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Das ändert sich 2020

WELT-Logo WELT 30.12.2019 Stephan Maaß
Zwar werden das Bahnfahren und Hygieneartikel wie Tampons und Damenbinden 2020 günstiger. Doch in einigen anderen Bereichen müssen die Deutschen im kommenden Jahr mit höheren Ausgaben rechnen. Quelle: WELT/Jan-Friedrich Funk © WELT/Jan-Friedrich Funk Zwar werden das Bahnfahren und Hygieneartikel wie Tampons und Damenbinden 2020 günstiger. Doch in einigen anderen Bereichen müssen die Deutschen im kommenden Jahr mit höheren Ausgaben rechnen. Quelle: WELT/Jan-Friedrich Funk

Das neue Jahr bringt viele Veränderungen für Steuerzahler, Rentner, Arbeitnehmer, Familien oder Mieter. Für manche kommt die Masernimpfpflicht, für andere kommen günstige Bahntickets. Und manch alter Holzofen könnte das Jahr nicht überleben. Lesen Sie, was 2020 auf Sie zukommt.

Einkommensgrenzen für die Steuer steigen

Die Einkommensgrenzen für alle Steuersätze steigen im nächsten Jahr um 1,95 Prozent. Damit wird verhindert, dass Lohnzuwächse in Höhe der Inflationsrate die Steuerbelastung erhöhen – die Preissteigerung wird sozusagen in die Steuertabellen eingepreist und die berüchtigte kalte Progression dieses Jahres damit ausgeschaltet.

Laut Bundesregierung sorgt die kalte Progression für „Steuermehreinnahmen, die entstehen, soweit Einkommenserhöhungen die Inflation ausgleichen und es infolge des progressiven Einkommensteuertarifs bei somit unverändertem Realeinkommen zu einem Anstieg der Durchschnittsbelastung kommt“.

Der Anstieg um 1,95 Prozent gilt auch für die Reichensteuer in Höhe von drei weiteren Prozentpunkten im Steuertarif. Der Spitzensteuersatz von 45 Prozent beginnt künftig bei 270.501 Euro für Ledige und 541.001 Euro für Verheiratete. Bislang beginnt die Reichensteuer bei 265.327 und 530.653 Euro. Aber auch am unteren Ende bleibt mehr, denn der Grundfreibetrag in der Einkommensteuer erhöht sich für Ledige auf 9408 Euro. Das ist ein Plus von 240 Euro im Vergleich zu 2019. Für Verheiratete gilt der doppelte Betrag.

© Infografik WELT

Höhere Krankenkassenbeiträge für Gutverdiener

Zum 1. Januar 2020 werden die sogenannten Beitragsbemessungsgrenzen turnusgemäß angehoben: Die bundeseinheitliche Grenze in der Kranken- und Pflegeversicherung steigt von 4537,50 Euro auf 4687,50 Euro im Monat. Das bedeutet: Für diese 150 Euro mehr an Verdienst werden nun noch Beiträge für die Kranken- und Pflegekasse erhoben. Erst das gesamte Einkommen oberhalb von 4687,50 Euro bleibt beitragsfrei.

Der Höchstbetrag zur gesetzlichen Krankenversicherung (nur Arbeitnehmeranteil, ohne Zusatzbeitrag) steigt dadurch auf 342,19 Euro im Monat an (bisher: 331,24 Euro), rechnet die Verbraucherzentrale NRW vor. Etwas über der Beitragsbemessungsgrenze liegt die sogenannte Versicherungspflichtgrenze, bis zu der sich Arbeitnehmer bei der gesetzlichen Krankenkasse versichern müssen. Sie steigt 2020 von 60.750 Euro auf 62.550 Euro im Jahr.

Der Wechsel in die private Krankenversicherung wird 2020 erst ab einem Monatseinkommen von 5212,50 Euro möglich sein. 2019 reichte bereits ein Bruttogehalt von 5062,50 im Monat aus.

