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Lord Anthony Bamford transferiert Milliardenvermögen von Steueroase in die Schweiz

Finanzen.net-Logo Finanzen.net 18.09.2020

Wenn das Unternehmen höher besteuert werden soll und die Steueroase in der Karibik sich auf einmal nach internationalen Normen richtet, muss man das Vermögen einfach in die Schweiz transferieren. Dies lässt zumindest das aktuelle Manöver des Milliardärs und JCB-Konzernchefs Anthony Bamford vermuten.

YASUYOSHI CHIBA/AFP/Getty Images © Bereitgestellt von Finanzen.net YASUYOSHI CHIBA/AFP/Getty Images

Von der Karibik in die Schweiz

Lord Anthony Bamford baute sich durch das Baumaschinen-Unternehmen JCB ein Milliardenvermögen auf, welches er bis vor kurzem aus Curaçao in der Karibik heraus steuerte. Von dieser Steueroase aus kontrollierte das Unternehmen um Bamford die JCB Group Holdings über viele Jahre hinweg. Bereits seit 1976 genoss die Holding jegliche Steuervorteile, welche die Karibikinsel zu bieten hatte.

Nun transferierte der Baumaschinen-Mogul Bloomberg zufolge den Konzernsitz und das damit verbundene Vermögen jedoch in die Westschweiz nach Waadt.

Was, wenn das Steuerparadies auf einmal nur noch Paradies ist?

Bloomberg berichtet, dass es von Seiten des Konzerns keine offizielle Stellungnahme zu diesem Manöver gab, allerdings könnte die kürzlich in Kraft getretene Steuerreform in Curaçao den ausschlaggebenden Punkt zum Umzug gegeben haben.

Die Karibikinsel steht seit einigen Jahren auf der sogenannten schwarzen Liste der Europäischen Union. Dort werden alle Steueroasen aufgeführt. Um von der Liste entfernt zu werden, passte die zu den Niederlanden gehörende Insel ihre Steuerpolitik an internationale Standards an.

Da passte es für Bamford anscheinend wie die Faust aufs Auge, dass der Kanton Waadt bereits seit Januar 2019 eine für Unternehmen lockere Steuerpolitik fährt. JCB muss hier laut Tagesanzeiger lediglich 14 Prozent Körperschaftssteuer an den Staat abdrücken, während es beispielsweise in Deutschland insgesamt circa 30 Prozent Steuern auf den Gewinn wären.

Wachsende Milliardenumsätze

Das nach Lausanne transferierte Vermögen beläuft sich auf circa 5,6 Milliarden Euro und wird nun von einer dort ansässigen Holding verwaltet. Weltweit betreibt JCB 22 Fabriken mit insgesamt 12.000 Mitarbeitern, die über 300 Produkte herstellen.

Hierdurch generierte der Konzern im Jahr 2019 Umsätze von rund 4,7 Milliarden Euro. Henry Ely / Redaktion finanzen.net

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