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Das sind die 15 beliebtesten Value-Aktien der Wall Street

Finanzen.net-Logo Finanzen.net vor 2 Tagen

Investoren, die nun davon ausgehen, dass Value-Aktien in den nächsten Wochen und Monaten zurück in den Fokus der internationalen Anleger kommen, sollten sich schon jetzt mit den Top-Empfehlungen der Analysten beschäftigen.

MIKE CLARKE/AFP/Getty Images © Bereitgestellt von Finanzen.net MIKE CLARKE/AFP/Getty Images

• Growth-Titel haben Value-Aktien abgehängt

• V-Erholung hängt an wenigen Tech-Giganten

• US-Energiebranche lockt mit zahlreichen Schnäppchen

Während Growth-Aktien in Laufe des Jahres förmlich durch die Decke gegangen sind, mussten Value-Investoren sehr starke Nerven beweisen und teilweise erhebliche Kursverluste hinnehmen. Aufgrund dieser divergenten Entwicklung besitzen zahlreiche Value-Aktien nun jedoch ein enormen Aufholpotenzial, welches gegenwärtig von immer mehr Investoren und Analysten entdeckt und aufgespürt wird.

Die ungleiche V-Erholung am US-Aktienmarkt

Wie ungleich die Kurserholung an den US-Aktienmärkten nach dem sogenannten Corona-Crash Mitte März ausgefallen ist, lässt sich sehr schnell an der Performance des Russell 1000 Value im Vergleich zum Russell 1000 Growth-Index ablesen. Im weltweit beachteten Russell 1000-Index notieren insgesamt doppelt so viele Unternehmen wie im Konkurrenten S&P 500, somit ist der Russel 1000 ein noch ausgewogenerer Indikator für den US-Aktienmarkt.

Gegenwärtig notiert der Russel 1000 Value-Index rund 5 Prozent unter seinem Niveau vom Jahresbeginn, während der Russell 1000 Growth-Index aktuell gut 27 Prozent über dem Wert vom ersten Januar 2020 pendelt. Eine ähnlich hohe Diskrepanz zeigen darüber auch die durchschnittlichen Bewertungen der einzelnen Aktien der beiden Indizes. So liegen das Kurs-Gewinn-Verhältnis und das Kurs-Buchwert-Verhältnis beim Value-Index gerade einmal bei rund 17,41 bzw. 2,2. Der Russel 1000 Growth kommt hingegen auf ein KGV von etwa 40 und ein KBV von 12. (Stand ist der Schlusskurs vom 18. November 2020)

Der Hauptgrund für diese hohe Bewertung sind die fünf Top-Positionen des Index: Apple, Microsoft, Amazon, Facebook und Alphabet. Denn mit einem Indexgewicht von insgesamt knapp 37 Prozent konnten diese fünf Unternehmen, vor allem ab Anfang April, den gesamten Russell 1000 Growth in die Höhe katapultieren. Dementsprechend gelten diese Tech-Konzerne nun zu den größten Profiteuren der Pandemie.

Im Vergleich dazu zeigten die Anteilsscheine von Berkshire Hathaway, JPMorgan, Johnson & Johnson, Verizon und Walt Disney, die fünf größten Positionen im Russell 1000 Value, die insgesamt lediglich auf ein Indexgewicht von knapp 10 Prozent kommen, nur eine sehr dürftige Kursentwicklung seit Beginn des Jahres.

Impfstoffphantasie beendet die Durststrecke bei Value-Titeln


Video: Das sind die deutschen Aktien-Gewinner der Corona-Krise (glomex)

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Die positiven Nachrichten von Pfizer und BioNTech bzw. Moderna in Bezug auf einen möglichen Corona-Impfstoff, welcher eine Wirksamkeit von 90 bis 95 Prozent haben soll, haben in den zurückliegenden Handelstagen für eine regelrechte Neuausrichtung der Investoren gesorgt und klassische Value-Sektoren wieder in den Fokus der Anleger gerückt.

