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Gute Steuersoftware gibt es schon für kleines Geld

Finanztip-Logo Finanztip 17.05.2017 Udo Reuß

Es kostet einiges an Überwindung, eine Steuererklärung auszufüllen. Und für geschätzt jeden Vierten von fast 40 Millionen Arbeitnehmern ist das vermutlich der Hauptgrund, keine Erklärung abzugeben. Doch damit verschenken sie eine Menge Geld. Denn im Durchschnitt gibt es eine Rückerstattung um die 900 Euro. Es kann also ein ordentlicher Stundenlohn herausspringen – aber nur, wenn Sie beim Ausfüllen der lästigen Formulare zügig vorankommen.

Wer sich schon in den vergangenen Jahren intensiv mit seiner eigenen Steuererklärung beschäftigt hat, sich mit den grundlegenden steuerrechtlichen Begriffen auskennt und sich bereits selbst durch die schwer verständlichen Formulare vom Finanzamt gequält hat, der kommt möglicherweise auch gut zurecht mit dem kostenlosen Steuerprogramm der Finanzverwaltung: Elster-Formular.

Laien tun sich schwer mit Elster-Formular und verschenken oft Geld, weil sie nicht wissen, was sie wo eintragen können und sollten, um Steuern zu sparen. Die meisten Bürger sind daher besser beraten, wenn sie für ihre Steuererklärung eine kommerzielle Software verwenden. Diese bietet umfangreiche Informationen zum Steuerrecht, Steuer-Spar-Tipps, Musterbriefe und manchmal sogar umfassende Bücher. Die Steuererklärung wird im Hintergrund erstellt, indem der Nutzer eine Reihe von Fragen zu seiner individuellen Situation beantwortet. Die Eingaben prüft das Programm automatisch und berechnet die Steuer vor Abgabe der Erklärung. Dafür ist jedes Jahr die aktuelle Software erforderlich. Für die Steuererklärung 2016 trägt diese die Jahreszahl 2017 im Namen des Programms. Die neuen Steuerprogramme liegen überwiegend schon ab Ende November in den Läden. In der Regel sind zu Jahresanfang noch einige Aktualisierungen nötig, sodass ein Update eingespielt werden muss. Das ist aber im Preis drin.

Wie Sie das richtige Programm finden

Neben der Komplexität des eigenen Steuerfalls spielt ein weiterer Punkt für die Auswahl der passenden Software eine wichtige Rolle: Wie gut kommen Sie mit der Bedienung und Benutzerführung zurecht? Die meisten Desktop-Programme bieten zwei unterschiedliche Möglichkeiten der Bearbeitung an: die Interview-Form beziehungsweise Roter Faden auf der einen Seite, die sich insbesondere für Laien eignet. Oder die zeitsparendere Variante einer direkten Formularbearbeitung. Dies bietet sich Nutzern mit Steuererklärungserfahrung an.

Doch welche Software ist für die Steuererklärung 2016 die beste? Das Verbraucherportal Finanztip hat Tests in verschiedenen Fachzeitschriften analysiert, deren Ergebnisse zusammengefasst und daraus Empfehlungen entwickelt.

Wir sind zu der Erkenntnis gelangt, dass für einfachere Fälle preiswerte Software genügt. Wir empfehlen hierfür Tax 2017 (Buhl Data) und Quicksteuer 2017 (Haufe-Lexware) mit 89 Prozent in der Finanztip-Bewertung.

Die Finanztip-Empfehlungen für einfache Steuerfälle

Laien kommen mit Quicksteuer ganz gut zurecht. Vorkenntnisse sind nicht zwingend notwendig. Bei steuerrechtlichen Fragen hilft die umfassende Wissens-Datenbank. Für Arbeitnehmer und Rentner ist das Programm für rund 15 Euro eine solide Lösung – insbesondere aufgrund der Ausfüllhilfe, die falsche oder unvollständige Einträge verhindern soll.

Gute Steuersoftware gibt es schon für kleines Geld © Frank Rumpenhorst/dpa Gute Steuersoftware gibt es schon für kleines Geld

Die günstigere Softwarelinie von Buhl Data ist Tax. Der Einstiegspreis beträgt 15 Euro, für Abonnenten 13 Euro. Das Programm ist für Arbeitnehmer, Rentner, Pensionäre, Vermieter und Kapitalanleger geeignet und lässt sich für bis zu fünf Steuererklärungen innerhalb eines Haushalts nutzen. Vorjahresdaten kann das Programm übernehmen. Zudem kann der Nutzer die Steuererklärung komplett papierlos abgeben, weil die Software die Elster-Authentifizierung für den Belegabruf (vorausgefüllte Steuererklärung) beherrscht. Damit ist Tax von Buhl Data der Preis-Leistungs-Sieger für die Masse der nicht so komplizierten Steuerfälle.

