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Elementarversicherung – Schutz vor Naturkatastrophen

bbx.de-Logobbx.de 22.03.2019 Richard Reich
Mit einer Elementarversicherung hält man stets die schützende Hand über das eigene Zuhause. © shpakdm - 407302093 / Shutterstock Mit einer Elementarversicherung hält man stets die schützende Hand über das eigene Zuhause.

Um den finanziellen Schaden nach Starkregen oder Überschwemmungen möglichst gering zu halten, lohnt sich der Abschluss einer Elementarversicherung für das eigene Haus. Diese ist ein Zusatz zur Hausratversicherung oder Gebäudeversicherung und schützt vor Naturrisiken, die nicht von der Gebäudeversicherung abgedeckt sind. Wer überlegt, eine Versicherung gegen elementare Schäden abzuschließen, sollte sich über das Eintrittsrisiko einer Naturkatastrophe Gedanken machen und verschiedene Versicherer vergleichen, um den bestmöglichen Schutz zu erhalten.

Brauche ich eine Elementarversicherung?

Viele Versicherungsnehmer fragen sich, wie sinnvoll eine Elementarversicherung ist. Diese Art Versicherung ist ein Zusatz zur Gebäudeversicherung und deckt Schäden durch Natur-Risiken ab, die in der Gebäudeversicherung nicht versichert sind. Die Gebäudeversicherung deckt Schäden durch:

  • Blitzschlag
  • Explosion und Feuer
  • Überspannung
  • Leitungswasser, zum Beispiel Schäden durch austretendes Wasser nach einem Rohrbruch
  • Sturm, meist ab Windstärke 8
  • Hagelschlag
  • sowie weitere Folgeschäden aus diesen Schäden

Zunächst sei gesagt, dass keinerlei Pflicht besteht, eine Versicherung für Elementarschäden abzuschließen. Trotzdem kann es sinnvoll sein, das eigene Heim mitsamt Hausrat elementar zu versichern.

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Die Kosten durch Elementarschäden lagen 2007 noch bei durchschnittlich 2500€. Nur fünf Jahre später, im Jahr 2013, sind diese Kosten auf 7200€ angestiegen. Muss ein Haus aufgrund von Schäden durch eine Überschwemmung abgerissen werden, sind die Kosten meist so hoch, dass der finanzielle Ruin droht. Dazu kommt, dass keine staatliche Hilfe zu erwarten ist, wenn man sich nicht um einen angemessenen Schutz vor Naturrisiken bemüht hat. Das heißt, wer sein Haus zu keinem Zeitpunkt elementar versichern lassen wollte, bekommt keine Hilfe vom Staat. Sollten Versicherer es ablehnen, eine Elementarversicherung abzuschließen, sollte dies schriftlich festgehalten werden. Dieses Dokument kann im Ernstfall als Beweis der Bemühung dienen und staatliche Hilfe sichern.

Eine Elementarversicherung kann sowohl für Mieter als auch für Vermieter und Eigentümer sinnvoll sein.

Das Risiko richtig einschätzen

Wie bei so vielen Versicherungen errechnet sich der Versicherungsbeitrag unter anderem aus dem bestehenden Risiko eines Elementarschadens. Um Transparenz zu schaffen und das Risiko schnell bewerten zu können, haben Versicherer ein Zonierungssystem für Überschwemmungen, Rückstau und Starkregen (ZÜRS) eingeführt. Dabei legt jeder Versicherer die Zonen selbst fest, was zu Kostenunterschieden führen kann.

  • Zone 1: Hochwasser weniger als alle 200 Jahre
  • Zone 2: Hochwasser alle 50-200 Jahre
  • Zone 3: Hochwasser alle 10-50 Jahre
  • Zone 4: Hochwasser mindestens alle 10 Jahre

In welcher Zone man wohnt, kann man beim Versicherer erfragen. Je höher das Risiko eingeschätzt wird, desto mehr Sinn macht eine Elementarversicherung.

Die Elementarversicherung deckt nicht nur Schäden durch Wasser ab, auch vor vielen anderen Risiken sind die Versicherer geschützt. Die Betroffenen wissen meist selbst, ob ein Risiko für den Eintritt der folgenden Naturereignisse besteht. Wer sich nicht sicher ist, kann beim Versicherer nachfragen.