Zusatzbeitrag der Krankenkassen steigt

Der durchschnittliche Zusatzbeitrag, den alle gesetzlichen Krankenkassen zum allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent erheben, steigt zum 1. Januar 2020 leicht von 0,9 auf 1,1 Prozent. Den Zusatzbeitrag teilen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer seit 2019 wieder je zur Hälfte.

Für Krankenversicherte bedeutet die Erhöhung des durchschnittlichen Zusatzbeitrags aber nicht zwingend, dass auch die eigene Kasse teurer wird, so die Verbraucherzentrale NRW. Denn über die tatsächliche Höhe würden die Gremien der Kassen individuell und nach Kassenlage entscheiden. So könne es sein, dass Versicherte trotz des Anstiegs des Durchschnittsbeitrags ab Januar 2020 einen geringeren Zusatzbeitrag zahlen, weil ihre Kasse über hohe Finanzreserven verfüge.

Höhere Bemessungsgrenzen für die Rentenversicherung

In der Renten- und der Arbeitslosenversicherung steigt die monatliche Beitragsbemessungsgrenze West ab Januar 2020 von 6700 Euro auf 6900 Euro (82.800 Euro jährlich). Im Osten sind es 6450 Euro im Monat (2019: 6150 Euro), also jährlich 77.400 Euro, so die Deutsche Rentenversicherung. Bis zu diesen Einkommensgrenzen müssen Arbeitnehmer im nächsten Jahr Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung bezahlen.

In der knappschaftlichen Rentenversicherung werden die Grenzen für die Beitragsbemessung im nächsten Jahr bei 8450 Euro im Monat (West), also 101.400 Euro jährlich, und für die östlichen Bundesländer bei 7900 Euro pro Monat (94.800 Euro im Jahr) liegen.

Mehr Rente

Die rund 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner in Deutschland dürften ab 1. Juli 2020 im Westen rund 3,15 Prozent und im Osten 3,92 Prozent mehr Rente bekommen. Das sieht der Entwurf des Rentenversicherungsberichts der Bundesregierung vor. Die Anpassung gilt für alle Altersrenten, für Erwerbsminderungs- und Hinterbliebenenrenten, für gesetzliche Unfallrenten sowie für die Renten der Landwirte aus der landwirtschaftlichen Rentenkasse.

Eine monatliche Rente von 1000 Euro, die nur auf Westbeiträgen beruht, würde sich nach den aktuellen Zahlen um 31,80 Euro erhöhen, eine gleich hohe Rente mit Ostbeiträgen um 39,10 Euro, rechnet die Verbraucherzentrale NRW. Die Rentenanpassung entscheidet sich im nächsten Frühjahr, wenn die genauen Zahlen der Lohnstatistik 2018 vorliegen. Die gute Konjunktur mit gestiegenen Löhnen und die erfreuliche Beschäftigungslage sind Grund für die positive Entwicklung der Rentenfinanzen.

Fest steht aber schon jetzt, dass der Rentenwert Ost am 1. Juli 2020 von derzeit 96,5 Prozent auf 97,2 Prozent des Westwerts steigt. Jeweils zum 1. Juli der Folgejahre wird er dann weiter um jeweils 0,7 Prozentpunkte angepasst, bis die Rente 2024 in allen Bundesländern einheitlich berechnet wird. So sieht es das Rentenüberleitungsabschlussgesetz vor, das die Anpassung zum 1. Juli 2018 mit dem ersten Schritt begonnen hatte.

Höhere Beträge für die Entgeltumwandlung

Weil die Beitragsbemessungsgrenze zur Rentenversicherung steigt, ändern sich auch die Grenzen für die sozialabgaben- und steuerfreien Beträge im Rahmen der Bruttoentgeltumwandlung. Bis zu vier Prozent der jeweils aktuellen Beitragsbemessungsgrenzen in den Sozialversicherungen können Arbeitnehmer ohne Abzug von Sozialabgaben und acht Prozent ohne Abzug von Steuern in Beiträge für eine Direktversicherung, Pensionskasse oder einen Pensionsfonds umwandeln.