Selbstständige, Gewerbetreibende und Landwirte könnten zwar die erforderlichen Anlagen damit ebenfalls erstellen, sind aber mit einer höherwertigeren Software – zum Beispiel dem Wiso Steuersparbuch – meist besser beraten. Damit sind dann auch Umsatz- und Gewerbesteuererklärungen sowie Umsatzsteuervoranmeldungen möglich.

Premium-Programme für aufwendigere Steuerfälle

Von den Premium-Programmen, die in erster Linie Selbstständige und Gewerbetreibende benötigen, empfehlen wir: Wiso Steuer-Sparbuch (Buhl) und Taxmann 2017 (Haufe-Lexware).

Aus der Vielfalt der Steuerprogramme sticht das Wiso Steuersparbuch heraus. Jahr für Jahr kann sich dieses Programm einen Spitzenplatz in diversen Tests ergattern – zum Beispiel bei „Computer Bild“ zum fünften Mal in Folge. Das Programm enthält zahlreiche Videos und umfassende Fachinformationen, sodass sich Nutzer bei den häufig vorkommenden Ungewissheiten, die das Steuerrecht mit sich bringen, innerhalb der Software schlau machen können. Sie können ihre Erklärung auf dem Desktop bearbeiten, auf dem Tablet oder im Browser.

Beim Erstkauf kostet das Wiso Steuersparbuch regulär 35 Euro, für Abonnenten ist es 5 Euro günstiger. Als Download bekommen Sie das Steuersparbuch oft billiger – beispielsweise bei der Download-Plattform Softwareload.

Die aktuelle Version 2017 bietet ein neues nicht zu unterschätzendes Feature: Es kürzt die umständliche Prozedur bei der Authentifizierung für den Belegabruf ab, sodass eine komplett papierlose Erstellung der Steuererklärung möglich ist. Sie müssen kein unterschriebenes Formular beim Finanzamt einreichen. Daten etwa von der Lohnsteuer-Bescheinigung können recht einfach für die Steuererklärung übernommen werden. Assistenten unterstützen zudem die Erstellung der Umsatz- und Gewerbesteuererklärung. Somit können beispielsweise Photovoltaik-Anlagenbetreiber ihre gewerblichen Einkünfte damit erklären.

Neu empfehlen wir Taxman 2017. Haufe-Lexware hat in der aktuellen Version für die Steuererklärung 2016 die Bedienoberfläche umfassend überarbeitet. Der Rechenkern ist derselbe wie bei der Steuersparerklärung des Mitbewerbers Akademische Arbeitsgemeinschaft. Taxman 2017 führt den Nutzer zunächst mithilfe eines Einstiegsinterviews durch seinen Fall. Gut gelöst ist das Einscannen von Belegen mithilfe des Belegmanagers. Quittungen im Format PDF, JPG oder DOC können verwaltet und einfach zugeordnet werden. Sehr umfassend fällt das Begleitmaterial aus. Im Preis von 30 Euro ist ein 550-seitiges Steuerbuch inklusive; in der Download-Version kann es als PDF heruntergeladen werden. Letztlich ist Taxman 2017 also 5 Euro günstiger als der Mitbewerber Wiso Steuersparbuch.

Die Finanztip-Empfehlungen für Online-Steuerprogramme

Bei den Browser-Anwendungen überzeugen wie im Vorjahr am meisten: Wiso Steuer-Web und Smartsteuer.

Wer sich für eine Online-Steuererklärung begeistern kann, dessen erste Wahl sollte Wiso Steue-Web sein. Faktisch steckt hier das Wiso Steuersparbuch drin – die Onlinefassung kostet auch genauso viel. Wem die 35 Euro zu viel sind, der kann sich für Smartsteuer entscheiden, das nur 15 Euro kostet. Für einfachere Fälle genügt dies durchaus. Eine neue praktische Funktionalität ist das Einscannen und Verwalten von Belegen. Bei „Finanztest“ hat Wiso Steuer-Web allerdings ein ganzes Stück besser abgeschnitten (Note 2,45 versus 3,2).

Kosten für Steuersoftware absetzbar

Zum Schluss noch eine gute Nachricht: Die durchaus überschaubaren Kosten für eine Steuersoftware dürfen Sie als Steuerberatungskosten komplett absetzen. Denn obwohl der Aufwand sowohl den beruflichen als auch den privaten Bereich berührt, akzeptiert das Finanzamt Mischkosten bis zu 100 Euro in vollem Umfang. Heben Sie den Kaufbeleg auf und geben Sie den Betrag bei den Werbungskosten an.

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