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Konjunktur: Stimmung in den rheinischen Unternehmen ist mies

Kölner Stadt-Anzeiger-Logo Kölner Stadt-Anzeiger 24.11.2022 Corinna Schulz
Die Industrie-Unternehmen blicken pessimistisch in die Zukunft. © picture alliance / Oliver Berg/dpa Die Industrie-Unternehmen blicken pessimistisch in die Zukunft.

Die Stimmung in den Unternehmen der Region ist so mies wie selten zuvor. Sorgen vor Energieengpässen und steigenden Preisen belasten die rheinische Wirtschaft. Zwar ist die aktuelle Geschäftslage noch überwiegend positiv, allerdings hat sie sich seit dem Frühjahr deutlich eingetrübt. „Der russische Angriff auf die Ukraine hat spürbare Auswirkungen auf die Wirtschaft im Rheinland“, fasst Michael F. Bayer, Hauptgeschäftsführer der IHK Aachen, die jüngsten Ergebnisse des IHK-Konjunkturbarometers Rheinland zusammen. „Durch den massiven Anstieg der Energiepreise, in dessen Folge die Inflation drastisch angestiegen ist, und durch die teilweise immer noch fragilen Lieferketten hat die Konjunktur deutlich an Schwung verloren.“

Insgesamt 2700 Unternehmen haben an der Umfrage der sieben rheinischenKammern (Aachen, Bonn, Düsseldorf, Köln, Bergische IHK, Mittlerer Niederrhein, Niederrheinische IHK Duisburg-Wesel-Kleve) teilgenommen. Davon beurteilen immerhin noch ein Drittel ihre Lage als gut. Zum Jahresbeginn waren es noch 38 Prozent. Parallel ist die Zahl der schlechten Beurteilungen um vier Punkte auf 22 Prozent gestiegen. Der Lageindex aus positiven und negativen Rückmeldungen geht damit um 13 auf acht Punkte zurück und sinkt deutlich unter den langjährigen Durchschnitt von 19 Punkten.

Sorge vor Gasmangel

Betrachtet man die einzelnen Sparten, so berichtet die Mehrheit der Befragten in der Industrie derzeit noch von guten Geschäften. Doch hier sind es vor allem das Baugewerbe, der Maschinen- und Fahrzeugbau sowie in der Elektroindustrie, die überwiegend positive Rückmeldungen geben. Dabei herrscht in den Industriebetrieben insgesamt große Sorge vor einer drohenden Gasmangellage. Jeder dritte Befragte gibt an, dass die Produktion bei einer Drosselung um 25 Prozent eingestellt werden müsste. Bei einem Rückgang um 50 Prozent würden sogar 56 Prozent der Betriebe nicht mehr produzieren.

Der produktionsorientierte Großhandel profitiert noch von der Industrie, während der konsumnahe Großhandel und der Einzelhandel überwiegend schlechte Geschäfte melden. Die Kaufzurückhaltung der Konsumenten macht den Betrieben zu schaffen. Besser sieht es bei den Dienstleistern aus, die überwiegend zufrieden sind. Lediglich die Befragten aus dem Bereich Medien und Kommunikation sowie der Gesundheitswirtschaft sind größtenteils unzufrieden.

Besonders dramatisch zeigen sich die derzeitigen Bedingungen bei den Erwartungen der Unternehmen. Der Indexwert fällt um 48 auf -42 Punkte – und damit auf den tiefsten Stand seit Beginn der Rheinland-Datenerhebung im Jahr 2003. Nur in Folge der Lehman-Brothers-Krise zum Jahresbeginn 2009 (-41) und während des ersten Corona-Lockdowns im Frühjahr 2020 (-39) lag der Indexwert auf einem ähnlich niedrigen Niveau. Grund für den pessimistischen Ausblick ist insbesondere die Entwicklung der Energiepreise.

„Für 84 Prozent aller Befragten sind die massiv gestiegenen Energiekosten das größte Risiko für die weitere wirtschaftliche Entwicklung“, sagt Bayer. „In der Industrie sagen das sogar 93 Prozent aller Unternehmerinnen und Unternehmer. Solch negative Werte hatten wir noch nie ermittelt.“ Weiterer Risikofaktor in den Augen der Unternehmen ist der Fachkräftemangel. Und so überrascht es nicht, dass in der derzeitigen Situation mit geringen Hoffnungen auf eine positive konjunkturelle Entwicklung die Investitionspläne der Unternehmen gebremst werden. Die Firmen bleiben vorsichtig.

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