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Paket zu spät: Immer Ärger mit der Post

bbx.de-Logobbx.de 08.01.2017 Gerrit Wustmann
Paket zu spät: Immer Ärger mit der Post © belchonock / 123rf Paket zu spät: Immer Ärger mit der Post

Wer kennt das nicht: Man erwartet ein Paket, und es kommt einfach nicht. Oder der Paketbote wirft einen Benachrichtigungsschein in den Briefkasten, obwohl man zu Hause ist. Die Verbraucherzentrale hat nun ein Portal für Verbraucherbeschwerden eingerichtet. Was taugt es?

Pakete kommen zu spät oder gar nicht, werden beim Nachbarn oder im Hausflur deponiert, sind beschädigt oder schlicht nicht mehr auffindbar. Es ist ein Ärger, der viele Verbraucher plagt und der einem bei jedem Paketdienstleister passieren kann. Woran liegt es? Schlampigkeit, schlechte Organisation, Unlust? Oder einfach daran, dass immer mehr Auslieferer zu Dumpinglöhnen bei Subunternehmern angestellt werden und auch noch ihr eigenes Auto verschleißen müssen? Wer ein hohes Sendungsaufkommen hat, kann den Qualitätsverlust der letzten Jahre bestätigen. Und auch den Frust, der aufkommt, wenn man bei Beschwerden mit den immer gleichen Worthülsen abgefertigt wird.

Verbraucherzentrale will im Zweifelsfall abmahnen

Unter Paket-Ärger.de haben die Verbraucherzentralen nun ein neues Portal eingerichtet, auf dem Kunden von ihren Erlebnissen berichten können. Die Dienstleister haben dann vierzehn Tage Zeit, um Stellung zu beziehen. Ob der öffentliche Druck am Ende auch wirkt, ist eine andere Frage. Immerhin: Die Verbraucherzentrale will nicht nur informieren, sondern je nach Fall auch konkrete Schritte einleiten. Auf der Website heißt es dazu: „Eklatante Verstöße gegen geltendes Recht werden wir abmahnen und falls nötig auf dem Klageweg verfolgen. Aus unseren Erkenntnissen formulieren wir zudem verbraucherrechtliches und -politisches Verbesserungspotential.“

Auf einer Infoseite gibt es ein paar überschaubare Tipps für Absender und Empfänger, die aber leider über Selbstverständlichkeiten kaum hinausgehen. Wirkliche Lösungsansätze für renitente Lieferfahrer und Dienstleister finden sich nicht. Außerdem sollen Fragen von Verbrauchern konkret beantwortet werden. Aber auch das ist wenig ergiebig. Auf die Frage nach dem Verlust eines Päckchens wird lapidar auf die Websites von DHL und Hermes verwiesen. Womit der fragende Kunde wieder am Anfang steht. Denn googeln kann er mit Sicherheit selbst. Zudem wird bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf die Sendungsnummer hingewiesen. Dass es auch trotz Tracking zu Problemen kommen kann und dass viele Menschen auf günstigere Versandoptionen ohne Tracking ausweichen, scheint eine untergeordnete Rolle zu spielen.

Wirkliche Hilfe: Fehlanzeige

Aber wie sieht es mit den konkreten Beschwerden und den Antworten der Anbieter aus? Immerhin rund 570 Beschwerden monatlich erhält die Verbraucherzentrale laut eigener Auskunft. Da berichtet zum Beispiel ein Kunde den doch recht krassen Fall eines Paketfahrers von DHL, der ein Paket einfach über einen hohen Zaun aufs Grundstück warf und sich dann ganz schnell aus dem Staub machte. Die komplette Stellungnahme von DHL dazu lautet: „Der Paketdienstleister hat uns hierzu nicht fristgerecht eine Stellungnahme abgegeben.“ Die Verbraucherzentrale listet dann auf, wogegen der Dienstleister in diesem Fall verstoßen hat und gibt ein paar Tipps, die nicht wirklich zielführend sind. Und so ist es leider in fast allen Fällen. Halbgare Stellungnahmen und Worthülsen seitens der Verantwortlichen. Unterm Strich steht der Kunde im Regen. Mit oder ohne Paket-Ärger.de. Immerhin: Netter Versuch.

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