Fertigungsstätte im englischen Worthing dem Projektleiter präsentiert.

Das Serienfahrzeug wird Mitte Februar 1989 auf der Chicago Auto Show der breiten Öffentlichkeit präsentiert. Noch im selben Monat läuft die Serienproduktion an. In Europa ist der wendige Japaner zum ersten Mal 1989 auf der IAA und dem Genfer Salon zu sehen. In den europäischen Handel kommt er ein paar Monate später im Frühjahr 1990. Für den Vortrieb sorgt anfangs weltweit allein ein 1,6 Liter großer Reihenvierzylinder-Benzinmotor mit 110 / 115 PS aus dem 323 GT. Diese erste Generation wird rund acht Jahre lang fast unverändert produziert. Neben einem weiteren 1,6 Liter großen Motors mit nur 90 PS, der die neue Einstiegsmotorisierung bilden soll, ist auch ein 131 PS starker 1,9 Liter großer Motor erhältlich.

Ungewöhnlich solide

Der MX-5 begeisterte nicht nur wegen seines Designs, sondern auch wegen seiner Qualität und Zuverlässigkeit. Der MX-5 springt anders als die britischen Vorbilder auch im Regen an. Er schafft das Kunststück, das Feeling eines Sportwagens mit dem Preis, der Zuverlässigkeit und den Unterhaltskosten eins Alltagsautos zu vereinen. Nach 431.506 Einheiten rollt die zweite Generation im März 1998 an. Mit unverändertem Einstiegspreis von 35.500 Mark. Die Klappscheinwerfer mussten allerdings mandelförmigen Schweinwerfer weichen. Die mittlere Generation erfährt insgesamt zwei Facelifts und eine 146 PS-Sonderedition, mit der endlich die 200 Kilometer pro Stunde-Marke geknackt werden kann.

Bis zum Jahr 2005 kann Mazda 291.123 MX-5-Fahrzeuge der zweiten Generation verkaufen - allein 51.000 davon in Deutschland. Die dritte Generation erhält im Januar 2007 eine Schwestervariante, das Roadster Coupe, mit einem elektrisch faltbaren Hardtop-Dach. Nach zwölf Sekunden ist der Blick gen Himmel frei, ohne dass der ohnehin sehr kleine Kofferraum davon in Mitleidenschaft gezogen wird. Als erster Hersteller weltweit legt Mazda das Verdeck hinter den Sitzen und nicht im Kofferraum ab. Aktuell können sich MX-5 Kunden zwischen zwei Motorisierung mit 126 und 160 PS sowie zwei Getriebearten bei der 2,0 Liter großen Vierzylinder-Topmotorisierung entscheiden.

Anders als bei vielen Roadstern haben sich die Außenabmessungen in 32 Jahren kaum geändert. Rollt er 1989 noch mit einer Länge von 3,98 Metern und einer Breite von 1,68 Metern aus den Fertigungshallen, haben sich im Laufe der Jahre lediglich ein paar Zentimeter hinzuaddiert. Auf Grund der Zunahme von Sicherheitssystemen und moderner Technik, hat sich sein Gewicht knapp über die Tonnen-Marke geschoben.

Gute Wahl 

Als Klassiker von morgen ist der MX-5 eine gute Wahl. Jede Baureihe ist für die solide Qualität bekannt. Ab Werk gibt es weder bei Motor noch Karosserie oder Elektrik Probleme. Begehrt sind die MX-5 NA der ersten Generation - oftmals blau, rot, silber oder weiß. Besonders heiß ist die "Limited Edition" – sie wurde in British Racing Green lackiert, am besten mit beigem Interieur. Trotz seines Alters von fast dreißig Jahren macht der Nippon-Flitzer noch heute jede Menge Spaß. Mit 115 PS und einem Gewicht von weniger als einer Tonne ist der MX-5 alles andere als untermotorisiert.

Allerdings ist der 1.6 Liter Vierzylindermotor eine echte Drehorgel. Unter 4000 Umdrehungen geht fast gar nichts, immerhin wirbelt die Kurbelwelle locker bis 6500 U/min. Wenn es unbedingt sein muss, dürfen es auch ein paar Umdrehungen mehr sein. Gott sei Dank ist die Schaltung mit dem kurzen Ganghebel knackig, und so macht das Getriebespiel ebenfalls Spaß.

Wer einen Gebrauchtwagen gerade der ersten Generation sucht, der sollte sich für ein europäisches Modell entscheiden, denn die Amerika-Versionen mit dem Namen Mazda Miata können teure Ersatzteilüberraschungen mit sich bringen, weil viele Teile der Europa-Modelle nicht passen. Dafür gibt es beige-braune-Ledersitze auf Wunsch auch mit Boxen in den integrierten Kopfstützen. Beim Motor kann man ebenfalls wenig falsch machen und die 90-PS-Variante nach der Modellpflege hat kaum weniger Pfeffer als das 115-PS-Startmodell. Richtig heiß und im Grenzbereich schwer zu fahren ist die 131-PS-Version, die den Ein-Tonnen-Roadster gerade bei regennasser Fahrbahn nicht ungefährlich macht.

Vorsicht bei Importen

Doch Vorsicht: Es sind viele EU-Importe oftmals aus Italien auf dem Markt - die weder Airbags noch ABS haben. Besser Finger weg, denn Sicherheit geht gerade bei einem so kleinen Spaßmacher außen vor. Wer einen guten Gebrauchtwagen findet, bei dem nur am Lack, dem Dach oder dem Innenraum hapert, muss sich nicht sorgen. Das einlagige PVC-Dach können handwerklich geschickte Bastler sogar selbst wechseln und das Beziehen des Innenraums ist alles andere als teuer. Gleiches gilt für eine Lackierung. Einen besseren Spaßroadster für weniger Geld in bessere Qualität ist kaum zu bekommen.

Ein MX-5 NA der ersten Generation und 90 PS startet mit weniger als 150.000 Kilometern nach der Modellpflege bei rund 6000 Euro. Der Nachfolger MX-5 NB ist ab 1998 sogar noch günstiger und legt bei rund 4000 Euro los. Ein komplett ausgestatteter MX-5 NA mit 131 PS mit Doppelairbags, ABS und sogar Klimaanlage kostet mit unter 60.000 Kilometern jedoch bereits über 16.000 Euro.

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