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Geldhaus: Wie die Deutsche Bank ihr China-Geschäft stärken will

Handelsblatt-Logo Handelsblatt 11.09.2019 Heide, Dana
Das größte deutsche Geldhaus will in China wachsen. © dpa Das größte deutsche Geldhaus will in China wachsen.

In Schanghai eröffnet das Finanzinstitut seinen ersten Fintech-Hub in der Volksrepublik. Trotz Sparkurses will die Deutsche Bank in Asien wachsen.

Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing muss sparen. Der Konzernumbau sorgt allerdings nicht für einen weltweiten Kahlschlag. So hat das Unternehmen nun als erstes deutsches Finanzinstitut in China einen Fintech-Hub eröffnet.

„China ist Kern unserer Wachstumsstrategie in Asien“, sagte Dirk Lubig, Leiter des globalen Transaction-Banking für China und Leiter des Corporate Cash Managements für Greater China der Deutschen Bank, dem Handelsblatt. Das Land sei mit großem Abstand der innovativste Markt in vielen Bereichen, etwa beim mobilen Bezahlen, Künstlicher Intelligenz und Robotik.

Der Hub in Schanghai soll laut Lubig dazu dienen, sich stärker mit der Fintech-Szene in China zu vernetzen. „Wir wollen mit ihnen arbeiten, schauen was sie machen“, so Lubig. „Dann entscheiden wir, ob wir ihre Technologien in unsere Systeme integrieren, ob wir sie an unsere Kunden weiterempfehlen oder ob wir in sie investieren, so wie wir das schon in anderen Teilen der Welt getan haben“. Erst im August vergangenen Jahres hatte sich die Deutsche Bank an dem US-amerikanischen Fintech Modo beteiligt.

Die Fintech-Szene in China gilt als eine der größten – und soll weiter ausgebaut werden. Aus dem Land kommen allein acht sogenannte Fintech-Einhörner, also Start-ups mit einer Marktbewertung von mehr als einer Milliarde Dollar. Zum Vergleich: Aus den USA kommen 24 Fintech-Einhörner. Erst im August hatte die chinesische Zentralbank einen Dreijahresplan zur Unterstützung von Fintechs vorgestellt.

Die Deutsche Bank befindet sich zwar derzeit auf einem Sparkurs, hat aber gleichzeitig angekündigt, bis 2022 insgesamt 13 Milliarden Euro in digitale Innovationen zu stecken. Das Geschäft in der Region Asien-Pazifik macht mit 3,15 Milliarden aktuell rund zwölf Prozent des gesamten Umsatzes aus. Zum Jahresende beschäftigte die Deutsche Bank 19.732 Mitarbeiter in der Region. Genauere Angaben zum chinesischen Markt macht das Unternehmen nicht.

Erst Anfang September hatte die zuständige Aufsichtsbehörde in der Volksrepublik dem Finanzinstitut eine sogenannte „Typ A”-Lizenz erteilt. Damit darf die Deutsche Bank künftig in China Anleihen für dort ansässige Unternehmen begeben – ein Riesenmarkt mit rasantem Wachstum.

Der Fintech-Hub, dem die Deutsche Bank den Namen „Blue Water Fintech Space” gegeben hat, wird zunächst von einer einstelligen Zahl von Mitarbeitern in Schanghai aufgebaut. Die Deutsche Bank hat in einigen weiteren Städten Fintech-Hubs – etwa in London, Berlin und Singapur.

Die Besonderheit in China wird sein, dass sich das Team ganz auf digitale Innovationen für die Beziehung von Unternehmen zu Unternehmen konzentrieren wird. „Es gibt im Finanzwesen schon sehr viele Innovationen, wenn es um die Beziehung vom Unternehmen zum Privatkonsumenten geht“, so Lubig, „im Bereich Unternehmen zu Unternehmen ist dieses innovative Umfeld noch nicht sehr ausgeprägt.“ Der Hub soll auch als Thinktank für die Geschäftskunden der Bank dienen.

Mehr: Lesen Sie hier ein Interview mit Dirk Lubig, Manager bei der Deutschen Bank in China. Er erklärt, welche Trends er in der Volksrepublik sieht.

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