Der maximale sozialabgabenfreie Anteil erhöht sich durch die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze von 268 auf 276 Euro monatlich, der steuerfreie von 536 auf 552 Euro.

Erhebliche Entlastung bei der Betriebsrente

Alle Betriebsrentner sollen ab 2020 von Beiträgen für die gesetzliche Krankenkasse entlastet werden. Ab Januar ist ein Freibetrag von 159,25 Euro geplant. Erst ab dieser Höhe werden Krankenkassenbeiträge auf die Betriebsrente fällig. Der Freibetrag ersetzt die bisherige Freigrenze in Höhe von 155,75 Euro.

Der Unterschied: Bisher musste auf die komplette Betriebsrente der volle Krankenkassenbeitrag (Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil von 14,6 Prozent plus Zusatzbeitrag von aktuell im Durchschnitt 0,9 Prozent sowie die Beiträge für die Pflegeversicherung von 3,05 Prozent plus 0,25 Prozentpunkte für Kinderlose) entrichtet werden, wenn die Rente die Freigrenze überschritten hat. Künftig wird der Beitrag nur noch für den Rentenanteil fällig, der über dem Freibetrag liegt. Das führt zu erheblichen Entlastungen.

Wer also eine Betriebsrente in Höhe von 160 Euro bekommt, muss im neuen Jahr nur noch auf die 75 Cent, mit der seine Betriebsrente den Freibetrag überschreitet, Beiträge abführen und nicht mehr wie bislang auf die gesamten 160 Euro. Wer wiederum eine Betriebsrente in Höhe von 318 Euro bezieht, was dem Doppelten des Freibetrags entspricht, muss auf seine Betriebsrente künftig nur noch die Hälfte von dem zahlen, was bislang fällig wird.

Wer in der Januarabrechnung noch keinen Unterschied bemerkt, sollte sich nicht beunruhigen. Ohne technische Umstellungsprobleme geht so was offenbar nicht. Der Kassenspitzenverband GKV hat angekündigt, dass viele Beiträge erst im Laufe des Jahres angepasst werden könnten. Zu viel gezahlte Krankenkassenbeiträge sollen jedoch später automatisch ausgezahlt werden. Die Änderung spielt auch eine große Rolle bei Einmalausschüttungen. Die werden durch zehn geteilt, auf den Betrag wird der volle KV-Beitrag ermittelt und das Ergebnis dann mit zehn multipliziert und sofort abgezogen. In der Folge bedeutete das, dass von der Auszahlung nahezu jeder betrieblichen Altersvorsorge fast 20 Prozent für die Krankenversicherung abgingen – das haben bislang die wenigsten Versicherungsverkäufer erzählt …

Entlastung in der Arbeitslosenversicherung

In der Arbeitslosenversicherung werden die Beiträge ab Januar um 0,1 Prozentpunkte auf dann 2,4 Prozent sinken. Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen sich diese Abgabe (jeweils 1,2 Prozent). Die Beitragssenkung ist bis zum 31. Dezember 2022 befristet. Arbeitgeber und Beschäftigte werden durch die Regelung zusammen um jeweils rund 600 Millionen Euro pro Jahr entlastet, rechnet die Bundesregierung vor.

Mehr Mindestlohn

Der gesetzliche Mindestlohn steigt ab 1. Januar 2020 von 9,19 Euro auf 9,35 Euro pro Stunde. Bereits seit dem 1. Januar 2018 gilt der gesetzliche Mindestlohn ausnahmslos in allen Branchen. Bis auf wenige Ausnahmen greift das Lohnminimum somit für alle volljährigen Arbeitnehmer in Deutschland, also etwa auch für Rentner, Minijobber oder Saisonarbeiter. Ausnahmen sind laut Arbeitsministerium ehrenamtlich Tätige, Personen, die einen freiwilligen Dienst ableisten, Teilnehmerinnen und Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsförderung, Selbstständige sowie Langzeitarbeitslose innerhalb der ersten sechs Monate nach Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt.