Von dieser Sektor-Rotation könnten in den kommenden Wochen einige Aktien profitieren, die von den Schutzmaßnahmen rund um die Virus-Pandemie stark in Mitleidenschaft gezogen wurden und nun ein erhebliches Aufholpotenzial besitzen.

Sieben Aktien mit einem Kurspotenzial von über 50 %

Mit Blick auf den Russell 1000 Value-Index können derzeit mindestens sieben Unternehmen identifiziert werden, die ein Kurspotenzial von mindestens 50 Prozent aufweisen. Zu dieser Einschätzung kommen jedenfalls mindestens 80 Prozent der von FactSet befragten Analysten, wenn es um die beliebtesten Value-Aktien der Wall Street geht.

Am meisten Kurspotenzial sehen die Analysten dabei bei den Aktien von Vroom, GoHealth und Telephone and Data Systems. Bei allen drei Unternehmen liegt der Konsens der Analystenmeinungen zum fairen Wert der Aktie zwischen 58 und 70 Prozent über dem aktuellen Niveau. Auf Sicht von 52 Wochen notieren die Papiere dieser drei Unternehmen nämlich rund 40, 30 und 20 Prozent im Minus.

Weiteres Kurspotenzial attestieren Analysten den Russell 1000 Value-Aktien Diamondback Energy, Vistra Energy, Agios Pharmaceuticals und TreeHouse Foods. Laut den Experten liegt der durchschnittliche faire Wert dieser Anteilsscheine nämlich zwischen 39 und 56 Prozent über dem gegenwärtigen Börsenkurs. In diesem Kontext sticht vor allem die Aktie Diamondback Energy heraus, da die Anteilsscheine des in Texas beheimateten Erdöl- und Erdgasunternehmens seit Januar 2020 rund 60 Prozent eingefallen sind.

US-Energiesektor bietet Chancen

Aufholpotenzial sehen die Analysten jedoch nicht nur bei Diamondback Energy und Vistra Energy sondern auch bei den US-Energie-Aktien EQT, Pioneer Natural Resources,NRG Energy und ConocoPhillips. Mit einem durchschnittlichen Kurspotenzial in Höhe von 41, 33, 41 und 17 Prozent geht die Mehrheit der Analysten davon aus, dass die Notierungen der US-Ölproduzenten in den nächsten Wochen und Monaten wieder anziehen dürften.

Angesichts der Kursverluste in Höhe von über 37 und 39 Prozent, die sich seit Januar bei Titeln wie Pioneer Natural Resources und ConocoPhillips ergeben haben, reichen die angestrebten Kursziele der Analysten jedoch nur annähernd an das Vorkrisenniveau dieser Aktien heran.

Vier Value-Tipps aus der Pharma-, Medien und Finanzbranche

Enormes Aufholpotenzial sehen die Experten nicht nur im US-Energie-Sektor, sondern teilweise auch in der Pharmabranche. So glaubt die Mehrheit der Analysten, dass der faire Wert der Horizon Pharma-Aktie bzw. der Reata Pharmaceuticals-Anteilsscheine zwischen 51 und 50 Prozent über dem aktuellen Börsenpreis liegt.

Mit steigenden Kursen rechnen die Analysten darüber hinaus auch bei den Unternehmen Nexstar und Fidelity National Financial. So glauben die Experten, dass die Aktien des Telekommunikationsanbieters bzw. des Versicherungskonzerns in den kommenden 12 Monaten rund 40 Prozent an Wert zulegen könnten.

Growth vs. Value

Ob sich Investoren nun von Growth-Titeln verabschieden sollten, um mehrheitlich in Value-Aktien zu investieren, nur weil diese "gut gelaufen" sind, kann pauschal nicht beantwortet werden, da niemand in die Zukunft sehen kann. Klar ist aber, dass einige Unternehmen, die in die Value-Kategorie eingeordnet werden können, noch enormes Kurspotenzial besitzen, welches früher oder später am Markt entdeckt werden wird.

Pierre Bonnet / Redaktion finanzen.net

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