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50 Euro Eintritt für Notaufnahme? Kassenärztliche Vereinigung fordert Gebühr als Abschreckung

Brigitte-Logo Brigitte 11.07.2018 Saskia Fröhlich
KVN fordert 50 Euro Eintritt für Notaufnahmen © Shutterstock/John Panella KVN fordert 50 Euro Eintritt für Notaufnahmen

Notaufnahmen sind oft rappelvoll – und die Wartenden längst nicht nur Notfälle. Das beklagen jedenfalls Ärzte. Die Kassenärztliche Vereinigung fordert nun eine radikale Maßnahme.

Beinbruch, Herzattacke, Schlaganfall – alles Fälle für die Notaufnahme, keine Frage. Aber wie sieht es aus mit einem hustenden Kind oder dem Knieschmerz, der einen schon seit Wochen plagt? Keine "Notfälle" im engeren Sinne. Und doch sitzen oft genug Patienten mit eben solchen Wehwehchen in den Notfallambulanzen der Krankenhäuser. 

Um die zu entlasten, fordert die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) nun eine radikale Neuerung: eine Eintrittsgebühr von 50 Euro pro Patient. Das berichtet unter anderem die "Hannoversche Allgemeine Zeitung".

"90 Prozent der Kinder gehören hier nicht her"

"Wir müssen die Ströme der Patienten besser organisieren und leiten", zitiert die "HAZ" Mark Barjenbruch, Vorstandschef der KVN. Die Notaufnahmen seien die "Achillesferse der Versorgung". Mehr als 20 Millionen Besuche schätzten Krankenkassen dem Bericht zufolge jährlich bundesweit. Bei gut 82,5 Millionen Einwohnern eine stattliche Zahl.

Mit-Verursacher sind laut "HAZ" über-besorgte Eltern, die mit ihren Kleinen wegen Fieber oder Heiserkeit in die Ambulanz marschierten. Oder, wie es aus dem hannoverschen Kinderkrankenhaus auf der Bult heißt: "90 Prozent der Kinder gehören hier nicht her."

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Für die Einführung des "Eintritts" für Notaufnahmen sprechen sich dem Bericht zufolge auch die Verbände in Hessen und Bremen aus. Vorbild der Idee sei ein ähnliches Modell in Norwegen, erklärte KVN-Chef Barjenbruch im Interview. Allerdings müssten "echte Notfälle" von der Gebühr befreit sein. Maßgeblich dafür sei die Einschätzung eines Arztes.

Politik und Patientenvertreter kritisieren Idee

Erste Reaktionen aus der Politik fielen dagegen zunächst ablehnend aus. "Ich halte nichts davon, dass Patienten vor Betreten der Notaufnahme künftig ein Eintrittsticket lösen müssen", sagte laut "HAZ" etwa Niedersachsens Sozialministerin Carola Reimann (SPD). Auch die Niedersächsische Krankenhausgesellschaft wiegelte ab. 

Der Sozialverband Deutschland kritisierte zudem, eine solche "Zwangsgebühr" bekämpfe lediglich Symptome, nicht aber die Ursache für überlaufene Notaufnahmen: Gerade Patienten in ländlichen Gegenden hätten bei akuten Beschwerden oft keine Alternative zur Notfallambulanz.

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