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Aldi verkauft ab heute wieder Eier

DIE WELT-Logo DIE WELT vor 5 Tagen

Der Fipronil-Skandal weitet sich auf zwölf europäische Länder aus, das Landwirtschaftsministerium geht von 10,7 Millionen belasteten Eiern allein in Deutschland aus. Aldi ist sich bei seinen Eiern jedoch sicher.

Im Skandal um giftbelastete Eier nahmen Aldi Süd und Aldi Nord deutschlandweit sämtliche Eier aus dem Verkauf © dpa Im Skandal um giftbelastete Eier nahmen Aldi Süd und Aldi Nord deutschlandweit sämtliche Eier aus dem Verkauf

Die Discounter Aldi Nord und Aldi Süd haben nach ihrem Verkaufsstopp wegen des Fipronil-Skandals wieder Eier im Angebot. Aktuell könne es wegen der Überprüfungen auf Fipronil in Einzelfällen zwar noch Engpässe geben, teilte Aldi Süd mit. "Zum größten Teil sind jedoch in unseren Filialen wieder wie gewohnt alle Eier verfügbar", hieß es.

Der Skandal um mit Fipronil belastete Eier erfasst ganz Europa © dpa/AFP/Archiv Der Skandal um mit Fipronil belastete Eier erfasst ganz Europa

Auch in den Filialen von Aldi Nord sollte es – von Einzelfällen abgesehen – am heutigen Freitag wieder frische Eier geben, sagte eine Sprecherin. Aldi Nord und Aldi Süd hatten am vergangenen Freitag angekündigt, alle Eier aus dem Sortiment zu nehmen und Nachweise abzuwarten, dass sie nicht mit dem Insektizid belastet sind.

Eine Tonne verseuchtes Eigelb in Rumänien entdeckt

Unterdessen nimmt der Skandal immer größere Dimensionen an: Die Behörden in zwölf europäischen Ländern meldeten Funde des Insektengifts Fipronil. Kontaminierte Eier gelangten demnach auch in die Slowakei sowie nach Rumänien und Dänemark. Das Bundeslandwirtschaftsministerium geht nach einem Bericht der "Rheinischen Post" inzwischen von rund 10,7 Millionen möglicherweise belasteten Eiern in Deutschland aus.

In Rumänien wurde eine Tonne Flüssigeigelb aus Deutschland entdeckt, das mit dem Insektengift Fipronil verseucht ist. In der Slowakei stießen die Lebensmittelbehörden in einem Lagerhaus auf mehr als 20 Paletten kontaminierte hart gekochte Eier, die über Deutschland aus den Niederlanden importiert worden waren. In Dänemark gelangten rund 20 Tonnen Fipronil-Eier eines belgischen Lieferanten in Cafés und Kantinen sowie zu Catering-Unternehmen.

Rumänien und die Slowakei sind die ersten Länder in Osteuropa, in denen mit Fipronil belastetes Ei nachgewiesen wurde. Neben diesen beiden Staaten und Dänemark sind neun weitere Länder betroffen: Deutschland, die Niederlande und Belgien sowie Frankreich, die Schweiz, Österreich, Schweden, Großbritannien und Luxemburg.

Opposition kritisiert den Agrarminister – "Armutszeugnis"

Der Skandal hat nach bisherigen Erkenntnissen seinen Ursprung in Belgien. Dort wurde offenbar ein für die Nutztierhaltung zugelassenes, rein pflanzliches Desinfektionsmittel mit dem für die Nutztierhaltung verbotenen Fipronil gemischt. Es wurde auch in Ställen in den Niederlanden und in einigen Fällen auch in Deutschland eingesetzt. Millionen belastete Eier aus den Niederlanden wurden nach Deutschland verkauft.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium geht inzwischen von mindestens 10,7 Millionen belasteten Eiern in Deutschland aus, wie die "Rheinische Post" berichtete. Die Zeitung beruft sich auf eine kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion bei dem Ministerium.

Die Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt nannte die Bilanz des Ministeriums ein "Armutszeugnis". Sie appellierte an Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU), die Aufklärung nicht allein den Bundesländern zu überlassen.

Unterdessen kam es zu Festnahmen: In den Niederlanden wurden zwei Manager der Firma Chickfriend inhaftiert, die Fipronil in Legehennenbetrieben eingesetzt hatte. Im Visier der Ermittler ist zudem ein belgisches Unternehmen, das vermutlich unerlaubt Fipronil dem Desinfektionsmittel Dega 16 beimischte. In Belgien und in den Niederlanden gab es mehrere Razzien, wie die jeweils zuständigen Staatsanwaltschaften mitteilten.

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