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Mehr als ein Prozent im Minus – Handelsstreit drückt den Dax - Dax aktuell

Handelsblatt-Logo Handelsblatt 11.07.2018
© picture alliance / Klaus Ohlenschläger

Die Angst vor einem Handelskrieg ist am Mittwoch mit voller Wucht an die Finanzmärkte zurückgekehrt. Die Androhung weiterer US-Zölle gegen chinesische Waren sorgte weltweit für Verunsicherung. Dax und EuroStoxx gaben je 1,2 Prozent auf 12.451 und 3436 Punkte ab.

„Wie erwartet gießt der US-Präsident weiter Öl ins Feuer des Zollkonflikts, der sich mehr und mehr zu einem Handelskrieg entwickelt, berücksichtigt man die Volumina an Waren, die nun mit neuen Abgaben belegt werden sollen“, betonte Stratege Thomas Metzger vom Bankhaus Bauer. US-Präsident Donald Trump will für weitere Produkte im Wert von 200 Milliarden Dollar zusätzliche Zölle erlassen. China bezeichnete die Pläne als absolut inakzeptabel.

Sollten die USA ihre angedrohten Zölle im geplanten Umfang umsetzen, würde das bedeuten, dass rund die Hälfte der in die USA ausgeführten chinesischen Güter davon betroffen sei, sagte Ökonom Rajiv Biswas vom Broker IHS Markit. „Chinas Exportsektor wird dadurch im US-Geschäft einen großen Wettbewerbsnachteil im Vergleich zu Herstellern anderer Schwellenländer haben.“

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Wachstumssorgen bringen Chinas Börsen unter Druck

Am Kapitalmarkt wächst die Unsicherheit, unter anderem wegen eingetrübter Konjunkturaussichten. Vor allem an den asiatischen Börsen waren die Verluste stark. „Wir kommen aus einer Phase des langanhaltenden, über alle Weltregionen relativ gleichmäßig verteilten Aufschwungs“, erläuterte Portfoliomanagement-Vorstand Jens Wilhelm von der Fondsgesellschaft Union Investment. „Das droht sich gerade zu ändern. Nach vorne wird es wirtschaftlich schwieriger.“ Der Shanghai-Composite ging 1,8 Prozent tiefer bei 2777 Punkten aus dem Handel, in Tokio verlor der Nikkei-Index 1,2 Prozent.

An den Rohstoffmärkten kamen die Preise für Rohöl und Kupfer ins Rutschen: Die führende Nordseesorte Brent verlor bis zu 2,2 Prozent auf 77,15 Dollar je Fass. Bei den Industriemetallen verbilligte sich Kupfer um bis zu vier Prozent und markierte bei 6081 Dollar je Tonne ein Jahrestief. Auch die Zink-Preise fielen um rund sechs Prozent auf den tiefsten Stand seit Juni 2017.

Am Devisenmarkt wertete der chinesische Yuan zum Dollar ab. Die US-Währung verteuerte sich um 0,4 Prozent auf 6,664 Yuan. Die chinesische Währung ist nicht frei handelbar, sondern darf einen von der Notenbank vorgegebenen Kurs nur in einer bestimmten Spanne über- oder unterschreiten. Der Euro gab 0,3 Prozent auf 1,1705 Dollar ab.

Papiere von Jenoptik heben nach Übernahme ab

Ein Zukauf und höhere Umsatzerwartungen machten die Aktien von Jenoptik zum Spitzenreiter im Technologieindex TecDax. Sie legten bis zu 8,5 Prozent auf 34,88 Euro zu und waren damit so teuer wie seit knapp drei Wochen nicht mehr. Jenoptik übernimmt den Spezialist für Maschinenintegration und Prozessautomation, Prodomax Automation. Die Experten vom Analysehaus Baader Helvea schätzten den Preis auf 80 bis 85 Millionen Euro. „Wir finden den Kaufpreis attraktiv und denken, dass die Akquisition wertsteigernd für Jenoptik sein wird.“

Am Dax-Ende fanden sich die Aktien von ThyssenKrupp wieder, die 2,1 Prozent abgaben. Einem Zeitungsbericht zufolge will der Aufsichtsrat noch in dieser Woche einen Nachfolger für den zurückgetretenen Konzernchef Heinrich Hiesinger finden. Finanzchef Guido Kerkhoff solle übergangsweise die Führung des Mischkonzerns übernehmen, wie das Handelsblatt berichtete.

Anleger kehrten auch dem britischen Luxus-Bekleidungshersteller Burberry den Rücken. Investoren bemängelten, dass das erste Quartal keine positiven Überraschungen gebracht habe. Burberry-Titel fielen in London um bis zu fünf Prozent. Auch Aktien von Wettbewerbern wie LVMH, Kering, Hermes und Hugo Boss verloren im Sog dessen bis zu knapp zwei Prozent.


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