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Ölpreis bricht ein: Warum ein Liter Diesel bald weniger als einen Euro kosten könnte

Business Insider Deutschland-Logo Business Insider Deutschland 09.03.2020 Business Insider Deutschland
Eine Ölraffinerie in Saudi-Arabien © Bereitgestellt von Business Insider Deutschland Eine Ölraffinerie in Saudi-Arabien  

Schlechte Nachrichten für Ölstaaten, gute für Autofahrer: Saudi-Arabien und Russland liefern sich gerade einen Machtkampf darum, wer wie viel oder, besser, wie wenig Öl aus der Erde holen und auf den Markt werfen soll. Entsprechende bisherige Abstimmungen gelten nur bis Ende März. Am Freitag scheiterten Gespräche über einen neuen Deal.

Am Montag brach der Preis für die Nordsee-Referenzsorte Brent um 20 Prozent ein. Sie kostete zwischenzeitlich weniger als 36 US-Dollar je Fass (etwa 159 Liter). Einer der Hauptgründe dafür: Saudi-Arabien, der zweitgrößte Rohölproduzent der Welt, hatte verkündet, den Preis für das schwarze Gold ab April stark zu senken, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.

Chinas Ölnachfrage nicht so hoch wie erwartet

Um die Ölförderung möglichst lukrativ zu halten, stimmen sich traditionell die Organisation ölexportierender Länder (Opec), darunter Saudi-Arabien, und das nicht dazugehörende Russland bei Fördermengen ab. Derlei Abmachungen sind für ölreiche Staaten gerade in Zeiten schwacher Nachfrage wichtig.

Jetzt ist wieder so eine Zeit, denn China, der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt, machen neben strukturellen Problemen immer mehr die Folgen des Coronavirus-Ausbruchs zu schaffen. Die Wirtschaft der Volksrepublik wächst bei weitem nicht mehr so dynamisch wie noch vor ein paar Jahren. Dementsprechend geringer fällt die Nachfrage nach Öl aus.

Doch auch andere wichtige Länder haben zunehmend zu kämpfen. Das Coronavirus hat sich mittlerweile weltweit ausgebreitet, legt etwa mit der Lombardei Italiens Wirtschaftsmotor lahm. Auch hier rechnen Experten mit einem Rückgang der Ölnachfrage.

Fallender Ölpreis hat Vor- und Nachteile

Zeit also, das Angebot entsprechend zu drosseln, um den Preis stabil zu halten, so die Logik. Nur weigert sich Russland diesmal. Das Land fürchtet offenbar, im Preiskampf mit anderen Staaten, die nicht zur Opec gehören, allen voran dem größten globalen Ölproduzenten USA, wichtige Marktanteile zu verlieren.

Ein stark fallender Ölpreis hat Vor- wie Nachteile. Der wahrscheinlich größte Vorteil für deutsche Verbraucher: Benzin- und Dieselpreise dürften an deutschen Tankstellen sinken. "Der Dieselpreis in Deutschland könnte nun unter einen Euro fallen", mutmaßte etwa Eugen Weinberg, Chef-Rohstoffstratege der Commerzbank, im Gespräch mit dem "Spiegel". Am Montagnachmittag lag der Dieselpreis in Berlin laut der Benzinpreisvergleichs-Plattform Clever-Tanken noch zwischen 1,10 und 1,20 Euro.

Dagegen einer der größten Nachteile: Ein fallender Ölpreis könnte ohnehin brüchige, ölabhängige Krisenstaaten in noch größere Nöte bringen. Wirtschaftskrisen könnten sich zu geopolitischen Krisen ausweiten.

Und wozu solche Krisen führen können, ließ sich im Januar am Beispiel des Ölstaats Iran sehen. Da töteten die USA einen iranischen General, nur um dann selbst ins Visier iranischer Raketen zu geraten. So mancher fürchtete da schon einen neuen Krieg in der Golfregion. Eine der Nebenwirkungen damals übrigens: stark steigende Ölpreise.

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