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Es ist höchste Zeit für die EZB

RP ONLINE-Logo RP ONLINE 21.01.2022 RP ONLINE

Der aktuelle Preisanstieg ist kein Grund zur Sorge. Denn er dürfte nicht von Dauer sein. Zugleich ist er ein Weckruf an die EZB, nun rasch aus der lockeren Geldpolitik auszusteigen. Frech sind Forderungen von Unternehmen, die jetzt nach dem Staat rufen.

 Tanken ist gerade teuer. © Daniel Bockwoldt Tanken ist gerade teuer.

Wer oft tanken oder gerade neues Heizöl bestellen muss, spürt es bereits schmerzlich: Die Preise steigen kräftig. Die Inflationsrate ist auf den höchsten Stand seit fast 30 Jahren gestiegen. Dennoch gibt es keinen Grund zu Panik. Eine Ursache sind die Lieferengpässe, die aus dem weltweiten Post-Corona-Boom resultieren. Das Problem wird sich lösen, spätestens wenn die Pandemie zur Endemie geworden ist. Bei den Energiepreisen wird es dagegen keine Entspannung geben. Im Gegenteil: Energie aus fossilen Rohstoffen soll nach dem Willen der Politik immer teurer werden, um die Menschen zu neuen Antrieben und Heizungen anzureizen.

Wem das nicht passt, der soll nicht die Inflation beklagen, sondern Konzepte vorlegen, wie man Klimaschutz sinnvoll sozialpolitisch abfedern kann. Besonders dreist erscheint der Ruf von energieintensiven Branchen, der Staat möge doch bitte Festpreise für sie garantieren. Das toppt noch den Ruf von Energieversorgern nach Staatskrediten zur Absicherung ihrer Handelsgeschäfte. Mit Marktwirtschaft hat das alles nichts zu tun.


Video: Ifo-Institut: Viele Unternehmen wollen wegen Inflation Preise erhöhen (glomex)

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Ökonomen gehen davon aus, dass sich die Lage Ende des Jahres, abgesehen von der Energie, wieder beruhigt. Zum Problem werden die Inflationsraten erst, wenn es zu einer Lohn-Preis-Spirale kommt. Nach dem maßvollen Abschluss im öffentlichen Dienst sieht es danach aber derzeit nicht aus.

Vor allem aber hat die Europäische Zentralbank (EZB) den Schlüssel in der Hand: Bürger verstehen schon jetzt nicht, wieso sie trotz Preisauftrieb noch immer Negativzinsen zahlen müssen. Es wird allerhöchste Zeit, dass die EZB aus der lockeren Geldpolitik aussteigt und keine Rücksicht auf die Konjunktur nimmt. Ihr oberstes Ziel ist es, für stabiles Geld zu sorgen. Auf die Konjunktur und Politik darf sie keine Rücksicht nehmen.

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