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Biontechs Erfolg ist so gigantisch, dass der Impfstoffhersteller allein das deutsche Wirtschaftswachstum in die Höhe treibt

Business Insider Deutschland-Logo Business Insider Deutschland 14.01.2022 Romanus Otte

Der Mainzer Impfstoffhersteller Biontech schreibt derzeit eine beispiellose wirtschaftliche Erfolgsgeschichte. Gemeinsam mit dem Partner Pfizer produziert und vertreibt Biontech einen der weltweit begehrtesten Impfstoffe gegen das Coronavirus. Der Aktienkurs von Biontech ist enorm gestiegen. Die gigantische Bedeutung des noch jungen Unternehmens zeigt nun auch eine andere Zahl: Die Einnahmen von Biontech allein habe das gesamte deutsche Wirtschaftswachstum 2021 spürbar um 0,5 Prozentpunkte in die Höhe getrieben. Dies geht aus Berechnungen des Kieler Instituts für Weltwirtschaft hervor.

Das Statistische Bundesamt hatte am Freitag für 2021 insgesamt ein Wachstum des deutschen Bruttoinlandsprodukts von 2,7 Prozent gemeldet. Insgesamt fiel die Erholung der deutschen Wirtschaft nach dem Corona-Schock 2020 damit schwächer aus, als von vielen Experten erwartet. Offenbar waren die pandemiebedingten Belastungen im Schlussquartal stärker, schreibt IfW-Forscher Nils Jannsen.

Wichtig für die Einordnung der Zahlen sei, dass in das BIP erstmals Lizenzeinnahmen des Impfstoffentwicklers Biontech eingeflossen seien, die zum Jahresende fällig wurden. „Sie alleine dürften für rund 0,5 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung verantwortlich sein. Ohne die Lizenzzahlung hätte die Zuwachsrate entsprechend bei ca. 2,2 Prozent statt jetzt 2,7 Prozent gelegen“, schreibt Jannsen.

„Dass ein einzelnes Unternehmen das BIP so stark anhebt, ist äußerst ungewöhnlich“, stellt Jannsen fest. Dies liege auch daran, wie schnell Biontech so groß geworden ist. Denn im Vergleichsjahr 2020 habe es noch keine entsprechenden Lizenzeinnahmen gegeben, da der Impfstoff erst 2021 auf dem Markt kam.

Insgesamt sei die deutsche Wirtschaft 2021 aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie und der Lieferengpässe, die zu einem Gutteil Folge der Pandemie sind, hinter ihren Möglichkeiten zurückgeblieben“, befindet das IfW. „Nach dem Krisenjahr 2020 setzte zwar eine Erholung ein. Der Rückgang des BIP von 4,6 Prozent im Jahr 2020 konnte jedoch nicht wettgemacht werden. Damit hat die Corona-Pandemie die Wirtschaftsleistung im Jahr 2021 um etwa 150 Mrd. Euro (4,7 Prozent des BIP) verringert, nachdem sie bereits im Jahr 2020 zu Ausfällen von etwa 180 Mrd. (5,8 Prozent des BIP) geführt hatte.“

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Die deutsche Wirtschaft dürfte aufgrund pandemiebedingter Belastungen in den konsumnahen Dienstleistungen im vierten Quartal merklich gesunken sein. Auch im ersten Quartal 2022 erwartet das IfW nun einen weiteren Rückgang.

Für das gesamte Jahr bleibt das Institut optimistisch. „Insgesamt dürfte die Erholung im laufenden Jahr aber mehr Kraft entfalten als 2021 und das BIP um rund 4 Prozent zulegen. Erst zur Mitte dieses Jahres dürften die gesamtwirtschaftlichen Kapazitäten erstmals seit Beginn der Pandemie wieder normal ausgelastet sein”.


Video: Corona-Update: Inzidenz erneut leicht gesunken (dpa)

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