Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Der Regenmacher der Deutschen Bank ist tot

RP ONLINE-Logo RP ONLINE 14.08.2022 RP ONLINE

London/Düsseldorf . Der frühere Co-Vorstandschef der Deutschen Bank, Anshu Jain, ist mit erst 59 Jahren gestorben. Seine Familie erinnert an seinen Durchhaltewillen. Als Vorstand stand er für Glanz und Elend der Deutschen Bank.

 Anshu Jain wuchs in Indien auf, studierte dort und in den USA und lebte zuletzt in London © Michael Probst Anshu Jain wuchs in Indien auf, studierte dort und in den USA und lebte zuletzt in London

Einige Jahre lang wurde Anshu Jain als „Regenmacher“ der Deutschen Bank gefeiert, denn das von ihm geleitete Investmentbanking hatte hohe Milliardengewinne für das Haus und Millionenprämien für die Experten gebracht, die in der Szene „Anshus Army“ genannt wurde. Dann wurde er mit Jürgen Fitschen Co-Vorstandschef von Deutschlands größtem Geldhaus – diese Vorstandsregentschaft war nach drei Jahren im Jahr 2015 vorbei, auch weil im Investmentbanking viel zu riskante und fragwürdige Geschäfte vorangetrieben worden waren. Nun gab die Bank am Wochenende bekannt, dass der 59-jährige nach langer schwerer Krankheit gestorben ist.

Der aus Indien stammende Manager mit MBA-Abschluss in den USA hatte seit Jahren an Magenkrebs gelitten. Zuletzt hatte er die kleine US-Bank Cantor Fitzgerald geleitet.

Jains Name steht – wie der seines Amtsvorgängers Josef Ackermann – für Glanz und Elend der Deutschen Bank. Jain hatte bewirkt, dass die Frankfurter in die Top-Liga der globalen Investmentbanken aufstiegen. Aber unter den so angehäuften Risiken leidet das Haus noch immer – allein zwischen 2012 und 2017 musste die Bank für Rechtsverstöße und Verfehlungen insgesamt mehr als 15 Milliarden Euro zahlen. Speziell der Libor-Skandal hatten den Ruf der Bank ruiniert: Händler hatten mit Kollegen anderer Häuser die Preise illegal manipuliert.

Jain hatte in London gelebt und hinterlässt Frau und zwei Kinder. Seiner Krankheit hatte er nach einer ersten Diagnose 2017 länger widerstanden als die Ärzte erwarteten. Er überlebte fünf weitere Jahre „durch eine  Kombination aus gründlicher persönlicher Recherche, taktischem Geschick, unglaublichem Geschick und schierer Willenskraft“, erklärt seine Familie. Bis zu seinem letzten Tag sei er „bei seiner lebenslangen Entschlossenheit“ geblieben.“

Christian Sewing, aktueller Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank, erinnert sich: „Wer mit Anshu zusammengearbeitet hat, erlebte eine leidenschaftliche Führungskraft von intellektueller Brillanz. Viele von uns hat er mit seiner Energie und Loyalität zu unserer Bank zutiefst beeindruckt.“

Der Aufsichtsratschef der Deutschen Bank, Alexander Wynaendts,sagt: „Anshu Jain hat maßgeblich dazu beigetragen, die Position der Deutschen Bank im globalen Geschäft mit Unternehmen und institutionellen Investoren auszubauen. Das ist heute nicht nur für die Deutsche Bank, sondern den Finanzstandort Europa insgesamt von strategischer Bedeutung.“

Mehr von RP ONLINE

Anshu Jain im Alter von 59 Jahren gestorben

Bank-Mitarbeiter verschönern Garten einer SkF-Wohnanlage

„Übernahme könnte für Biofrontera das Ende sein“

| Anzeige
| Anzeige

RP ONLINE

| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon