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Bund verdient mit Schuldenmachen elf Milliarden Euro

RP ONLINE-Logo RP ONLINE 29.01.2022 RP ONLINE

Berlin . Das Schuldenmachen hat sich für den Bundesfinanzminister im vergangenen Jahr gelohnt: Der Bund hat 2021 dank der Negativzinsen für Bundesanleihen am Kapitalmarkt knapp elf Milliarden Euro verdient.

 Kann sich über Negativzinsen und zusätzliche Einnahmen freuen: Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP). © Tobias Schwarz Kann sich über Negativzinsen und zusätzliche Einnahmen freuen: Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP).

„Im Jahr 2021 betrugen die Agio-Einnahmen zu Gunsten des Bundeshaushaltes rund 10,9 Milliarden Euro“, teilte das Bundesfinanzministerium unserer Redaktion mit.

Die Milliardensumme kommt durch die negativen Zinsen am Kapitalmarkt für bestimmte Wertpapiere wie Bundesanleihen zustande: Investoren geben dem Bund bei der Schuldenaufnahme mehr Geld, als sie am Ende der Laufzeiten von ihm zurückbekommen – und zwar einen Aufschlag oder in der Fachsprache Agio genannt. Der Bund steht bei internationalen Investoren hoch im Kurs, da seine Bonität von großen Ratingagenturen mit der Bestnote bewertet wird und die Rückzahlung damit als sehr sicher gilt. Zudem gibt es einen riesigen Markt für den Handel mit Staatsanleihen, sodass Bundeswertpapiere für Pensionsfonds, Vermögensverwalter und andere Anleger fast einen Bargeld-Status genießen. Hinzu kommt, dass die Europäische Zentralbank (EZB) in großem Stil als Käuferin von Wertpapieren aufgetreten ist. Dadurch stieg die Nachfrage nach Anleihen, was wiederum die Renditen drückte.


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Hohe Einnahmen durch Negativzinsen konnte der Bund auch dadurch erzielen, dass er sich 2021 wegen der Bekämpfung der Corona-Krise besonders stark verschuldet hat. Die Schuldenbremse wurde im zweiten Jahr in Folge ausgesetzt, und wird es auch 2022 noch sein. Die Neuverschuldung erreichte rund 215 Milliarden Euro im vergangenen Jahr – so viel wie nie zuvor in der Bundesrepublik.

 Die Einnahmen aus Negativzinsen fielen 2021 allerdings etwas geringer aus als noch im Vorjahr, als der Bund knapp zwölf Milliarden Euro einstreichen konnte. 2019 waren es 6,8 Milliarden Euro und im Jahr davor erst 3,4 Milliarden, so das Ministerium.

Allerdings musste der Bund den Investoren für früher ausgegebene Anleihen auf der anderen Seite auch 2021 noch Zinsen bezahlen. Die Zinsausgaben für alle Verbindlichkeiten sanken wegen der Nullzinsen der EZB aber auf einen sehr geringen Betrag von nur noch 3,9 Milliarden Euro. Im Jahr 2020 hatte die Zinslast noch bei 6,8 Milliarden Euro gelegen, 2019 bei 12,4 und 2018 bei 16,7 Milliarden Euro. Die geringen Zinsausgaben schaffen Spielräume für neue Projekte der Ampel-Regierung,

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