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Goldman Sachs: So beeinflussen die Chancen auf einen Corona-Impfstoff den Aktienmarkt

Finanzen.net-Logo Finanzen.net 11.08.2020

Seit das Coronavirus die Welt in seinem Bann hält, arbeiten Pharma-Konzerne auf Hochtouren an einem Wirk- oder Impfstoff. Hoffnung flimmerte immer wieder auf. Dabei ordnen Anleger die Wahrscheinlichkeit, dass ein Impfstoff kommt, sensibel ein.

DANIEL ROLAND/AFP/Getty Images © Bereitgestellt von Finanzen.net GmbH DANIEL ROLAND/AFP/Getty Images

• Hoffnung auf Impfstoff treibt Märkte

• Enttäuschende Meldungen treffen Anleger empfindlich

• Goldman Sachs-Strategen sind optimistisch

Nachdem sich Anleger nach dem Corona-Tief im März wieder aus der Deckung wagten und an die Aktienmärkte zurückkehrten, kam es zu einer vergleichsweise raschen Erholung. Dabei stützten immer wieder Hoffnungen auf einen Impfstoff die Aufwärtstendenzen, begleiteten das Börsengeschehen phasenweise aber eher im Hintergrund. Immer wieder sichern sich erste Abnehmer große Mengen an zukünftig verfügbarer Impfstoff-Dosen, Studien werden derweil gestartet und einige auch abgebrochen. Noch gibt es keine Methode zur Behandlung oder Immunisierung, die die Gesundheitsergebnisse langfristig wieder verbessern können. Strategen der US-Investmentbank Goldman Sachs schätzen aber, dass die Chancen in diese Richtung nun gut stehen.

Corona: Impfstoff-Hoffnung unter Goldman-Strategen

Wie MarketWatch berichtet, beziffern Prognosen die Wahrscheinlichkeit eines baldigen Durchbruchs auf der Impfstoffsuche auf 40 Prozent. Bis Ende November könnte es soweit sein, dass die US-Lebensmittelüberwachsungs- und Arzneimittelbehörde einen solchen zulässt, heißt es seitens der Goldman Sachs-Strategen. Auf dieser Annahme basierend prognostiziert der Teamleiter Kamakshya Trivedi: Im Laufe des ersten Halbjahres 2021 soll das Mittel zur Immunisierung dann auf breiter Front zugänglich werden. Wirtschaftlich würde sich das optimistische Szenario positiv durchschlagen: "Ein solcher Zeitrahmen könnte das BIP [Bruttoinlandsprodukt] im Vergleich zu einem 'Nicht-Impfstoff'-Fall erheblich steigern, insbesondere für die USA, die wahrscheinlich das Impfstoffrennen anführen und wahrscheinlich schlechtere Ergebnisse erzielen werden als in Europa ohne Impfstoff."

Wichtige Faktoren nicht richtig eingeschätzt?

Obwohl derzeit noch kein Corona-Impfstoff in Aussicht ist, haben sich die Aktienmärkte relativ stabilisiert, fassen die Strategen die vergangenen Handelstage und -wochen zusammen. Ein Nicht-Impfstoff-Szenario läge bei einer 60-prozentigen Wahrscheinlichkeit, so die Strategen von Goldman Sachs. Schätzen die Anleger die Chance auf einen Impfstoff möglicherweise falsch ein? Das deutet zumindest die MarketWatch vorliegende Kundenmitteilung an. "Nach diesen Schätzungen könnten die Optionsmärkte die Fettleibigkeit beider 'Schwänze' unterbewerten, insbesondere den Aufwärtsfall. Out-of-the-money-Call-Optionen auf den S&P 500 (und einige andere Indizes) sehen angesichts unserer Einschätzung der zeitlichen Ergebnisse des Impfstoffs immer noch attraktiv bewertet aus", sagen sie.

Gleichermaßen unterschätzt würden die Wahlen in den USA - hier weniger der innenpolitische, viel mehr der internationale Gesichtspunkt. Die "internationalen Auswirkungen sowohl im Vorfeld der Wahl als auch danach werden für die Marktausrichtung in den kommenden Monaten ebenso wichtig sein", heißt es von Seiten der Experten. Besonders die Beziehung zu China steht dabei im Mittelpunkt des Interesses. Jüngst verschärfte sich der aktuelle Konflikt rund um TikTok und Co., der ein weiterer zusätzlich zum stillgelegten Handelszwist darstellt.

Verschiebung - Tech-Rally vs. Impfstoff

Die Strategen warfen außerdem auf, dass die Risiken, welche mit der bevorstehenden Wiedereröffnung der Schulen in den USA einhergehen, derzeit kritisch diskutierte Themen weiter anheizen oder in die Länge ziehen könnten. Dazu gehörten nicht nur die niedrigen Realzinsen, sondern auch die Tech-Rally sowie die defensive Erholung an den Märkten. "Aber da einige dieser Bewegungen in die Länge gezogen werden, sollten Investoren der Möglichkeit eines Führungswechsels auf den globalen Märkten in den kommenden Monaten aufgeschlossen gegenüber stehen, insbesondere wenn der Nachrichtenfluss an der Impfstofffront weiterhin ermutigend ist", so die Strategen.Redaktion finanzen.net

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