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Deutsche Bank und Commerzbank: Scholz führt offenbar auch Gespräche mit Banken-Großaktionär Cerberus

Handelsblatt-Logo Handelsblatt 24.01.2019 Handelsblatt, Redaktion
Der Bundesfinanzminister steht laut einem Bericht in engem Kontakt zum Banken-Investor Cerberus. © Reuters Der Bundesfinanzminister steht laut einem Bericht in engem Kontakt zum Banken-Investor Cerberus.

Spekulationen um eine Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank erhalten neue Nahrung: Der Bundesfinanzminister steht auch mit Finanzinvestor Cerberus in engem Kontakt.

Die Bundesregierung treibt eine mögliche Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank nicht nur in Gesprächen mit den beiden Banken, sondern auch mit deren wichtigem Großaktionär voran: Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) berichtet, steht Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) auch mit dem Finanzinvestor Cerberus in regem Austausch. In beiden Instituten gehört der Bankeninvestor zu den wichtigsten Aktionären.

Scholz und sein Staatssekretär Jörg Kukies haben sich demnach in den vergangenen Monaten mehrfach mit Vertretern der Banken getroffen, wie die Zeitung unter Berufung auf ein Schreiben aus dem Finanzministerium meldet. Demnach hat Kukies zuletzt am 8. Januar mit den beiden Cerberus-Vorstandsvorsitzenden Stephen Feinberg und Frank Bruno Gespräche geführt.

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Mit dabei soll auch der ehemalige Banker der US-Bank JP Morgan, Matt Zames, gewesen sein. Als Vertreter des Bankeninvestors berät er den Vorstand der Deutschen Bank. Cerberus hält bereits mehrere europäische Bankenbeteiligungen. Mit einem anderen Finanzinvestor übernahm er zuletzt die HSH Nordbank und bot auch für die Nord LB. Die Bundesregierung hält an der Commerzbank mehr als 15 Prozent.

In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass sich Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing und Commerzbank-CEO Martin Zielke in den vergangenen Monaten regelmäßig getroffen haben. Dabei sei auch immer wieder eine mögliche Fusion beider Häuser zur Sprache gekommen, erfuhr das Handelsblatt aus Finanzkreisen. Darüber formal verhandelt werde aber nicht, außerdem sei diese Fusion auch nicht die einzig mögliche Option.

Kurz zuvor hatte das Bundesfinanzministerium Spekulationen über eine mögliche Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank angeheizt. Eine Anfrage des „Grünen“-Abgeordneten Danyal Bayaz zeigte, dass es 2018 insgesamt 23 Treffen des Ministeriums mit hochrangigen Vertretern der Deutschen Bank – wie etwa Konzernchef Sewing – gegeben hatte.

Gegenstand der Gespräche sollen demnach „regelmäßig auch strategische Optionen der jeweiligen Institute und Bewertungen durch die Leitung des Bundesministeriums der Finanzen“ gewesen sein. Die Bundesregierung stehe „wirtschaftlich sinnvollen Optionen offen gegenüber“, hieß es Mitte Januar. Mögliche Hindernisse bei Fusionen müssten von den Marktteilnehmern analysiert werden.

Sollten die Deutsche Bank und die Commerzbank tatsächlich am Ende zusammengehen, entstünde das mit Abstand größte deutsche Geldhaus. Es hätte eine Bilanzsumme von fast zwei Billionen Euro, 38 Millionen Privat- und mehrere zehntausend Firmenkunden sowie anfangs über 120.000 Mitarbeiter.

Bei einem Zusammenschluss dürfte allerdings ein erheblicher Teil dieser Stellen wegfallen. Spekulationen über einen Zusammenschluss der beiden Großbanken machen seit längerem die Runde. Neben dem Wunsch der Bundesregierung nach wettbewerbsfähigen Geldhäusern spielen auch Zweifel der Investoren an den Geschäftsmodellen von Deutscher Bank und Commerzbank eine Rolle.

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