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Handelsblatt testet: So können Autobesitzer im Jahr 2020 sparen

Handelsblatt-Logo Handelsblatt 08.11.2019 Wohleb, Dirk

Bis Ende November können Autobesitzer ihre Versicherung kündigen. Bei einem Wechsel können sie mehrere Hundert Euro sparen. Was dabei zu beachten ist.

Der 30. November ist für Autobesitzer ein wichtiges Datum. Bis zu diesem Tag können sie ihre Kfz-Versicherung für das kommende Jahr kündigen. Die Suche nach einer besseren Versicherung kann sich lohnen. Denn bei einem Wechsel können Autohalter gut und gerne mehrere Hundert Euro sparen.

„Wichtig ist es, sich nicht allein von der Prämie leiten zu lassen, denn der günstigste Tarif ist im Schadenfall nutzlos, wenn er nicht den richtigen Versicherungsschutz bietet“, sagt Bianca Boss, Sprecherin des Bunds der Versicherten (BdV). Wer die Versicherung wechseln möchte, sollte sich Zeit nehmen, nichts überstürzen und die Angebote in Ruhe vergleichen.

„Zuerst sollten Autobesitzer klären, wie der Inhalt des Vertrags zukünftig aussehen sollte“, empfiehlt Elke Weidenbach, Rechtsanwältin und Expertin für Versicherungen bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Jeder Autobesitzer sollte sich also die Frage stellen, welchen Versicherungsschutz er sich überhaupt wünscht und welche Schäden abgedeckt sein sollen. So kann bei einem älteren Fahrzeug die Kfz-Haftpflichtversicherung ausreichen. Sie ist gesetzlich vorgeschrieben. Weidenbach empfiehlt, eine Schadenssumme von 50 oder 100 Millionen Euro pauschal abzusichern.

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Mit einer Haftpflichtversicherung sind aber nicht die Schäden am eigenen Auto abgedeckt. Eine Teilkasko kommt auch für die Kosten bei Diebstahl, Glasbruch, Wildschaden oder Brand auf. Die Vollkasko zahlt zudem für Schäden am eigenen Auto, die der Fahrzeughalter selbst verschuldet hat, sowie für Vandalismus. Bei einem Neuwagen ersetzt die Vollkaskoversicherung in den ersten Monaten den Neupreis des Wagens.

Die Versicherungsexperten von Franke und Bornberg haben für das Handelsblatt die Kfz-Tarife von 34 Versicherungen im Detail verglichen und analysiert. Dabei geht der Preis zu 30 Prozent in die Bewertung ein, die Qualität der Tarife macht 70 Prozent aus. Die Ratingagentur hat die Tarife anhand von drei Musterfällen untersucht: für einen Fahranfänger, einen Familienvater, und im dritten Fall haben die Versicherungsexperten die Tarife für einen Senior unter die Lupe genommen.

Die Tabelle zeigt die Ergebnisse für einen verheirateten 36-jährigen Familienvater mit zwei Kindern, der gemeinsam mit seiner Frau mit seinem Golf VII Variant 15.000 Kilometer pro Jahr fährt und in München wohnt. Neben der Haftpflichtversicherung hat er auch einen Vollkaskoschutz mit einer Selbstbeteiligung von 500 Euro abgeschlossen.

Die Analyse zeigt: Sowohl beim Preis als auch der Qualität unterscheiden sich die Versicherungen stark. Die zwei besten Tarife bietet die Versicherung Cosmos. Beim Tarif Comfort-Schutz zahlt der Familienvater eine Jahresprämie von 356,59 Euro. Geht er zusätzlich eine Werkstattbindung ein, reduziert sich die Prämie auf 334,63 Euro.

Die beiden Tarife sind die einzigen, die bei diesem Musterfall die volle Punktzahl von 100 Punkten erreichten. Von den 87 untersuchten Tarifen erhielten insgesamt 24 die Bestnote sehr gut.

Franke und Bornberg unterzog die Versicherungen einem Härtetest anhand von 60 Kriterien. Besonders kritisch waren die Experten bei der Erstattung von Schäden am eigenen Fahrzeug. Denn im Schadenfall kommt es auf das Detail an: „Zum Beispiel sollte bei einem Marderbiss nicht nur der direkte Kabelschaden, sondern auch Folgeschäden abgedeckt sein“, sagt Michael Franke, Geschäftsführer von Franke und Bornberg. Die Vollkaskoversicherung sollte grundsätzlich auch für alle Schäden aufkommen, die Tiere verursachen.

Die Versicherungsexperten raten auch dazu, dass die Vollkaskoversicherung eine hochwertige Neupreisentschädigung umfasst: „So können Autobesitzer sicher sein, dass sie bei einem Totalschaden in den ersten 24 Monaten nach dem Kauf den Neuwert des Autos ersetzt bekommen“, sagt Franke.

Portale sind oft nicht neutral

Die Ergebnisse geben Anhaltspunkte bei der Suche, müssen aber im individuellen Einzelfall nicht immer die beste Lösung sein: „Versicherungen schätzen die Gefahren in Städten und Gemeinden unterschiedlich ein. Das kann zu erheblichen Unterschieden bei den Versicherungsprämien führen“, erklärt Franke.

Auch die Nachfrage beim eigenen Versicherer kann sich lohnen. „Die meisten Versicherungsunternehmen bringen jedes Jahr aktualisierte und eventuell günstigere Tarife heraus, daher ist zur Prämienersparnis unter Umständen kein Anbieterwechsel notwendig, sondern lediglich ein Wechsel in einen neuen Tarif der eigenen Versicherung“, so die Empfehlung von Bianca Boss.

Bei sogenannten Vergleichsportalen sollten Versicherte kritisch sein. Denn häufig stecken hinter den Vergleichsseiten Versicherungsmakler. Dort werden oft Tarife von Versicherungen bevorzugt, mit denen das Portal als Makler einen Vertrag hat. Ein umfassender und neutraler Vergleich ist mit einem Vergleichsportal allein nicht möglich.

Mehr: Der Markt für Finanzportale kommt in Bewegung. Mit Joonko bringt die Tech-Schmiede Finleap ein neues Vergleichsportal an den Start – zunächst für Kfz-Versicherungen.

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