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Gas-Abschlag, Bahn-Preise, Alarm-Tag – das wird im Dezember wichtig

WELT-Logo WELT 30.11.2022 Stephan Maaß
Auch im Dezember tut sich in Sachen Energie-Entlastung einiges Quelle: dpa © dpa Auch im Dezember tut sich in Sachen Energie-Entlastung einiges Quelle: dpa

Auch im Dezember gibt es wieder wichtige Stichtage, Gesetzesänderungen oder Preisanpassungen, die für Verbraucher wichtig sind – und sogar bares Geld sparen können. WELT hat die Neuerungen zusammengetragen und erklärt, was es damit auf sich hat.

Hilfe beim Heizen

Ernst wird es in der Energiepolitik. Gas- und Fernwärmekunden werden im Dezember von der Abschlagszahlung freigestellt. Wessen Abschlag per Lastschrift vom Konto geht, der muss nichts weiter tun. Wer per Dauerauftrag oder händisch überweist, muss die Zahlung manuell anpassen.

Bei Mietern erhält der Vermieter die Soforthilfe. Die muss er 2023 Jahr mit der Nebenkostenabrechnung weitergeben. Die Soforthilfe soll die Zeit überbrücken, bis im kommenden Jahr die Gaspreisbremse greift.

Energiepreispauschale für Rentner

Rentner sollen im Dezember eine Energiepreispauschale von 300 Euro zur Abfederung der gestiegenen Kosten erhalten. Die Energiepreispauschale erhält, wer zum Stichtag 1. Dezember 2022 Anspruch auf eine Alters-, Erwerbsminderungs- oder Hinterbliebenenrente der gesetzlichen Rentenversicherung oder auf Versorgungsbezüge nach dem Beamten- oder dem Soldatenversorgungsgesetz hat.

Der Anspruch besteht nur bei einem Wohnsitz im Inland. Die Energiepreispauschale wird bis Mitte Dezember einmalig über die jeweiligen Rentenzahlstellen ausgezahlt. Sie ist nicht sozialversicherungspflichtig, unterliegt aber der Einkommensteuer.

Neue Verbindungen, höhere Ticketpreise

Ab 11. Dezember 2022 sollen mehr und neue ICE-Züge fahren, während die Preise für Flex-Tickets und Bahncards um bis zu sieben Prozent erhöht werden.

Es gibt weitere Änderungen bei der Deutschen Bahn, wenn der Winterfahrplan eingeführt wird. So sorge die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Wendlingen und Ulm für 15 Minuten weniger Fahrtzeit zwischen Stuttgart und München, verspricht die Bahn.

Zudem gebe es mehr Fahrten ins europäische Ausland, eine schnellere Anbindung des Frankfurter Flughafens und des Ruhrgebiets. Und der bis zu 320 km/h schnelle ICE 3neo kommt mit dem Winterfahrplan. Es werde so viele ICE-Züge wie noch nie zuvor geben, jubelt die Bahn.

Handwerker noch absetzen

Wer einen Handwerker beauftragt, kann im Jahr bis zu 6000 Euro steuerlich geltend machen. 20 Prozent davon erkennt das Finanzamt an – also maximal 1200 Euro, abziehbar von der Steuerschuld.

Wenn dieser Spielraum noch nicht ausgeschöpft wurde, kann es sich lohnen, zu prüfen, ob solche Ausgaben vorgezogen werden können – das geht auch, wenn anstehende Arbeiten angezahlt werden, denn nicht der Zeitpunkt der Dienstleistung, sondern der Bezahlung ist steuerlich relevant.

Damit die Aufwendungen abzugsfähig sind, muss der Handwerker die Materialkosten separat auf der Rechnung ausweisen. Und der Rechnungsbetrag muss überwiesen werden.

Ähnliches gilt für haushaltsnahe Dienstleistungen, für die von Arbeits- und Fahrtkosten bis zur Höhe von 20.000 Euro pro Jahr wieder 20 Prozent steuerlich geltend gemacht werden können – also maximal 4000 Euro als direkter Abzug von der Steuerschuld.

Gesundheitskosten richtig timen

Bei den Ausgaben für die Gesundheit hängt es vom Einkommen und dem Familienstand ab, ob Kosten für eine Behandlung oder eine neue Brille steuerlich geltend gemacht werden können. Denn nur Kosten, die über eine sogenannte zumutbare Belastung laut Paragraf 33 des Einkommensteuergesetzes hinausgehen, können überhaupt steuerlich geltend gemacht werden.