Auf Branchenmindestlöhne hätten ehemals Langzeitarbeitslose allerdings sofort Anspruch, denn diese seien tariflich vereinbart. Für Auszubildende ist ab 2020 eine Mindestvergütung vorgesehen, die nach den Ausbildungsjahren gestaffelt ist. Zuständig für die Verfolgung von Rechtsverstößen gegen das Mindestlohngebot ist der Zoll. Zudem habe jeder die Möglichkeit, seinen Mindestlohnanspruch beim zuständigen Arbeitsgericht einzuklagen, so das Ministerium.

Impfpflicht gegen Masern

Ab 1. März 2020 müssen Kinder, die in eine Kita, Schule oder andere Gemeinschaftseinrichtung aufgenommen werden, gegen Masern geimpft sein. Es gelten die beiden von der Ständigen Impfkommission (Stiko) empfohlenen Masernimpfungen (die erste im Alter von elf bis 14 Monaten, die zweite Impfung im Alter von 15 bis 23 Monaten). Eltern, deren Kinder bereits vor dem 1. März in der Schule sind oder eine Kita besuchen, müssen die Impfung bis spätestens 31. Juli 2021 nachweisen.

Dasselbe gilt für die Mitarbeiter dieser Einrichtungen sowie Tagesmütter, die nach 1970 geboren sind: Sie müssen bei Neueinstellung ab März die Impfung nachweisen. Wenn sie schon vorher in der Einrichtung beschäftigt sind, muss die Impfbestätigung bis 31. Juli 2021 vorliegen, so das Bundesgesundheitsministerium. Das Masernschutzgesetz schreibt die Impfpflicht auch für Bewohner und Beschäftigte in Asylbewerber- und Flüchtlingsunterkünften sowie für Pflegekräfte vor. Die Impfungen können mithilfe des Impfausweises nachgewiesen werden.

Mehr Unterhaltsvorschuss für Kinder

Kinder, die bei einem alleinerziehenden Elternteil leben und keinen oder keinen regelmäßigen Unterhalt von dem anderen Elternteil erhalten, bekommen vom Staat einen Unterhaltsvorschuss, der zum Jahreswechsel steigt. Abhängig vom Alter sind das laut Bundesfamilienministerium (BMFSFJ) künftig zwischen 165 und 293 Euro (bisher: 150 bis 272 Euro). Grund: Auch das gesetzlich festgelegte Existenzminimum für Kinder steigt.

Verbesserungen beim Kinderzuschlag und Kinderfreibetrag

Die Kinderfreibeträge steigen um 192 Euro pro Kind von bisher 4980 Euro auf 5172 Euro pro Jahr. Darüber hinaus gibt es noch einen Freibetrag für Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf der Kinder in Höhe von 2640 Euro. Das Kindergeld wurde zuletzt im Juli 2019 erhöht und soll sich bis Ende 2020 nicht verändern.

Das sogenannte Starke-Familien-Gesetz bringt zudem Verbesserungen für Familien und Alleinerziehende mit geringen Einkünften: Die bisherigen oberen Einkommensgrenzen bei Kinderzuschlag werden abgeschafft, sodass der Zuschlag von bis zu 185 Euro pro Kind bei etwas höherem Einkommen nicht mehr schlagartig wegfällt, sondern sich allmählich verringert, so das BMFSFJ. Dadurch falle keine Familie mehr aus dem Kinderzuschlag heraus, wenn die Eltern nur etwas mehr verdienen.

Höhere Einkommensgrenzen für den Elternunterhalt

Wer weniger als 100.000 Euro brutto im Jahr verdient, muss sich ab 2020 nicht mehr an den Pflegekosten für seine Eltern beteiligen. Diese Schwelle gilt pro Unterhaltspflichtigem – also für jedes Kind. Auch das Einkommen der Ehepartner unterhaltspflichtiger Kinder wird nicht mit eingerechnet. Das sieht das Angehörigenentlastungsgesetz vor, das ab 1. Januar 2020 greift.

