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Corona-Krise trifft bildende Künstler hart: Jeder zweite Berliner Kulturschaffende beklagt drastische Einnahmeverluste

Tagesspiegel-Logo Tagesspiegel vor 15 Std.
Bedroht durch akute finanzielle Probleme: Die Künstlerinnen und Künstler in Berlin. © Foto: Britta Pedersen/dpa Bedroht durch akute finanzielle Probleme: Die Künstlerinnen und Künstler in Berlin.

Auf einmal sind drei Viertel des Einkommens oder mehr weg: Viele bildende Künstler spüren die Corona-Krise schon jetzt sehr deutlich.

Laut einer Umfrage des Berufsverbands bildender Künstler*innen (BBK) sind die finanziellen Auswirkungen der Corona-Epidemie auf die Bildende Kunst verheerend. Mehr als die Hälfte der Befragten verlieren laut Umfrage mehr als 75 Prozent ihres monatlichen Einkommens, ein Viertel gab an, mehr als 2.000 Euro ihres Einkommens in den kommenden vier Wochen zu verlieren.

„Über drei Viertel der Teilnehmer*innen sind besorgt, die nächste Miete oder grundlegende Lebenshaltungskosten nicht mehr bezahlen zu können. Über 90 Prozent bekommen bei anhaltenden Infektionsschutzmaßnahmen in den nächsten Monaten akute finanzielle Probleme“, heißt es in der Pressemitteilung zur Umfrage.

„In der Kunstwelt sind schriftliche Vereinbarungen oder Verträge rar, so dass fast die Hälfte der Teilnehmer*innen über 75 Prozent ihres wegfallenden Einkommens nicht nachweisen können. Fast 90 Prozent der laufenden oder geplanten Ausstellungen, Residencies etc. wurden abgesagt. Jedoch sind Künstler*innen bei über der Hälfte dieser Projekte in finanzielle Vorleistung gegangen. Mehr als die Hälfte aller geplanten Vorhaben wurden nicht verschoben sondern ersatzlos gestrichen.“

Forderung nach Berliner Sofortprogramm

Mehr als die Hälfte der Befragten geben an, sich eine Soforthilfe für Kunst- und Kulturschaffende zu wünschen, wie es sie in Bayern bereits gibt. Die Bayerische Staatsregierung hat ein Soforthilfeprogramm eingerichtet, das Betriebe und Freiberufler unterstützt, die durch die Corona-Krise in eine existenzbedrohliche wirtschaftliche Situation geraten sind. Grundlage für die Hilfe ist eine eigene Einschätzung, das Geld muss nicht zurückgezahlt werden.

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Die Blitzumfrage des BBK erfasste Antworten von insgesamt 2.021 Künstlerinnen und Künstlern in Berlin. Das sei ein Viertel bis ein Fünftel der Gesamtheit der in Berlin lebenden Kunstschaffenden, weshalb die Studie belastbare Ergebnisse liefere. Der Berufsverband fordert angesichts der Umfrage ein unbürokratisches Sofortprogramm zur beruflichen Existenzsicherung auch für Berliner Kunstschaffende.

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