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Unangenehme Situation: Wie treibe ich am besten Schulden bei Freunden ein?

Kölner Stadt-Anzeiger-Logo Kölner Stadt-Anzeiger 09.02.2019 ksta
Wer Freunde Geld leiht und es nicht von alleine wiederbekommt, ärgert sich oft. © Monika Skolimowska/ZB/dpa Wer Freunde Geld leiht und es nicht von alleine wiederbekommt, ärgert sich oft.

Das Problem kennen die meisten: Der gemütliche Kneipenabend mit den Freunden ist schon ein paar Wochen her, aber einer schuldet einem immer noch Geld für die letzten zwei Runden. Noch ärgerlicher wird es, wenn man zum Beispiel auf den Kosten eines Junggesellenabschieds sitzen bleibt – da kommen schnell mehrere hundert Euro zusammen. Doch wie treibt man am besten Schulden bei seinen Freunden ein?

Bei kleineren Summen darüber hinwegsehen

Das kommt auf die Summe an, sagt Frank Wiedenhaupt von der Schuldner- und Insolvenzberatung der Berliner Stadtmission. Bei kleinen Beträgen, etwa von einem Bier in einer Kneipe, sollte man darüber hinwegsehen. Wenn es immer wieder mal vorkommt, könne man das jedoch durchaus ansprechen, indem man etwa so etwas sage wie: „Jetzt ist mal Schluss. Dann musst du in der Kneipe eben heute trocken ausgehen.“ Eine gute Freundschaft halte das aus, meint Wiedenhaupt.

Geht es um größere Summen, sollte man auf jeden Fall nachhaken. Es könne sein, dass sich hinter dem hohen Geldbetrag eine Spielsucht oder Immobilienschulden verbergen. Auch bei mittelgroßen Summen ist Skepsis angebracht. „Ich kenne solche Fälle, in denen herauskam, dass das nicht die einzigen 50 Euro waren, die der Freund sich geliehen hat“, berichtet Schuldnerberater Wiedenhaupt. 

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Enttäuschung zum Ausdruck bringen

Zunächst sollte man seinen Bekannten mehrmals darauf ansprechen, rät Wiedenhaupt. Führt das nicht zum Erfolg, ist es ratsam, die Enttäuschung klar zu artikulieren, zum Beispiel indem man sagt: „Ich habe mich auf dich verlassen, dir vertraut.“ Kommt auch daraufhin nichts zurück, sollte man sich überlegen, ob es sich überhaupt um einen richtigen Freund handelt. Darauf nicht zu reagieren, „das macht man eigentlich nicht“, sagt Wiedenhaupt.

Wer das Geld unbedingt wieder haben möchte, kann letztlich auch rechtliche Schritte einleiten. Der Weg ist der gleiche, den auch andere Schuldner gehen müssen: mahnen - titulieren - vollstrecken. Allerdings müsse man in diesem Fall nachweisen können, wie viel Geld verliehen wurde, erklärt Wiedenhaupt.

Kann man nicht glaubhaft machen, dass man das Geld wirklich verliehen hat, hat man Pech gehabt. „Zumindest große Summen sollte man deswegen wirklich nicht verleihen“, empfiehlt Wiedenhaupt. „Aus meiner Berufserfahrung kann das zur Zerstörung einer Freundschaft führen.“ (dpa/tmn)

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