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Kursrally an der Nasdaq, Dax und Dow im Minus, Fed-Chef Powell hält US-Wirtschaft für stark genug

manager magazin-Logo manager magazin 22.06.2022 Anna Driftschröer

Inflations- und Konjunktursorgen drücken den Dax zwischenzeitlich unter 13.000 Punkte. Fed-Chef Powell versucht, die Märkte zu beruhigen: Die US-Wirtschaft sei stark genug, um eine straffere Geldpolitik zu verkraften. Der Tech-Index Nasdaq dreht daraufhin ins Plus.

© ALEX DOMANSKI/ REUTERS

Auf und Ab an der Börse: Nach einem kurzen Erholungsversuch am Vortag ist der deutsche Leitindex Dax am Mittwoch wieder abgetaucht. Der Index verlor zwischenzeitlich mehr als 2 Prozent auf 12.965 Punkte. Am Nachmittag verringerte der Dax seine Verluste dann auf 1,3 Prozent und kletterte wieder über die Marke von 13.100 Zählern. Der EuroStoxx 50, Leitindex der Eurozone, startete ebenfalls einen Erholungsversuch. Anlass für die Stabilisierung: Die US-Börsen starteten am Mittwoch lediglich mit moderaten Verlusten in den Handel. Der Dow Jones verlor zuletzt 0,8 Prozent an Wert, der Nasdaq 100 drehte zuletzt sogar 0,5 Prozent ins Plus.

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Powell: Die US-Wirtschaft ist stark genug für Zinserhöhungen

Fed-Chef Jerome Powell sprach zum Börsenstart in den USA vor einem Kongress-Ausschuss. Nach der höchsten Zinserhöhung seit 1994 warb der Fed-Chef erneut für rasche Zinserhöhungen, um die Inflation in den Griff zu bekommen. Anleger fürchten, dass eine aggressive Straffung der Geldpolitik durch die US-Notenbank Fed eine Rezession auslösen könnte. Doch Powell trat während der Anhörung diesen Befürchtungen entgegen: Die US-Wirtschaft sei stark genug, um eine straffere Geldpolitik zu verkraften, sagte Powell.

Die Fed sei entschlossen, die Inflation in den USA wieder unter die Marke von 2 Prozent zu drücken, ergänzte der Fed-Chef. Über weitere Zinserhöhungen werde man "von Sitzung zu Sitzung entscheiden".

BASF-Aktie taucht ab: CEO warnt vor schwierigen Zeiten

Bei den Einzelwerten notierten die Aktien von BASF zuletzt noch rund mit fünf Prozent im Minus und damit am Dax-Ende. Vorstandschef Martin Brudermüller hatte die Investoren am Dienstag auf schwierigere Zeiten eingestellt hatte. BASF werde im zweiten Halbjahr nicht mehr von den bislang angespannten Lieferketten bei der Konkurrenz profitieren, hinzu kämen die hohen Energiekosten, sagte er. "Das klingt sehr vorsichtig und pessimistisch, obwohl keine Zahlen genannt wurden", sagte ein Händler.

Auch die Aktie von Continental geriet stark unter Druck und gab zuletzt mehr als 4 Prozent ab. Die Aktie von Bayer setzte ebenfalls ihre Talfahrt fort. Bayer hatte am Vortag im Glyphosat-Streit vor dem US Supreme Court eine Niederlage erlitten.

Stahlwerte tief im Minus

Die Anteile der Salzgitter AG hielten mit minus 12,60 Prozent die rote Laterne im SDax. Eine Branchenstudie der US-Bank JPMorgan belastete. Analyst Luke Nelson stufte die Aktie des Stahlunternehmens von "neutral" auf "underweight" ab und senkte das Kursziel von 44,00 auf 31,60 Euro. Dabei verwies er auf deutlich gesunkene Preise und eine rückläufige Ertragskraft. Die Lagerbestände in Europa und China seien recht hoch und die Wirtschaftsaussichten mau. Im Gefolge gaben auch Thyssenkrupp nach und sackten um 6,4 Prozent ab. Die Papiere des Stahlhändlers Klöckner & Co. büßten 5,6 Prozent ein.

Nur wenige Aktie im deutschen Leitindex notierten im Plus. Der als defensiv, und damit weniger anfällig für Konjunkturschwankungen geltende Konsumgüterhersteller Beiersdorf verbuchte ein Plus von zuletzt 1,2 Prozent sowie der Versorger Eon mit plus 0,3 Prozent.