Bislang gelten wesentlich niedrigere Grenzen, und die Kinder wurden schneller zur Kasse gebeten, wenn es um die Pflege der Eltern ging. Bei der neuen 100.000-Euro-Messlatte ist das zu versteuernde Einkommen von Tochter oder Sohn entscheidend, also das Brutto-Jahresgehalt plus eventuelle Einnahmen aus Vermietung oder aus Kapitalvermögen, abzüglich Werbungskosten, Sonderausgaben, Vorsorgeaufwendungen und möglicher Freibeträge. Vorhandenes Vermögen der Kinder bleibt dagegen unberücksichtigt.

Die neue Einkommensgrenze von 100.000 Euro ist laut Bundesministerium für Arbeit und Soziales „eine bewährte und rechtssystematisch plausible Einkommensgrenze für das gesamte Sozialgesetzbuch (SGB) XII und die Eingliederungshilfe nach dem SGB IX“. Künftig würden Kinder in rund 90 Prozent der Fälle nicht mehr an den Pflegekosten beteiligt, so das Ministerium.

Grundsätzlich werde das Sozialamt davon ausgehen, dass das Einkommen des Kindes die Grenze nicht überschreitet. Erst wenn daran Zweifel bestünden, könne es Einkommensnachweise verlangen. Kinder, die derzeit für ihre Eltern zahlen, müssen übrigens nichts tun. Auch für sie wird angenommen, dass das Einkommen der unterhaltspflichtigen Personen die Jahreseinkommensgrenze von 100.000 Euro nicht überschreitet. Pflegekosten, die Angehörige bisher gezahlt haben, können sie allerdings nicht zurückfordern.

Entlastungen bei Werkswohnungen

Viele Mieter einer günstigen Werkswohnung verschont der Staat künftig, weil der geldwerte Vorteil der verbilligten Unterkunft ab 1. Januar sinkt. Statt die Differenz zur ortsüblichen Miete direkt zu versteuern, wird künftig ein Bewertungsabschlag von einem Drittel eingeführt.

Liegt die verbilligte Miete dann bei zwei Dritteln der ortsüblichen Vergleichsmiete, fällt keine Steuer mehr auf den geldwerten Vorteil an, rechnet die Verbraucherzentrale NRW vor. Zwar gilt der Abschlag nur bis zu einer ortsüblichen Vergleichsmiete von 25 Euro pro Quadratmeter – doch das sollte für die meisten Werkswohnungen trotz Mietenanstieg kein Problem sein.

Höhere Verpflegungspauschale auf Reisen

Wer für seinen Arbeitgeber mehr als acht Stunden auswärts tätig ist, kann ab Januar 14 statt bisher zwölf Euro als Verpflegungspauschale ansetzen. Dauert die Abwesenheit länger als 24 Stunden, steigt die Pauschale von 24 auf 28 Euro. Die neuen Beträge können vom Arbeitgeber steuerfrei ersetzt oder als Werbungskosten in der Steuererklärung geltend gemacht werden.

Neue Grenzwerte für ältere Kaminöfen

Rund zwei Millionen veraltete Holzöfen müssen bis Ende 2020 ausgetauscht, nachgerüstet oder stillgelegt werden. Betroffen sind alle Kaminöfen, Heizkamine und Kachelöfen mit einer Typprüfung bis zum 31. Dezember 1994. Wer einen solchen Ofen betreibt, muss nachweisen, dass dieser den Grenzwerten der Stufe zwei der ersten Bundesimmissionsschutzverordnung (1. BimSchV) genügt.

