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Hundefutter-Test bei Stiftung Warentest: Fast jedes dritte Produkt fällt durch

Tagesspiegel-Logo Tagesspiegel 25.05.2019 Heike Jahberg
Dose auf, Futter in den Napf: Einen Hund gut zu ernähren, ist nicht schwer. © Foto: Thilo Rückeis Dose auf, Futter in den Napf: Einen Hund gut zu ernähren, ist nicht schwer.

Hunde sollten nicht wie Wölfe fressen. Die Stiftung Warentest hat 31 Nass- und Tiefkühlfutter getestet. Alle fünf Barfmenüs sind mangelhaft.

Für ihren besten Freund greifen viele Hundehalter gern tief in die Tasche oder stellen sich selbst an den Herd. Denn auch wenn man es dem Chihuahua oder dem Mops nicht ansieht, so stammt der Hund nun mal vom Wolf ab. Und der hat niemanden, der ihm die Futterdose aufmacht, sondern ernährt sich vom Fleisch.

Immer mehr Hundebesitzer versuchen, ihrem Vierbeiner eine wolfsähnliche Ernährung zu bieten, ohne dass ihr Tier selbst auf die Jad geht. Barfen heißt der neueste Trend und steht für biologisches, artgerechtes Rohfutter. Die Hunde bekommen rohes Futter. Herrchen oder Frauen können das selbst zusammenstellen, indem sie Fleisch, Fisch, Knochen, Innereien, Gemüse, Obst, Nüsse, Samen, Eier und Milch zusammenmischen. Sie können das Ganze aber auch als Fertignahrung tiefgekühlt kaufen. Doch die Stiftung Warentest rät davon ab.

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Sie hat 31 Hundefuttermarken getestet, darunter fünf tiefgekühlte Barf-Menüs. Das Urteil ist vernichtend: Alle fünf waren mangelhaft. Nach dem Auftauen stellten die Verbraucherschützer eine hohe Keimbelastung fest, vor allem durch Enterobakterien aus dem Darm. Paradoxerweise sind diese für Hunde gar nicht so problematisch, wohl aber für die Hundehalter, die sich mit den Keimen infizieren können.

In jedem fünften Haushalt lebt ein Hund, 9,4 Millionen Hunde gibt es in Deutschland. Damit schafft es der Hund auf Platz zwei der Lieblingstiere - nach der Katze, die mit 14,8 Millionen Tieren unangefochten auf Platz eins steht. 1,44 Milliarden Euro haben die Hundehalter im vergangenen Jahr für Hundefutter ausgegeben, 4,5 Prozent mehr als im Vorjahr, hat der Verband des Zoofachhandels ermittelt. Feucht- und Trockenfutter halten sich dabei in etwa die Waage. 473 Millionen haben die Bundesbürger für Feuchtfutter bezahlt, 6,6 Prozent mehr als im Vorjahr.

Sehr gutes Futter für wenig Geld

Dabei muss man gar nicht tief in die Tasche greifen, um seinen Hund perfekt zu ernähren. Für ein "sehr gutes" Futter reichen 59 Cent am Tag, sagt die Stiftung Warentest. Das gelingt etwa mit dem "Gut & Günstig"-Futter von Edeka sowie der Netto-Marke Pablo. Ebenfalls sehr gut, aber teurer sind Lidl (Orlando), Aldi Süd (Romeo), Netto (Pablo) und Penny (Spurty). Das beste Markenfutter kommt von Pedigree und ist "gut."

26 Nassfutter haben die Verbraucherschützer unter die Lupe genommen, die alle als Alleinfuttermittel gedacht sind. Neben den sechs sehr guten Marken waren acht gut, sieben befriedigend, eine ausreichend und vier mangelhaft. Durchgefallen im Test ist etwa das dm-Futter "Mein Bestes", weil es zu viel Jod und zu wenig Kupfer enthält. Auffällig: Die teuersten Produkte schneiden eher schlecht ab.

Herzenshund (Hirsch mit Quinoa, Tagesration: 5,71 Euro) bekam mangelhaft genauso wie das Bio-Futter von Hermann's Manufaktur (Tagespreis 4,14 Euro). Diese Anbieter verzichten bewusst auf Vitamin- und Mineralstoffzusätze. "Ein Alleinfutter braucht diese Stoffe aber, um Hunde rundum zu versorgen", betonen die Tester.

Wer keine Dosen schleppen möchte, ist übrigens auch mit Trockenfutter gut bedient. In einem älteren Test hatte die Stiftung Warentest vor einigen Jahren alle Alleinfutter mit gut bewertet, die Getreide enthalten, darunter auch die billigen Futter von Lidl, Rewe und Aldi Süd. Mangelhaft waren damals nur das Bio-Futter von Yarrah und Bubeck Pferdefleisch Nr. 89.

Hunde brauchen zahlreiche Nährstoffe, um gesund zu bleiben. Aminosäuren für Herz und Muskeln, Linolsäure für die Leber, Kalzium und Phosphat fürs Fell. In fast allen Nassfuttern ist das enthalten. Der deutsche Durchschnittshund - 15 Kilo schwer, eher mäßiger Auslauf - ist mit 724 Kalorien am Tag gut versorgt. Größere Tiere brauchen mehr Kalorien, aber eine einfache Multiplikation reicht nicht. So sind für eine 60 Kilo schwere Dogge 2050 Kalorien ausreichend und nicht 2900 Kalorien. Und: Entdecken Sie die ersten Speckröllchen, runter mit den Kalorien! Das gilt für Mensch und Hund.

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