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"Mein Leben, mein Job und ich": Gehalt, Haushalt, Altersarmut: Brigitte-Studie zeigt, wie sehr die Gleichberechtigung im Alltag hinkt

stern-Logo stern 05.03.2021 cf
Im beruf verdienen viele Frauen immer noch weniger als Männer, zeigte die neue Brigitte-Studie "Mein Leben, mein Job und ich" © Getty Images Im beruf verdienen viele Frauen immer noch weniger als Männer, zeigte die neue Brigitte-Studie "Mein Leben, mein Job und ich"

Die Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern hinkt im Alltag immer noch - das zeigt eine neue Studie der "Brigitte". Frauen arbeiten nach wie vor mehr im Haushalt und bekommen im Job weniger Gehalt.

In puncto Hausarbeit ist Deutschland noch traditioneller, als es viele Männer denken - das zeigt die neue Studie der Zeitschrift "Brigitte": Mehr als jeder Dritte der befragten Männer (etwa 40 Prozent) schätzte die Aufteilung von Hausarbeit und Kinderbetreuung mit der Partnerin als "Machen wir beide gleichermaßen" ein. Von den Frauen sagte das dagegen nur jede Fünfte an (20 Prozent). Knapp drei Viertel der Frauen sagen dagegen: "Das mache hauptsächlich ich". Der Unterschied ist frappierend und dennoch ein kleiner Fortschritt verglichen mit der vergangenen Befragung aus dem Jahr 2017.

Für die Studie "Mein Leben, mein Job und ich", die vom Meinungsforschungsinstitut Ipsos durchgeführt wurde, wurden 2000 Frauen, Männern und Diversen zwischen 18 und 69 Jahren 144 Fragen gestellt. Weitere Erkenntnisse der Studie:

Angst vor Altersarmut steigt

Die Angst der Frauen vor Altersarmut ist gestiegen. 2017 lag der Anteil derjenigen, die mit sorgenvollem Blick ins Alter schauen, bei 49 Prozent - heute sind es 60 Prozent. Unter den alleinerziehenden Frauen liegt der Anteil sogar bei 64 Prozent. Mehr als jede dritte Frau (37 Prozent) rechnet derzeit nur mit einer Rente von bis zu 1000 Euro, bei den Alleinerziehenden ist der Anteil mit 44 Prozent deutlich höher.


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NÄCHSTES
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Zwar sorgen Frauen ebenso oft wie Männer privat für das Alter vor - knapp die Hälfte der Menschen ist hier aktiv –, die Männer aber mit deutlich höheren Beträgen. Fast zwei Drittel (62 Prozent) stecken mehr als 100 Euro pro Monat in die private Altersvorsorge. Bei den Frauen investiert nur jede Dritte (35 %) so viel.

Kein eigener Lebensunterhalt

Ein weiteres Gefälle zwischen den Geschlechtern: Nur jede zweite Frau sagt, sie könne ihren Lebens­unterhalt durch ihr Einkom­men selbst bestreiten. Bei Männern ist das mit 69 Prozent der Umfrage zufolge deutlich häufiger der Fall. Und nur bei etwas mehr als jeder vierten Frau reicht das Einkommen aus, um Rücklagen aufzubauen, was die Sorgen vor der Altersarmut weiter antreibt.

Hauptursache für die Einkommensunterschiede ist die hohe Teilzeitquote - 40 Prozent der befragten berufs­tätigen Frauen haben ihre Arbeitszeit reduziert, der Durchschnitt liegt bei 22 Stunden pro Woche.

In gemischtgeschlechtli­chen Beziehungen ist den Ergebnissen der Befragung zufolge nur jede fünfte Frau die Hauptverdienerin. 67 Prozent der Frauen und 63 Prozent der Männer, die so ein Modell leben, sagen, sie fänden es "gar nicht störend", dass die Frau mehr verdiene.

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