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ADAC fordert 5000 Euro Entschädigung für VW-Kunden

DIE WELT-Logo DIE WELT vor 6 Tagen
ARCHIV - ILLUSTRATION - Ein E-Bike-Straßenwachtfahrer mit Handschuhen gibt am 01.06.2016 in Berlin bei einem Pressetermin Starthilfe bei einem defekten Pkw. (zu dpa «ADAC meldet Mitgliederrekord: 20-Millionen-Marke geknacktt» vom 01.09.2017) Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ © dpa ARCHIV - ILLUSTRATION - Ein E-Bike-Straßenwachtfahrer mit Handschuhen gibt am 01.06.2016 in Berlin bei einem Pressetermin Starthilfe bei einem defekten Pkw. (zu dpa «ADAC meldet Mitgliederrekord: 20-Millionen-Marke geknacktt» vom 01.09.2017) Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Früher galt der ADAC als Lobbygruppe der Autoindustrie, doch der Club geht auf Abstand zu den Herstellern. Jetzt fordert er Schadenersatz von VW in der Abgasaffäre. Der Zeitpunkt ist eine Provokation.

Der ADAC geht auf Konfrontationskurs mit Volkswagen und damit auf Abstand von der Autoindustrie. Ausgerechnet während der weltweit wichtigsten Automesse, der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt, fordert der Autofahrer-Club, dass VW auch die vom Abgasbetrug betroffenen europäischen Kunden entschädigen müsse wie die amerikanischen Volkswagenfahrer.

"Der ADAC sieht bei seiner Rechtsberatung seit Monaten eine stetig steigende Unzufriedenheit von VW-Besitzern", sagt Ulrich Klaus Becker, ADAC-Vizepräsident für Verkehr der WELT. Viele Club-Mitglieder fürchteten Wertverluste ihrer Fahrzeuge. "Rasche Klarheit ist nicht in Sicht, da zahlreiche Gerichtsverfahren anhängig sind und gleichzeitig Gewährleistungsfristen auslaufen", kritisiert Becker. "Bislang ist nicht geklärt, ob sich aus der Umrüstung Langzeitschäden ergeben, auch das ist zusätzlicher Unsicherheitsfaktor für die Verbraucher."

Der ADAC habe zwar bereits umgerüstete VW-Fahrzeuge getestet, bei denen durch ein Software-Update nun bessere Abgaswerte erzielt werden. Doch die Erfahrung, wie sich die Autos langfristig nach dem Software-Update verhalten, ob es beispielsweise zu einem vorzeitigen Verschleiß von Motorteilen kommt, gebe es bislang noch überhaupt nicht.

Dieselfahrer sollten 5000 Euro bekommen

"Es ist aus Sicht des ADAC höchste Zeit, eine vergleichbare, verbraucherfreundliche Wiedergutmachung auch für deutsche Kunden anzubieten", fordert Becker daher nun anlässlich der IAA. "Auch wenn dafür in Deutschland keine gesetzliche Verpflichtung besteht, so zeigt der Vergleich von VW in den USA mit einer Entschädigungszahlung von bis zu 5000 Dollar, dass eine Einigung im Sinne der Verbraucher möglich ist."

Auch in Europa müsse das der Rahmen sein, dem ADAC schwebe eine Zahlung in ähnlicher Höhe von beispielsweise 5000 Euro pro betroffenes Fahrzeug vor, sagte ein Sprecher. Das könne VW helfen, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. Dass Volkswagen auf die Forderung eingeht, ist allerdings extrem unwahrscheinlich. Der Konzern verweist stets auf die unterschiedliche Rechtslage, wonach es in Europa keine Grundlage für Entschädigungszahlungen gebe.

Tatsächlich gibt es bislang keine höchstrichterliche Entscheidung dazu, die viele Hundert Klagen, die in ganz Deutschland Gerichte beschäftigen, enden unterschiedlich. Sowohl VW als auch Kunden konnten bereits juristische Erfolge für sich verbuchen.

Für VW wäre eine Entschädigungszahlung für europäische Kunden zudem eine extreme finanzielle Belastung, da nicht nur rund eine halbe Million Fahrzeuge wie in den USA Ansprüche hätten, sondern rund acht Millionen Autos. Entsprechend würde sich die ADAC-Forderung auf bis zu 40 Milliarden Euro aufsummieren. In den USA musste VW bislang bereits rund 22 Milliarden Euro an Strafen und Entschädigungen zahlen.

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