Dazu müssen die Feuerungsanlagen Emissionsgrenzwerte für Staub und Kohlenmonoxid sowie Mindestwirkungsgrade einhalten. Nachweisen lässt sich das durch eine entsprechende Bescheinigung des Herstellers, die zeigt, dass der Ofentyp auf dem Prüfstand die Grenzwerte nicht überschreitet. Falls das Baujahr nicht mehr ermittelbar ist, muss der Schadstoffausstoß durch den Schornsteinfeger gemessen werden.

Wenn er zu dem Schluss kommt, dass die Anlage die Anforderungen nicht erfüllt, muss entweder nachträglich ein Filter eingebaut oder der Ofen stillgelegt beziehungsweise durch einen schadstoffarmen modernen Nachfolger ersetzt werden. Wer auf Nummer sicher gehen will, achtet beim Einbau eines neuen Kaminofens gleich auf das Umweltzeichen „Blauer Engel“. Mitte Dezember wurden die Kriterien für die Vergabe des Siegels an Kaminöfen beschlossen. Damit besteht erstmals die Möglichkeit, dass sich Kaminöfen über die aktuellen gesetzlichen Vorgaben hinaus mit dem Blauen Engel zertifizieren lassen, freut sich das Umweltbundesamt. Das gehe mit einer deutlichen Reduzierung der Schadstoffemissionen einher.

Strompreise steigen

Die Übertragungsnetzbetreiber haben die Höhe der EEG-Umlage für das Jahr 2020 auf 6,756 Cent pro Kilowattstunde (ct/kWh) festgelegt. „Wenn Energieanbieter diese Preiserhöhung unverändert weitergeben, wozu sie keineswegs verpflichtet sind, wird Strom für Verbraucher 2020 um 0,351 Cent pro Kilowattstunde (kWh) teurer als 2019“, so die Verbraucherzentrale NRW.

Bei einem Jahresstromverbrauch von 2500 kWh wären das Mehrkosten von 10,44 Euro im Jahr, inklusive Mehrwertsteuer. Bei einem Verbrauch von 4000 kWh steigen die Stromkosten jährlich um 16,71 Euro, bei einem Single-Haushalt mit einem Stromverbrauch von 1500 kWh sind das 6,27 Euro mehr im Jahr. Die EEG-Umlage hatte im Jahr 2017 mit 6,88 Cent den bisherigen Höchststand erreicht. Danach ging die EEG-Umlage im Jahr 2018 auf 6,79 und im Jahr 2019 auf 6,405 Cent zurück.

Auch die Netzentgelte dürften 2020 steigen – laut Angaben der Versorger um durchschnittlich rund sechs Prozent. Haushalte mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden zahlen im Durchschnitt ein Netzentgelt von rund acht Cent netto pro Kilowattstunde Strom. Es liegt an der Preispolitik des Energieanbieters, ob und wann er steigende Netzentgelte weitergibt.

Mehr Wohngeldberechtigte, mehr Wohngeld

Die Wohngeldreform 2020 bringt für die Empfänger zunächst Leistungserhöhungen ab dem 1. Januar. Die erhöhten Beträge orientieren sich an der allgemeinen Entwicklung der Mieten und der Einkommen. Durch die Wohngelderhöhung werden mehr Haushalte als vorher wohngeldberechtigt sein. Rund 180.000 Haushalte haben erstmals einen Wohngeldanspruch.

Außerdem wird es eine neue Mietenstufe geben. Damit werden Haushalte in Städten mit besonders hohen Mieten gezielter entlastet, so die Bundesregierung. Von der Reform sollen rund 660.000 Haushalte in Deutschland profitieren. Das Wohngeld wird als Mietzuschuss oder als Lastenzuschuss für selbstnutzende Eigentümerinnen und Eigentümer geleistet. Berechtigte haben einen Rechtsanspruch darauf.

