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Irans Revolutionsgarden drohen mit Blockade der Öl-Route im Golf

WELT-Logo WELT 24.04.2019
Auch die EU kritisiert die Verschärfung der US-Sanktionen gegen den Iran. Die Vereinigten Staaten wollen kein Land mehr von dem Verbot der Einfuhr iranischen Öls ausnehmen. So soll Teheran seine wichtigste Einnahmequelle verlieren. Quelle: WELT/ Sebastian Struwe © WELT/ Sebastian Struwe Auch die EU kritisiert die Verschärfung der US-Sanktionen gegen den Iran. Die Vereinigten Staaten wollen kein Land mehr von dem Verbot der Einfuhr iranischen Öls ausnehmen. So soll Teheran seine wichtigste Einnahmequelle verlieren. Quelle: WELT/ Sebastian Struwe

Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) haben mit einer Blockade der Straße von Hormus im Persischen Golf gedroht, falls die USA den Öl-Export der Islamischen Republik stoppen sollten. Die Straße von Hormus gilt als die wichtigste Öl-Handelsroute, durch die fast ein Drittel der globalen Öl-Exporte verschifft wird. „Solange wir unser Öl exportieren können, bleibt Hormus offen, wenn nicht, dann gibt es dafür keine Logik mehr“, sagte IRGC-Marinekommandeur Aliresa Tangsiri laut Nachrichtenagentur Isna.

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Die Entscheidung der USA, bei Sanktionen gegen Öl-Importe aus dem Iran keine Ausnahmen mehr zuzulassen, führte im Iran zu unterschiedlichen Reaktionen. In staatlichen Kreisen gab es die üblichen Aufrufe zum Widerstand gegen den „Großen Satan“ (USA).

Die Menschen im Land jedoch befürchten, dass ohne Öl-Export, die Haupteinnahmequelle des Landes, die bereits akute Wirtschaftskrise noch schlimmer werden und ihre Existenz gefährden könnte. 

Das iranische Außenministerium soll intensive Gespräche mit relevanten Stellen im In- und Ausland führen. Die Ergebnisse werden dann der politischen Führung vorgelegt und eine Entscheidung in Kürze bekanntgegeben, sagte Außenamtssprecher Abbas Mussawi. 

Auch Präsident Hassan Ruhani hatte mehrmals mit einer Blockade der Straße von Hormus gedroht, falls die USA im Zuge ihrer Sanktionen Irans Öl-Exporte blockieren sollten. Auch ein Ausstieg des Irans aus dem Wiener Atomabkommen von 2015 – das eine iranische Atombombe verhindern soll – steht auf der politischen Agenda in Teheran. 

Laut Ruhani hat sich der Iran an alle technischen Verpflichtungen im Atomdeal gehalten. Die Sanktionen jedoch, die gemäß Abkommen aufgehoben werden sollten, bestünden immer noch – und würden von den USA sogar verschärft.

EU und China kritisieren US-Sanktionen

Die EU und China haben die Verschärfung des US-Ölembargos gegen den Iran kritisiert. Die Ölpreise stiegen am Dienstag weiter. EU-Kommissionssprecherin Maja Kocijancic äußerte Bedauern über die Entscheidung der USA und sagte, diese berge das Risiko, das Atomabkommen mit dem Iran „weiter zu untergraben“.

Die USA hatten angekündigt, die Ausnahmeregelung für China und manche andere Staaten nicht zu verlängern. Sie läuft am 2. Mai aus. Damit drohen den betroffenen Staaten US-Sanktionen, wenn sie weiter iranisches Öl verkaufen. Die USA waren vergangenes Jahr aus dem Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen und die EU hat seither versucht, US-Sanktionen gegen den Iran zu umgehen.

Peking kritisierte, das Ende der Ausnahmegenehmigungen verstoße gegen Chinas Interessen und werde die Turbulenzen im Nahen Osten und an den internationalen Energiemärkten verstärken. Außenministeriumssprecher Geng Shuang sagte, die USA agierten außerhalb ihrer Gerichtsbarkeit, wenn sie einseitig die Sanktionen verhängten.

Normale Interaktion zwischen dem Iran und anderen Ländern seien „vernünftig und rechtens“ und verdienten Respekt und Schutz. China werde weiterhin daran arbeiten, die Interessen seiner Unternehmen zu schützen, was den Wunsch des Landes widerspiegele, ausländische Märkte zu sichern, sagte Shuang.

Rohöl der Sorte Brent verteuerte sich am Dienstag um 35 US-Cent auf 74,39 Dollar je Barrel. Energieanalysten von Raymond James & Associates schrieben, die Verschärfung der Sanktionen sei „eindeutig bullish“ für den Ölpreis, was bedeutet, dass er weiter ansteigen werde. Saudi-Arabien werde sich Zeit lassen mit einer Ausweitung der eigenen Ölförderung zur Kompensierung geringerer iranischer Exporte. Ohne eindeutige Anzeichen dafür, dass das iranische Angebot falle, werde Saudi-Arabien vorsichtig sein, prognostizierten sie.

Undatierte Satellitenaufnahme: Die Straße von Hormus ist eine strategisch bedeutende Meerenge zwischen der arabischen Halbinsel und dem Iran © dpa Undatierte Satellitenaufnahme: Die Straße von Hormus ist eine strategisch bedeutende Meerenge zwischen der arabischen Halbinsel und dem Iran
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