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Mit Paypal Freunden Geld senden und Händler bezahlen

Finanztip-Logo Finanztip 07.01.2017 Josefine Lietzau

Mit Paypal können Verbraucher online bezahlen und Geld an Privatleute senden. © dpa, Lukas Schulze Mit Paypal können Verbraucher online bezahlen und Geld an Privatleute senden.

Die CD der Lieblingsband gibt es nur in einem Onlineshop aus Korea, die beste Freundin ist in den USA und hat kein Geld mehr – vor Jahren ließen sich solche Situationen nur per Kreditkarten-Zahlung und teuren Geldtransfers lösen. Inzwischen haben Online-Bezahldienste den Markt umgekrempelt. Paypal ist der wohl bekannteste davon. Kein Wunder, denn das Unternehmen bearbeitete nach eigenen Angaben 2015 weltweit fast fünf Milliarden Zahlungen mit einem Volumen von 282 Milliarden US-Dollar. Im dritten Quartal 2016 nutzen 192 Millionen Menschen aktiv den Dienst, der seit 2015 an der Börse notiert ist. Finanztip zeigt, was Sie über Paypal wissen sollten - und wo sie aufpassen müssen.

Wenn Verbraucher in Deutschland sich bei Paypal anmelden wollen, müssen sie mindestens 18 Jahre alt sein, einen Wohnsitz in Deutschland haben und über ein Girokonto oder eine Kreditkarte verfügen. Konto oder Karte brauchen sie, um ihr Paypal-Konto damit zu verknüpfen. Das müssen sie beim Anmelden auch bestätigen: bei der Kreditkarte, indem sie einen Code im Paypal-Konto eingeben, beim Girokonto entweder mit einem Code oder einer Überweisung. Die Daten der Kreditkarte oder des Kontos gelten jedoch nicht als Kontonummer bei Paypal, dazu dienen eine oder mehrere E-Mail-Adressen des Nutzers.

Weitergabe der Daten an US-Behörden

Kunden müssen neben ihrem Namen und ihrer E-Mail-Adresse auch ihre Post-Adresse und die Telefonnummer nennen. Paypal speichert diese Daten an unterschiedlichen Standorten, dazu gehören auch Server in den USA. Der Bezahldienst gibt in seinen Datenschutzgrundsätzen an, dass das Unternehmen verpflichtet sei, die Daten unabhängig vom Standort „angemessen“ zu schützen. Allerdings urteilte zum Beispiel der Europäische Gerichtshof, dass persönliche Daten in den USA nicht sicher auf Server wären, da die Geheimdienste auf die Daten zugreifen dürfen (Rechtssache C-362/14 - Schrems). Paypal prüft nach eigenen Angaben noch, welche Auswirkungen das Urteil auf das Unternehmen hat.

Außerdem zeigt Paypal den Namen, die E-Mail-Adresse und die Telefonnummer auch anderen Nutzern an, wenn diese Geld schicken oder empfangen. Der Anbieter gibt jedoch Daten zum Girokonto oder zur Kreditkarte nicht an die Empfänger weiter. Er verschlüsselt die Nutzerinformationen während der Überweisung über das sichere Netzwerkprotokoll TLS (der Nachfolger des SSL-Protokolls).

Gebühren für das Konto und beim Bezahlen

Paypal-Nutzer können sowohl Geld an andere Nutzer überweisen als auch Geld empfangen, sofern beide Parteien beim Bezahldienst registriert sind. Das Paypal-Konto ist für Privatpersonen und auch für Händler kostenlos.

An anderen Stellen können jedoch Gebühren anfallen. Das ist bei privaten Nutzern der Fall, wenn sie Geld an andere Privatleute versenden und ihr eigenes Paypal-Konto mit einer Kreditkarte verknüpft ist. Bekommen sie selber Geld, ist das kostenfrei.

Bei Händlern sieht das anders aus. Sie müssen in Deutschland 35 Cent sowie 1,9 Prozent des Umsatzes für jeden Geldeingang zahlen. Diese Kosten sind abhängig vom Land: In Österreich fallen für Händler zum Beispiel deutlich mehr Gebühren an, nämlich 35 Cent plus 3,4 Prozent des Umsatzes. Paypal verlangt zudem weitere Gebühren von Händlern und Privatleuten, sobald die Zahlung in unterschiedlichen Währungen erfolgt.