Bundesanleihen gefragt

Gefragt waren bei den risikoscheuen Anlegern Staatsanleihen. Die Renditen der zehnjährigen Bundesanleihen fielen im Gegenzug um sieben Basispunkte auf 1,692 Prozent, nachdem sie am Donnerstag den höchsten Stand seit Januar 2014 markiert hatten.

Dow Jones startet mit Verlusten, Nasdaq dreht ins Plus

Die US-Börsen starteten am Mittwoch mit Verlusten in den Handel, hielten diese jedoch in Grenzen. Der Dow Jones Industrial notierte zuletzt rund 1 Prozent im Minus. Der technologielastige Nasdaq 100 legte zuletzt um 0,5 Prozent zu..

Zu den Verlierern am US-Aktienmarkt gehörten Ölkonzerne wie Exxon und Chevron mit Kursverlusten von jeweils mehr als vier Prozent. Die Branche liegt im Clinch mit der US-Regierung. Präsident Joe Biden hatte unter Hinweis auf Rekordgewinne eine Ausweitung der Raffinerie-Kapazitäten gefordert, um den Anstieg der Benzinpreise zu stoppen. Außerdem plant Biden, für einige Monate die Treibstoffsteuer auszusetzen. Vor diesem Hintergrund verbilligte sich die US-Rohölsorte WTI um 6,6 Prozent auf 102,32 Dollar je Barrel (159 Liter).

Powell gibt sich zuversichtlich

Die US-Notenbank wird sich laut ihrem Chef Jerome Powell mit ihrer Zinspolitik stark dafür einsetzen, die hochgeschossene Inflation zu senken. Die Währungshüter handelten zügig, um dies zu erreichen, erklärte Powell am Mittwoch in seiner vorab veröffentlichten Rede zu einer zweitägigen Anhörung im US-Kongress. "Es ist wichtig, dass wir die Inflation herunterbringen, wenn wir eine anhaltende Phase starker Arbeitsmarktbedingungen haben wollen, die allen zugutekommt", sagte der Notenbankchef. Das Ziel sei, die Inflation auf zwei Prozent zu drücken, während der Arbeitsmarkt stark bleibe.

Powell zufolge, der zunächst dem Bankenausschuss des Senats Rede und Antwort steht, hängt die Geschwindigkeit der geldpolitischen Schritte von den Konjunkturdaten und von den wirtschaftlichen Aussichten ab. Die Inflation habe offensichtlich, was die Stärke angehe, überrascht und es könnten weitere Überraschungen anstehen, sagte er. Die Währungshüter müssten auf die Daten und die sich verändernden Aussichten stets flink reagieren.

Die Federal Reserve hatte Mitte Juni angesichts der höchsten Inflation seit mehr als 40 Jahren den Leitzins Mitte Juni so kräftig angehoben wie seit 1994 nicht mehr. Sie beschloss eine Erhöhung um 0,75 Prozentpunkte auf die neue Spanne von 1,50 bis 1,75 Prozent.

Verluste an Asiens Börsen

In Asien haben die Aktienmärkte am Mittwoch größtenteils nachgegeben. In Japan ging es für den Leitindex Nikkei 225 nach den kräftigen Gewinnen am Vortag zuletzt leicht nach unten. Rund eine Stunde vor dem Handelsende stand er mit einem Abschlag von fast 0,1 Prozent bei 26.224 Punkten. Der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Unternehmen des chinesischen Festlands verlor zuletzt rund ein halbes Prozent. In der Sonderverwaltungszone Hongkong büßte der technologielastige Hang-Seng-Index im späten Handel rund eineinhalb Prozent ein.

Bitcoin fällt erneut Richtung 20.000 US-Dollar

Die weltweit bekannteste Digitalwährung Bitcoin ist weiterhin unter Druck. Auf der Handelsplattform Bitstamp notierte er zuletzt bei 20.358 US-Dollar und verlor damit mehr als 3 Prozent im Vergleich zum Vortag. Im November vergangenen Jahres erreichte der Bitcoin noch ein Rekordhoch von 69.000 US-Dollar.

Ölpreise fallen auf einmonatige Tiefstände

Die Ölpreise sind am Mittwoch im frühen Handel auf die tiefsten Stände seit rund einem Monat gefallen. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 110,75 Dollar. Das waren 3,90 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI fiel um 4,08 Dollar auf 105,44 Dollar. Am Markt wurde die Rezessionsangst als Grund genannt.

Im Moment liegen die Ölpreise gut 40 Prozent höher als zu Jahresbeginn. Hauptgründe sind der Krieg Russlands gegen die Ukraine und Sanktionen überwiegend westlicher Länder. Russland ist einer der weltgrößten Öllieferanten.

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