Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Finanzämter: Kein Land bearbeitet Steuererklärungen so langsam wie NRW

Kölner Stadt-Anzeiger-Logo Kölner Stadt-Anzeiger 18.03.2018 ksta
Steuererklärung © dpa-tmn Steuererklärung

Bei der Bearbeitung von Steuererklärungen ist Nordrhein-Westfalen im Ländervergleich Schlusslicht. Nirgendwo gingen die Bescheide für das Jahr 2016 nach so langer Zeit heraus wie im Westen der Republik, berichtet die Zeitung „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf den Bund der Steuerzahler. Spitzenreiter ist demnach Berlin.

Steuererklärung braucht bis zu sechs Monaten

Der Bund der Steuerzahler habe in einer Erhebung die Finanzverwaltungen der 16 Bundesländer miteinander verglichen und alle Steuererklärungen berücksichtigt, die bis zum 31. Dezember vergangenen Jahres abgegeben wurden.

Danach dauerte die Bearbeitung einer Steuererklärung in Berlin durchschnittlich 36,5 Tage, knapp zwei Tage weniger als 2015. Den zweiten Platz belegt der vormalige Spitzenreiter Hamburg, wo sich die Zeit im Vergleich zum Vorjahr um viereinhalb Tage auf 41 Tage verlängerte. Brandenburg liegt mit 45,8 Tagen an achter Stelle, Schlusslicht ist Nordrhein-Westfalen mit einer Spanne zwischen zwei Wochen und sechs Monaten.

Steuerklärung 2017: Keine Belege mehr fürs Finanzamt

Für die Steuererklärung 2017 gibt es übrigens ein paar Neuerungen: Steuerzahler müssen der Einkommensteuererklärung grundsätzlich keine Belege und Aufstellungen mehr beifügen. „Die Quittungen und sonstige Nachweise müssen nur noch auf konkrete Nachfrage des Finanzamtes vorgelegt werden“, erläutert Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler. Verlangt das Finanzamt keinen Nachweis der Spende, muss die Bescheinigung allerdings ein Jahr ab Steuerfestsetzung aufbewahrt werden. 

„Trotz der Erleichterung müssen die Steuerformulare sorgfältig ausgefüllt werden“, mahnt Klocke. Denn das Finanzamt wird überprüfen, ob die Angaben plausibel sind und Stichproben durchführen. 

Bei starken Änderungen Belege mitschicken

Bei neuen Sachverhalten oder starken Änderungen im Vergleich zum Vorjahr kann es sich allerdings lohnen, Belege mit der Steuererklärung ans Finanzamt zu übersenden. Wird beispielsweise erstmals ein häusliches Arbeitszimmer geltend gemacht, eine doppelte Haushaltsführung begründet oder erstmals eine Behinderung geltend gemacht, können die entsprechenden Belege dafür direkt beigefügt werden. So lassen sich gegebenenfalls Nachfragen des Finanzamtes vermeiden und damit Zeit sparen.

Auch in diesem Jahr starten die Finanzämter im März mit der Bearbeitung der Steuererklärung für das Vorjahr. Denn Arbeitgeber, Versicherungen und andere Einrichtungen hatten noch bis Ende Februar Zeit, ihre Daten für das Jahr 2017 elektronisch an die Finanzämter zu übermitteln. (dpa)

| Anzeige
| Anzeige

Mehr von Kölner Stadt-Anzeiger

Kölner Stadt-Anzeiger
Kölner Stadt-Anzeiger
| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon