Durch Nutzung dieses Diensts und der damit zusammenhängenden Inhalte stimmen Sie der Verwendung von Cookies für Analysezwecke, personalisierte Inhalte und Werbung zu.
Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Tipps: So bereiten Sie sich richtig auf die Gehaltsverhandlung vor

Berliner Zeitung-Logo Berliner Zeitung 03.01.2017 berliner-zeitung
Gehaltsverhandlung: Manche Arbeitnehmer dürfen sich zum Jahresbeginn über eine Gehaltserhöhung freuen. © 2015 Mediengruppe M. DuMont Schauberg GmbH & Co. KG Manche Arbeitnehmer dürfen sich zum Jahresbeginn über eine Gehaltserhöhung freuen.

„Hey Boss, ich brauch mehr Geld“, sang einst der Schlagersänger Gunter Gabriel. Wenn es nur so einfach wäre! Gehaltsverhandlungen sind eine Kunst. Und jeder Arbeitnehmer sollte sie beherrschen. Denn nach einer langen Phase der Preisstabilität erwarten Experten wieder mehr Inflation. Steigt das Gehalt nicht entsprechend, wird das Leben teurer.

Arbeitnehmer, die sich unterbezahlt fühlen, sollten daher das Gehaltsgespräch mit dem Chef suchen. Sie müssen hier unbedingt von sich aus aktiv werden. Denn von selbst wird ein Arbeitgeber einem Mitarbeiter nur in den seltensten Fällen eine Gehaltserhöhung anbieten. Eine günstige Gelegenheit, mehr Geld zu verlangen, bietet sich zu Jahresbeginn. Denn dann stehen in vielen Firmen die jährlichen Beurteilungsgespräche mit dem Chef an. In diesen Gesprächen liegt es für den Mitarbeiter nahe, auch das Thema Gehalt anzusprechen.

Gute Karten haben dabei diejenigen, die im Vorjahr eine besonders gute Leistung vollbracht haben, weil sie zum Beispiel ein interessantes Projekt angestoßen oder einen neuen wichtigen Kunden gewonnen haben. Dennoch sollte man immer mit Fingerspitzengefühl an das Thema herangehen.

Sachlich bleiben: Gefühlsausbrüche sind beim Jahresgespräch in jedem Fall tabu, rät das Vergleichsportal Gehalt.de. So sollten Arbeitnehmer immer bei den Fakten bleiben und ihre Leistungen aufzählen. Eine gründliche Vorbereitung ist dabei besonders wichtig. Es kann daher sinnvoll sein, sich alle erbrachte Leistungen aufzuschreiben.

Nicht mit Kollegen vergleichen: Unbedingt zu meiden, sind laut Gehalt.de Aussagen wie: „Ich habe viel schneller und besser gearbeitet als Kollege X“. Denn ein solcher Vergleich ist nicht nur unprofessionell, sondern auch ausgesprochen unkollegial. Besser ist es, Teamarbeit hervorzuheben – nach dem Motto: „Mit dem Kollegen X habe ich in diesem Jahr besonders gerne und effektiv zusammengearbeitet.“

Zu Fehlern stehen: Auch dem besten Mitarbeiter passiert mal ein Fehler – gerade, wenn er sich besonders reinhängt und viele anspruchsvolle Aufgaben parallel erledigt. Wichtig ist daher, dass er den Fehler einräumt und zu ihm steht. Denn wer nicht zu dick aufträgt und seine eigene Leistung kritisch beurteilt, wirkt positiv und zeigt dem Arbeitgeber, dass er mit Misserfolg professionell umgehen kann. Das hilft dem Arbeitnehmer dann auch bei der Gehaltsverhandlung.

Ambitionen zu erkennen geben: Jeder Chef will motivierte Mitarbeiter. Wer in dem Gespräch ambitionierte, aber zugleich auch realistische Ziele für das neue Jahr formuliert, beeindruckt den Chef leichter als ein Mitarbeiter, der sagt: „Mal schauen, was das neue Jahr so bringt.“ Hat sich der Chef beeindrucken lassen und erhofft sich entsprechend viel von seinem Angestellten, wird er auch eher dazu bereit sein, ihm das Gehalt ein wenig aufzubessern.

