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Mehr Geld für Alle: Azubis ohne Kohle? Zuschüsse helfen!

Berliner Kurier-Logo Berliner Kurier 13.02.2018 berliner-kurier
Auszubildender beim Schweißen: Mehr Geld für Alle: Azubis ohne Kohle? Zuschüsse helfen! © dpa Mehr Geld für Alle: Azubis ohne Kohle? Zuschüsse helfen!

Seinen Wunsch-Ausbildungsplatz als Industriemechaniker fand Patrick W. bereits während seiner Schulzeit. Nette Kollegen, interessante Aufgaben, gutes Ausbildungsgehalt – zum Start seiner Ausbildung stimmte alles und der Azubi plante bis zum Ausbildungsende bei seiner Mutter in Biesdorf zu wohnen.

Doch dann kam alles anders: Seine Mutter hat sich verliebt und würde gerne mit ihrem neuen Partner zusammenziehen. Außerdem hat Patricks Arbeitgeber den Standort in Hoppegarten, an dem er bisher arbeitete, geschlossen. Die Ausbildung muss der 20-Jährige in Spandau fortsetzen. Deshalb ist er jetzt täglich bis zu drei Stunden mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs.

Es bleiben 165 Euro pro Monat

Dann kommt das Angebot eines Kollegen: Patrick könnte seine großzügig geschnittene Ein-Raum-Wohnung in Spandau übernehmen. Die Wohnung kostet im Monat 480 Euro Miete warm. Wenn Patrick in die Wohnung zieht, wären alle Probleme der kleinen Familie, auf einen Schlag gelöst.

Doch die Mietkosten scheinen Patrick auf den ersten Blick unerschwinglich: Als Industriemechaniker im dritten Lehrjahr verdient der Azubi zwar immerhin 1020 Euro, von denen ihm 812 Euro bleiben. Abzüglich der Miete blieben ihm noch 332 Euro im Monat, von denen an Fixkosten weitere 45 Euro für Strom, 35 Euro für Mobilfunk, 57 Euro für die Monatskarte und 30 Euro fürs Fitnessstudio abgehen.

Nach allen Abzügen hätte er für seinen Lebensunterhalt nur 165 Euro im Monat. Pro Woche stehen ihm dann rund 40 Euro für Essen, Kleidung und Freizeit zur Verfügung. Außerdem ist sein Computer kaputt gegangen. Demnächst braucht er einen neuen, damit er sich besser auf die Prüfung vorbereiten kann.

Finanzielle Unterstützung vom Staat

Doch ganz so trübsinnig, wie Patrick denkt, ist seine Lage nicht. Denn nach seinem Auszug erhält er zusätzlich die 192 Euro Kindergeld, das bisher auf das Konto seiner Mutter überwiesen wurde und für den gemeinsamen Haushalt ausgegeben wurde.

Patrick steht das Kindergeld zu, weil er jetzt alleine wohnt und von seiner Mutter, die im Monat 1100 Euro netto verdient, nicht finanziell unterstützt wird. Wenn die Eltern das Kindergeld nicht freiwillig an Söhne oder Töchter abgeben, die bereits ausgezogen sind, können die Kinder es von ihnen einfordern.

Außerdem gibt es für Azubis, bei denen es finanziell eng ist, die Berufsausbildungsbeihilfe (BAB). Auszubildende mit geringem Einkommen, die nicht zu Hause wohnen können können bis zu 635 Euro Unterstützung pro Monat erhalten. Die Anträge müssen beim Jobcenter gestellt werden.

Wie viel Zuschuss es gibt, hängt vom Lohn, von den Fahrtkosten und auch vom Verdienst der Eltern oder des Partners ab. Ob ein Anspruch besteht, lässt sich leicht prüfen auf der Internetseite babrechner.arbeitsagentur.de. Patrick erhält nach seinem Antrag noch weitere 36 Euro an Beihilfe. 

Bildungskredite sind möglich

Azubis, die keine Beihilfe von der BAB bekommen, haben trotzdem Chancen auf einen Zuschuss zur Miete. Sie können bei den Wohnungsämtern der zuständigen Bezirksämter Wohngeld beantragen. Vorlegen dafür müssen sie unter anderem den Ablehnungsbescheid für die BAB und Nachweise, dass sie die Kosten für die eigene Wohnung selbst bestreiten müssen.

Für größere Anschaffungen wie Patricks Computer oder um zum Beispiel ein Praktikum im Ausland zu machen, können Auszubildende auch einen Bildungskredit von bis zu 7200 Euro beantragen. Der Zinssatz, zu dem das Geld zurück gezahlt wird, ist mit 0,87 Prozent sehr günstig.

Auch für einen Umzug können Azubis einen Zuschuss erhalten. Beantragt werden muss der beim Jobcenter. Ob er bewilligt wird, entscheiden die Vermittler von Fall zu Fall. Auszubildende müssen in jedem Fall nachweisen, dass der Umzug für die Ausbildung notwendig ist. 

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