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Austrian, Swiss und bald auch ITA? Lufthansa bietet für Alitalia-Nachfolgerin

WELT-Logo WELT 23.05.2022
ITA startete 2021 als Alitalia-Nachfolgerin – auch mit einem neuen Markenauftritt: Statt weiß sind die Flugzeuge der italienischen Fluggesellschaft nun blau mit einer Trikolore am Leitwerk Quelle: pa/NurPhoto/Nicolas Economou © pa/NurPhoto/Nicolas Economou ITA startete 2021 als Alitalia-Nachfolgerin – auch mit einem neuen Markenauftritt: Statt weiß sind die Flugzeuge der italienischen Fluggesellschaft nun blau mit einer Trikolore am Leitwerk Quelle: pa/NurPhoto/Nicolas Economou

Die Lufthansa will die Mehrheit bei ITA, der Nachfolgerin der italienischen Fluggesellschaft Alitalia, übernehmen – zusammen mit der schweizerischen Großreederei MSC. Gemeinsam gaben die beiden Unternehmen am Montag ein bindendes Angebot für die Gesellschaft an den italienischen Staat ab, wie Lufthansa am Montag auf Anfrage bestätigte.

In dem am Montag beendeten Bieterverfahren gilt das Konsortium aus Lufthansa und der Schweizer MSC zunächst als favorisiert. Italiens Finanzminister Daniele Franco hatte vor einigen Tagen erklärt, dass man den Verkauf bis Ende Juni abschließen wolle. Italien will auch nach dem Verkauf mit einer Minderheit an Bord der Airline bleiben.

Ob weitere Gebote eingegangen sind, blieb zunächst offen. Auch der US-Luftfahrtinvestor Indigo sowie Air France-KLM und der US-Riese Delta hatten einen ausführlichen Blick in die Zahlen der Italiener geworfen. Die Franzosen arbeiten mit dem Finanzinvestor Certares zusammen.

ITA (Italia Trasporto Aereo) ging 2021 aus der insolventen Altialia hervor. Seit 2017 hatte der italienische Staat dem kriselnden Unternehmen immer wieder Geld geliehen. Anders als beim Niedergang von Air Berlin in Deutschland wurde in Rom aber auf eine Abwicklung der Fluggesellschaft verzichtet. Zu Beginn der Corona-Pandemie im März 2020 übernahm der italienische Staat Alitalia komplett und startete das Comeback als ITA – und rettete damit die nationale Airline, mit der auch der Päpste flogen und fliegen.

Die Lufthansa betrachtet Italien als ihren wichtigsten Auslandsmarkt in Europa. In Rom hatte Konzernchef Carsten Spohr mit dem Konzept seiner vielen Drehkreuze (Multi-Hub) und Airline-Marken geworben. Die schrittweise Übernahme und Integration von Gesellschaften wie Austrian, Brussels Airlines und Swiss könnte zum Vorbild für die Ita werden. Ebenso könnte Rom wie Zürich ein bedeutender Luftverkehrsknoten bleiben. Lufthansa peilt zunächst eine Minderheitsbeteiligung an, hatte der Konzernchef erklärt.

Das finanzielle Risiko einer ITA-Übernahme könnte Lufthansa im Verbund mit der Großreederei MSC in Grenzen halten, die neue Gesellschaft aber schnell in ihre operativen Systeme einbinden. Geführt von der italienischstämmigen Reederfamilie Aponte sucht MSC wie die Konkurrenz von Maersk bis zum Lufthansa-Großaktionär Klaus-Michael Kühne nach Logistik-Investments, Milliarden-Überschüsse aus der Seefracht strategisch sinnvoll unterzubringen. Auch bei Air France ist mit CMA CGM eine milliardenschwere Reederei als Großaktionär eingestiegen.

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