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Bauern schlagen Alarm: Milchpreise sinken wieder – Betriebe in Existenzangst

Berliner Kurier-Logo Berliner Kurier 12.02.2018 berliner-kurier
Milchpreise © picture alliance / Alexander Hei Milchpreise

Die Preise für Milch sind wieder im Sinkflug. „Die Situation ist ernst“, sagte Wolfgang Scherfke, Hauptgeschäftsführer des Brandenburger Landesbauernverbandes, der Deutschen Presse-Agentur.

Wenig Hoffnung  für Milchbauer

Zu Jahresbeginn zeigte sich noch ein leichter Hoffnungsschimmer für die Landwirte. „Das hat sich aber wieder zerschlagen“, sagte Scherfke. Derzeit fielen die Preise für Milch und Butter im Einzelhandel wieder. Auch baue die EU Lager für Milchpulver wieder Schritt für Schritt ab, was zusätzlichen Druck auf die Branche erzeuge.

Die erste Molkerei im Norden des Landes zahlt ab Februar nach seinen Angaben unter 30 Cent für den Liter Milch. „Dieser Erlös ist nicht kostendeckend und bedroht wieder Existenzen“, sagte Scherfke. Befürchtet werde in den kommenden Monaten ein weiterer Preisrückgang. „Wir wissen nicht, wo es nun hingeht.“ Vielleicht würden die Preissenkungen nur im ersten Halbjahr gelten und ab dann verbessere sich die Lage, aber das sei alles vage.

Verhandlungen über neue Verträge starten im Mai

„Im Mai laufen die Verhandlungen über die neuen Verträge mit den Molkereien“, sagte er. Verbesserungen seien aber fraglich. „Uns Bauern ärgert absolut, dass die Molkereien aus den Entwicklungen der vergangenen Jahre nichts gelernt haben“, kritisierte der Chef des Landesbauernverbandes. „Sie sind nicht willig, nachhaltige Regelungen auch im Interesse der Milchbauern zu schaffen.“

Seit vielen Jahren werde an die Molkereien appelliert, bei der Vertragsgestaltung darauf einzugehen. „Wir brauchen vernünftige Verträge, mit denen es größere Planungssicherheit hinsichtlich Menge und Preis gibt“, sagte Scherfke. Bis dato wisse der Landwirt nicht, was er für die aktuell abgelieferte Milch verdient habe. Das erfahre er erst einen Monat später. „Die Molkereien sind aber nicht willens, etwas an dem System zu ändern“, kritisierte er.

Scherfke rechnet damit, dass nun wieder der eine oder andere Bauer aufgeben wird. „Die Landwirte haben ein langes Tal mit harten Einschnitten hinter sich“, sagte er. 30 Cent pro Liter sind die Schmerzgrenze. „Wird es weniger, bleibt fast nur Aufgabe der Milchproduktion.“

(dpa/mja)

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