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Wasserhahn, Klingel: Mieter oder Vermieter – wer muss Kleinreparaturen übernehmen?

Hamburger Morgenpost-Logo Hamburger Morgenpost 13.02.2018 mopo
Tropfender Wasserhahn: Mieter oder Vermieter – Wer muss Klein-Reparaturen übernehmen? © dpa Mieter oder Vermieter – Wer muss Klein-Reparaturen übernehmen?

Die Gegensprechanlage ist kaputt, die Armatur an der Spüle leckt, und jetzt klemmt auch noch der Fenstergriff. Und das alles innerhalb von drei Monaten. In einer solchen Situation entbrennt häufig Streit zwischen Vermieter und Mieter, wer die Kosten für solche Reparaturen zu tragen hat.

Vermieter muss Wohnung in vertragsgemäßen Zustand halten

Der Vermieter ist zwar verpflichtet, die Wohnung während der Mietzeit in vertragsgemäßem Zustand zu halten. Dazu gehört grundsätzlich auch, dass er Reparaturen und Instandhaltungen vornehmen lässt und bezahlt. Die Kosten für Kleinreparaturen darf er jedoch in begrenztem Umfang auf den Mieter umlegen, erklärt der Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland.

Das muss dann im Mietvertrag vereinbart sein. Der erste Schritt für alle Betroffenen ist also, den Mietvertrag unter die Lupe nehmen. Enthält dieser keine Kleinreparaturklausel, dann muss der Vermieter für alle Kosten aufkommen.

Mietvertrag auf Kleinreparaturklausel checken

Gibt es eine solche Klausel, dann muss sie mehrere Anforderungen erfüllen: Es müssen sowohl ein angemessener Höchstbetrag pro Reparatur als auch die Höchstkosten pro Jahr festgelegt sein. Diese liegt meist bei 75 Euro, zulässig dürfte nach Angaben des Deutschen Mieterbundes aber auch ein Betrag von bis zu 110 Euro sein. Überschreiten die Reparaturen – also Gesamtbetrag plus Mehrwertsteuer – die festgelegte Grenze, müssen Mieter die Kosten nicht übernehmen. Der Vermieter darf sie in diesem Fall nicht auf seinen Mieter abwälzen – auch nicht anteilig.

Das gilt auch bei einer zweiten Obergrenze: Denn die Kosten aller Kleinreparaturen innerhalb eines Jahres dürfen nicht mehr als 300 Euro beziehungsweise sechs Prozent der Jahresmiete betragen.

Typischer Fall für Kleinreparaturen: der tropfende Wasserhahn

Außerdem muss die Klausel auf Teile beschränkt sein, die dem häufigen Zugriff des Mieters ausgesetzt sind, zum Beispiel Klingel, Schalter und Wasserhähne. Und schließlich darf die Klausel keine Formulierung enthalten, die den Mieter verpflichtet, die Reparatur selbst vornehmen zu lassen.

Ein typischer Fall für Kleinreparaturen ist der tropfende Wasserhahn – denn auf diesen Teil der Mietsache hat der Mieter meist direkt und häufigen Zugriff. Weitere Beispiel: Reparaturen an Installationsgegenständen für Elektrizität, Gas und Wasser, aber auch Heiz- und Kocheinrichtungen, Fenster- und Türverschlüsse, sowie unter Umständen auch Rollläden, Markisen oder Jalousien.

(dpa)

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