Einfaches Bezahlen mit Paypal

Kunden laden ihr Konto auf, indem sie entweder selber Geld einzahlen oder aber Paypal anweisen, Geld vom Girokonto oder der Kreditkarte abzubuchen. Wenn sie Geld senden oder einen Händler bezahlen, so wählt das Unternehmen eine der folgenden Quellen aus, sofern vorhanden: 1. Paypal-Guthaben, 2. Lastschrift, 3. Kreditkarte, 4. Banküberweisung. Die Kunden können aber meist auch selbst zwischen den Zahlungsquellen entscheiden.

Paypal sperrt bei manchen Transaktionen Geldquellen. So funktioniert zum Beispiel das Lastschriftverfahren nicht immer. Die Firma begründet dies mit seinem Sicherheitsprogramm, das zum Beispiel bei hohen Kaufbeträgen anschlägt. Aber auch fehlgeschlagene Lastschriften führen dazu, dass Paypal diese Geldquelle nicht mehr akzeptiert.

Ein Guthaben auf dem Paypal-Konto ist nicht nötig, um Geld zu verschicken. Der Bezahldienst belastet einfach das Girokonto oder die Kreditkarte mit dem restlichen oder dem gesamten Betrag. Anders sieht es aus, falls das Paypal-Konto ins Minus gerät: Kunden müssen es zunächst ausgleichen, erst danach können sie wieder Geld senden. Da das Unternehmen bei Lastschriften das Kreditrisiko übernimmt, holt es in solchen Fällen eine Bontitätsauskunft ein.

Das überwiesene Geld geht sofort an den Empfänger, Wartezeiten wie bei Banküberweisungen gibt es nicht. Das ist einer der großen Wettbewerbsvorteile von Paypal gegenüber Überweisungen. Denn so verkürzen sich oft die Lieferzeiten, schließlich müssen die Händler nicht auf den Geldeingang warten, sondern können die Ware sofort versenden.

Falls der Händler es anbietet, können Kunden über Paypal auch in Raten bezahlen. Dabei stehen abhängig vom Verkäufer unterschiedliche Zahlungspläne zur Auswahl. Es fallen Zinsen an.

Nie auf Links in Mails klicken

Kriminelle verschicken immer wieder gefälschte E-Mails, mit denen sie Verbrauchern die Log-in-Daten für Paypal abluchsen wollen. Dabei geben die Absender oft vor, dass ein Sicherheitsproblem bestehe und die Nutzer ihre Daten verifizieren müssten. Klicken Sie niemals auf Links in solchen Mails. Loggen Sie sich stattdessen immer im Browser ein und schauen Sie in Ihrem Paypal-Konto gegebenenfalls nach, ob wirklich etwas vorliegt.

Praktischer Käuferschutz

Falls beim Kauf etwas schiefgeht, können Verbraucher einen Antrag auf Käuferschutz stellen. Sie bekommen den Kaufpreis zum Beispiel zurück, wenn der Händler das Produkt nicht verschickt hat. Kam das versandte Paket einfach nicht an, lehnt Paypal den Käuferschutz allerdings ab.

Der Käuferschutz kann auch greifen, falls die Ware „erheblich“ von der Artikelbeschreibung abweicht. Dabei müssen die Käufer das Produkt zunächst auf eigene Kosten an den Händler zurücksenden. Sie sind verpflichtet, sich in jedem Fall zuerst an ihn zu wenden, bevor sie das Problem bei Paypal melden.

Der Käuferschutz existiert nicht bei allen Waren, so sind zum Beispiel Gutscheine ausgeschlossen. Auch die Verkäufer werden geschützt, zum Beispiel gegen Rückbuchungen.

Die Nutzer können Guthaben auf ihrem Paypal-Konto auch auf ihr Girokonto überweisen. Viel Guthaben sollte ohnehin nicht auf dem Paypal-Konto liegen. Schließlich gibt es bei dem Bezahldienst keine Zinsen, und das Geld ist auch nicht über eine Einlagensicherung geschützt. Es ist also besser auf einem Tagesgeldkonto aufgehoben.

Weitere Bezahldienste

Paypal ist nicht der einzige Anbieter, bei dem Verbraucher ihr Girokonto zum Bezahlen im Internet nutzen können. In Deutschland startete 2015 zum Beispiel Paydirekt, ein Projekt der deutschen Privatbanken, der genossenschaftlichen Banken und der Sparkassen. Bei diesem Dienst werden die Daten in Deutschland gespeichert, und Verbraucher müssen keine Daten zu ihren Konten an einen Drittanbieter weitergeben. Ob das reicht, den Branchenriesen Paypal zu schlagen, bleibt abzuwarten.

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