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Briten in Aufruhr! Neue Geldscheine sind nicht vegan

DIE WELT-Logo DIE WELT 30.11.2016
ARCHIV - epa05536584 A handout image made available by the Bank of England, London 12 September 2016 of the front of the new five pound note with Big Ben depicted in gold foil alongside Queen Elizabeth. HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES (zu dpa Tierische Fette in neuen britischen Banknoten - Vegetarier empört vom 30.11.2016) Foto: Boe Handout/BANK OF ENGLAND/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ © dpa ARCHIV - epa05536584 A handout image made available by the Bank of England, London 12 September 2016 of the front of the new five pound note with Big Ben depicted in gold foil alongside Queen Elizabeth. HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES (zu dpa Tierische Fette in neuen britischen Banknoten - Vegetarier empört vom 30.11.2016) Foto: Boe Handout/BANK OF ENGLAND/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Neue Fünf-Pfund-Noten sorgen in Großbritannien für Empörung. Es sind Spuren von Talg darin enthalten, gibt die Bank of England zu. Das treibt Gegner der Tierprodukte auf die Barrikaden.

Wie soll man denn damit guten Gewissens beim Gemüsehändler bezahlen? Oder im Bioladen, ganz zu schweigen, wenn es um den Mitgliedsbeitrag für Peta oder für V.V.b.s.W. (Veganer und Vegetarier für eine besonders schöne Welt)? Im Namen der Gerechtigkeit, kann denn nicht mal ein lumpiger Geldschein hergestellt werden, ohne dass Tiere involviert sind?

Es gibt Ärger um die britische Fünf-Pfund-Note. Erst im September hatte die britische Notenbank stolz den neuen Schein in Umlauf gebracht. Jetzt kommt raus: Der Kunststoff Polymer, aus dem die neuen Scheine bestehen, enthält wohl tierische Fette. Eine Onlinepetition mit mehr als 85.000 Unterstützern fordert im Namen von Veganern, Vegetariern, Hindus, Sikhs, Jains und anderen Religionsgemeinschaften daher, das tierische Fett aus den Scheinen zu verbannen. Das sei unakzeptabel für Millionen Vegetarier und Veganer in Großbritannien.

"Wir verlangen, dass Sie aufhören, tierische Produkte für die Herstellung der Währung zu verwenden, die wir nutzen müssen", heißt es in der Petition.

Die Bank of England bestätigte, dass sich "eine Spur von Talg" in den Fünf-Pfund-Scheinen befindet. Der Stoff werde aber auch bei der Herstellung von Kerzen und Seife verwendet, hieß es in einer Mitteilung.

Die Firma Innovia, die den Kunststoff für die Scheine liefert, teilte mit, man verwende wissentlich grundsätzlich keine tierischen Produkte. Ob sich tatsächlich eine geringe Menge Talg in dem zugekauften Rohmaterial für den Kunststoff befinde, werde derzeit untersucht. Man sei offen dafür, einen nicht tierischen Ersatzstoff zu verwenden, der dieselben Eigenschaften garantiere.

Die neuen Scheine sind fester als die alten Pfundscheine, von denen es in Jörg Fausers Roman "Der Schneemann" hieß, sie seien besonders im gebrauchten Zustand gut, um damit Kokain zu ziehen. Mit dem neuen Geld soll das schwieriger sein (uns fehlt natürlich die Erfahrung).

Immerhin wird damit geworben, dass das neue Geld es verträgt, wenn die Scheine in Rotweinpfützen fallen oder in der Waschmaschine ohne Zersetzung mitgewaschen werden können. Das könnten auch Vegetarier und Veganer zu schätzen wissen.

Was die tierfeindlichen Noten allerdings nicht überleben, ist, sie zu bügeln, etwa nach dem Rotweinbad. Sie schrumpfen und schmelzen bei mehr als 120 Grad Celsius. Die polymerbasierten und damit talgnutzenden Noten sind keine Innovation Großbritanniens. Das Plastikgeld ist bereits in Australien, Kanada, Rumänien und Vietnam in Umlauf – dort bisher ohne Aufruhr.

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