  • Starkregen: Innerhalb von wenigen Stunden fällt eine so große Menge an Regen wie sonst in einem Monat. Der Erdboden und Abflüssen können die Wassermassen nicht mehr aufnehmen. Das führt zu gefluteten Grundstücken, Straßen und Gebäuden.
  • Überschwemmung und Hochwasser: Durch starken Regenfall wird ein Grundstück überschwemmt und Wasser dringt ins Haus ein.
  • Rückstau: Nach starkem Regenfall schottet die Rückstauklappe das zulaufende Wasser ab. So kann kein Regenwasser mehr über die innen liegenden Grundleitungen ablaufen und es kommt zu einem Anstieg des Regenwassers im Keller.
  • Erdbeben: Bei einem Erdbeben kann es zu Rissen in der Hauswand oder umgestürztem Hausrat kommen.
  • Erdsenkung: Anhaltender Starkregen kann auf Dauer ein Gebäude umspülen, dabei senkt sich das Gebäude und es kommt zu Rissen im Mauerwerk.
  • Erdrutsch: Nach einem starken Unwetter können Erdmassen auf Hanglagen in Bewegung kommen und nah gelegene Häuser umspülen.
  • Schneedruck: Während starkem oder häufigem Schneefall können sich große Schnee-Massen auf einem Hausdach ansammeln. So kann es zu Schäden am Dach oder im schlimmsten Fall dem Einsturz des Daches kommen. Häufig sind Flachdächer betroffen.
  • Lawinen: Niedergehende Eismassen oder Schneemassen können Häuser am Fuße eines Berges gefährden.
  • Vulkanausbruch: Dieses Risiko ist zwar überschaubar, aber dennoch nicht zu unterschätzen. In der Eiffel finden sich einige noch aktive Vulkane, aus denen Gase austreten. Auch Erdbewegungen sind nicht auszuschließen.

Nicht versichert sind Schäden, die durch Ereignisse ohne natürlichen Ursprung entstehen. Wenn zum Beispiel ein Wohnhaus in Folge eines Einsturzes von einem Bergbaustollen absinkt, greift die Elementarversicherung nicht.

Was bei der Elementarversicherung zu beachten ist

In einer Elementarversicherung können nur Häuser geschützt werden, die ständig bewohnt sind. Beim Vergleich der Versicherer sollte auf die Details geachtet werden. Wichtige Elemente beim Vertragsabschluss sind zum Beispiel Selbstbeteiligung, Wartezeiten und die Höchstentschädigungsgrenze. Der Versicherungsschutz umfasst:

  • Die Trockenlegung und Sanierung des betroffenen Gebäudes
  • Anfallende Reparaturen in und am Gebäude
  • Falls erforderlich den Abriss oder Abbruch des entsprechenden Gebäudes
  • Die Errichtung eines gleichwertigen Ersatzbaus

Mitversichert werden kann auch die Erstattung der Kosten für eine Unterkunft, falls eine benötigt wird und eine Kostenerstattung bei Mietausfällen, weil das Gebäude vorübergehend nicht nutzbar ist. Beim Vergleich verschiedener Anbieter sollte auch die Garage oder wenn vorhanden, das Gartenhäuschen nicht vergessen werden, sofern sich dort Hausrat befindet. Spätestens bei Abschluss der Elementarversicherung sollte eine mögliche Unterversicherung aufgehoben werden.

Wird die zusätzliche Elementarversicherung vom Versicherer für Hausratversicherung oder Gebäudeversicherung abgelehnt, muss ein neuer Versicherungsanbieter gefunden werden. Es ist auch möglich, bei einem öffentlich-rechtlichen Versicherer anzufragen.

Risiken minimieren und Absicherung maximieren

Eine Versicherung gegen elementare Schäden schützt vor Schäden, die durch Naturereignisse wie Überschwemmungen entstehen. Wer in Risikogebieten lebt, kann davon profitieren, sich abzusichern und sollte sich umgehend bei seinem Versicherer über die Elementarversicherung informieren. Der Schutz des eigenen Hauses ist auch ein Schutz der Familie  – und was ist wichtiger als die Familie?

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