Deshalb sollte man prüfen, ob bestimmte Ausgaben vorgezogen werden können, zum Beispiel für die neue Brille, wenn die zumutbare Belastung 2022 überschritten wurde. Es kann sich aber auch lohnen, damit bis zum nächsten Jahr zu warten, wenn absehbar weitere Gesundheitsausgaben anstehen.

Laut Anwaltsauskunft.de beträgt die zumutbare Belastung bei einem Gesamtbetrag der Einkünfte zwischen 15.340 und 51.130 Euro sechs Prozent und bei Einkünften darüber sieben Prozent des Gesamtbetrags.

Verlustbescheinigung einholen

Außerdem können Gewinne und Verluste aus Kapitalanlagen, die im selben Jahr anfallen, miteinander verrechnet werden. Bleibt man dabei bei einer Bank, wird die Verrechnung in der Regel vom Kreditinstitut erledigt. Werden Gewinne und Verluste aber bei verschiedenen Banken gemacht, braucht man dafür eine Verlustbescheinigung.

Sie muss laut Steuerring bis zum 15. Dezember bei der Bank, die die Verluste ausgewiesen hat, beantragt werden, wenn es in diesem Jahr noch klappen soll mit der Verrechnung.

Werbungskostenpauschale ausschöpfen

Für das Jahr 2022 können pauschal 1200 Euro Werbungskosten geltend gemacht werden. Das sind 200 Euro mehr als bisher. Der Arbeitnehmer-Pauschbetrag sollte so weit wie möglich genutzt werden, um Steuer zu sparen.

Wird ohnehin ein neuer Drucker gebraucht oder ein neues Handy, würde es sich also lohnen, Ausgaben vorzuziehen, wenn die Pauschale noch nicht ausgeschöpft ist. Mit einer noch in diesem Jahr bezahlten Rechnung lässt sich das noch 2022 absetzen.

Fristen für Weihnachtspost

Soll die Weihnachtspost pünktlich zu den Feiertagen ankommen, sollte man die Fristen der Post beachten. Briefe werden noch bis Heiligabend zugestellt, wenn sie bis zum 22. Dezember eingeworfen werden, so das Unternehmen.

Pakete brauchen etwas länger: Sie müssen spätestens am 20. Dezember aufgegeben werden, wenn sie innerhalb Deutschlands rechtzeitig zur Bescherung zugestellt werden sollen. Für Sendungen ins Ausland gelten andere Termine.

Ende für die E-Post

Am 1. Dezember wird die E-Post für private Nutzer eingestellt. Mit dem Service konnten Nutzer seit 2010 digital einen Brief erstellen, der dann von der Post ausgedruckt und zugestellt wurde. Die Firma rät Privatkunden nun, die E-Mail-Anbieter GMX und Web.de sowie die eigene Post- und DHL-App als Alternativen zu nutzen.

Aus einem neuen Online-Office heraus sollen die Kunden künftig Briefe auf Papier versenden. Geschäftsbriefe sollen weiter via E-Post versendet werden können.

Alarm wird getestet

Am 8. Dezember sollen um elf Uhr die Warnsysteme für den Bevölkerungsschutz getestet werden. Unter anderem soll die höchste Warnstufe an alle Handys verschickt werden, um den sogenannten Cell Broadcast zu testen, der ab Februar 2023 regulär für Bevölkerungswarnungen genutzt werden soll.

Im Gegensatz zu anderen Warnsystemen wie Nina oder Katwarn ist keine App nötig, um den Alarm zu empfangen. Doch auch andere Warnkanäle wie Warn-Apps, Anzeigetafeln, Sirenen, Radio und Fernsehen sollen getestet werden.

Es wird wieder geböllert

Die Corona-Pause bei Silvesterfeuerwerk ist vorbei. Nach zwei Jahren ohne dürfen in diesem Jahr wieder Raketen und Böller verkauft und in der Silvesternacht gezündet werden. Die Verbote 2020 und 2021 waren verhängt worden, um die Krankenhäuser in der Pandemie vor Überlastung zu schützen.

Aber Kommunen dürfen weiterhin Böllerverbote verhängen. In vielen Städten gibt es solche Verbotszonen im Innenstadtbereich, etwa in München innerhalb des Mittleren Rings oder in Berlin auf dem Alexanderplatz. Und in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie besonders brandempfindlichen Gebäuden darf grundsätzlich nicht geböllert werden.

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