Die Höhe des Wohngeldes richtet sich nach Haushaltsgröße, Einkommen und Miete beziehungsweise Belastung. Zur Höhe der Zahlungen bieten Wohngeldtabellen eine Orientierung. Am 1. Januar 2022 wird das Wohngeld dynamisiert. Künftig soll es alle zwei Jahre an die aktuelle Miet- und Einkommensentwicklung angepasst werden. Das sichere die Leistungsfähigkeit der Wohngeldzahlungen, so die Bundesregierung. Wohngeld könne damit auch für Erwerbstätige mit niedrigen Haushaltseinkommen eine Alternative zum Bezug von Grundsicherung sein.

Fliegen mit Klimaschutzzuschlag

Die Steuern auf Flugtickets werden am 1. April 2020 steigen. Durch den im Klimapaket beschlossenen Klimaschutzzuschlag erhöht sich die Steuer für Flüge bis 2500 Kilometer von 7,50 Euro auf 13,03 Euro. Zwischen 2500 und 6000 Kilometern sollen statt bisher 23,43 Euro künftig 33,01 Euro fällig werden, für längere Strecken 59,43 Euro, etwa 18 Euro mehr als bisher. Noch ist nicht klar, ob die Tickets um die genannten Beträge teurer werden, weil die Airlines die Zuschläge nicht weitergeben müssen.

Digitalradios Pflicht in Neuwagen

Ab 21. Dezember 2020 müssen Radios in Neuwagen DAB+ (Digital Audio Broadcasting) unterstützen. Auch für stationäre Radiogeräte mit Display gilt künftig die Digitalradiopflicht. Die Bundesrepublik setzt damit EU-Regelungen in nationales Recht um. In Frankreich und Italien sind vergleichbare Bestimmungen bereits in Kraft.

DAB-Radios wandeln keine UKW-Wellen in Sprache und Musik um, sondern digitale Datenpakete. Empfangsqualität und -zuverlässigkeit sind bei DAB besser. Zudem liefert der Digitalfunk Zusatzdienste wie Wetterkarten oder Programmvorschauen. In Deutschland sind mehr als 260 unterschiedliche regionale und überregionale Programme über DAB+ verfügbar, so der Verein Digitalradio Deutschland. Die Abdeckung des Gesamtnetzes erreiche bundesweit 98 Prozent der Fläche. Die Autobahnen seien nahezu voll versorgt.

Unter www.dabplus.de sind die in einzelnen Bundesländern verfügbaren Sender aufgelistet. Das regionale Angebot ist noch klein. Schwerpunkt sind die öffentlich-rechtlichen Sender sowie die verschiedenen Angebote des Deutschlandfunks.

Pauschalsteuer für Jobtickets

Ein Jobticket kann künftig pauschal mit 25 Prozent durch den Arbeitgeber besteuert werden und wird dann nicht mehr auf die 30-Cent-Entfernungspauschale des Beschäftigten angerechnet. Überlässt der Arbeitgeber seinen Beschäftigten bislang ein Jobticket oder leistet er dafür Zuschüsse, sind diese seit 2019 steuer- und sozialversicherungsfrei. Allerdings ist der entsprechende Betrag bis dato von den Beschäftigten auf die als Werbungskosten abziehbare Entfernungspauschale anzurechnen.

Bahnfahren in die Ferne wird günstiger

Vom Klimapaket profitieren besonders Bahnfahrer. Es sieht eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Fernverkehrstickets von 19 auf sieben Prozent vor. Für die Ticketpreise im Fernverkehr bedeutet das eine Senkung um zehn Prozent ab 1. Januar.

Zudem will die Deutsche Bahn in den ersten Monaten des kommenden Jahres die Bezahlung mit Girocard, der früheren EC-Karte, im Bordrestaurant ermöglichen. Die mobile Kasse im Bordrestaurant wird laut Bahn seit Mitte Mai täglich auf der ICE-Verbindung München–Bremen–München getestet. Noch im Dezember wurde das Angebot auf weitere Züge ausgeweitet. Im Laufe des ersten Quartals 2020 sollen die meisten Züge entsprechend ausgerüstet sein.

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