Um ein Gehaltsgespräch bitten: Gibt es in dem Unternehmen keine Mitarbeitergespräche, bei denen man das Gehaltsthema anschneiden kann, bleibt nichts anderes übrig, als den Chef um einen Termin für ein Gehaltsgespräch zu bitten. „Suchen Sie sich in dem Fall einen günstigen Zeitpunkt aus und bitten Sie um einen Vier-Augen-Termin. Eine Gehaltserhöhung ist nichts, was man zwischen Tür und Angel bespricht“, empfiehlt Jochen Mai, Gründer der Ratgeberseite Karriere.de. Der Experte empfiehlt zum Beispiel folgende Formulierung: „Ich arbeite inzwischen X-Jahre in diesem Unternehmen – und das nach wie vor mit großer Freunde und viel Engagement. Dennoch würde ich mich gerne mit Ihnen über meine beruflichen Perspektiven unterhalten. Wann hätten Sie dazu für etwa 30 Minuten Zeit?“

Sich selbst richtig einschätzen: Im Gehaltsgespräch sollte der Mitarbeiter dann gut vorbereitet sein: „Für eine gute Position in der Gehaltsverhandlung müssen Sie zunächst Ihre Leistungen und Ihren Wert für das Unternehmen realistisch einschätzen und belegen können“, rät Mai. „Nur wenn Sie selbst sicher wissen, wo Sie im Unternehmen stehen und welche Erfolge Sie als Argumente ins Feld führen können, haben Sie eine Chance auf eine spürbare Gehaltserhöhung.“

Eine konkrete Summe nennen: Der Arbeitnehmer sollte auf keinen Fall den Chef fragen, wie viel er denn draufzuschlagen bereit wäre, sondern von sich aus eine Summe nennen. Hierbei darf durchaus gefeilscht werden. Das heißt: Der Arbeitnehmer sollte ruhig eine etwas höhere Summe nennen, als die, die er sich realistischerweise vorstellt. Allerdings sollte er mit der geforderten Summe auch nicht übertreiben – sonst hält ihn der Chef noch für größenwahnsinnig.

In der Regel sollten nicht mehr als fünf bis zehn Prozent Aufschlag auf das bisherige Gehalt gefordert werden, empfiehlt Gehalt.de. Doch es gibt eine Ausnahme: Wenn ein Karrieresprung mit wachsender Verantwortung bevorsteht, ist ein größerer Gehaltssprung durchaus angemessen. Falls das Unternehmen das Grundgehalt nicht erhöhen will, kann der Mitarbeiter noch versuchen, Zuschläge für öffentliche Verkehrsmittel, Essenmarken oder Zuschüsse für eine betriebliche Altersvorsorge herauszuhandeln.

Nicht mit Kündigung drohen: Läuft die Gehaltsverhandlung nicht wie erwünscht, sollte der Mitarbeiter auf keinen Fall mit Kündigung drohen, in der Hoffnung auf diese Weise doch noch zum Ziel zu kommen. Selbst wenn er damit erreicht, was er will, schädigt der Mitarbeiter mit dieser Drohung dauerhaft das Vertrauensverhältnis zu seinem Chef.

Geldsorgen ziehen nicht: Private Geldsorgen, eine anstehende Hochzeit oder ein abzuzahlender Kredit ziehen als Argumente für eine höhere Gehaltsforderung nicht. Auf die Tränendrüse zu drücken, wird hier gar nichts bringen. Denn Chefs sind nur bereit, Leistung zu honorieren. Für Wohltaten ohne Gegenleistung ist aus ihrer Sicht die Caritas zuständig.

| Anzeige
| Anzeige

Mehr von Berliner Zeitung

Berliner Zeitung
Berliner Zeitung
| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon