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Milliardenkredite: Medienbericht offenbart neue Details über Trumps Beziehungen zur Deutschen Bank

Handelsblatt-Logo Handelsblatt 19.03.2019 Dörner, Astrid
Bankkunde im Zwielicht. © AFP Bankkunde im Zwielicht.

Jahrelang vergab die Deutsche Bank Kredite an US-Präsident Donald Trump. Die Rolle seiner Beraterin könnte bald auch den Kongress interessieren.

Rosemary Vrablic ist seit Jahren die Lieblingsbankerin von US-Präsident Donald Trump. Vor über zehn Jahren wurde sie von der Deutschen Bank angeheuert, um das Geschäft mit wohlhabenden Kunden auszubauen. Ihr ist es zu verdanken, dass das Frankfurter Institut immer wieder Geschäfte mit Trump eingefädelt hat.

Ihre Rolle in umstrittenen Deals könnte daher auch den US-Kongress interessieren. Vrablic gehe davon aus, zu einer Anhörung des Repräsentantenhauses geladen zu werden, heißt es in einem Bericht der „New York Times“, der pikante Details über das Verhältnis zwischen Trump und der Deutschen Bank verrät.

Lange Zeit profitierte der New Yorker Immobilienmogul von der aggressiven Wachstumsstrategie der Deutschen Bank in New York, die in den 90er-Jahren damit begann, den US-Konkurrenten Marktanteile abzujagen. Trump schien dafür gerade recht. Er hatte immer neuen Bedarf an Finanzierungen für seine Hotels und Golfanlagen und wurde von anderen Banken gemieden.

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Auch Josef Ackermann, der das Institut von 2002 bis 2012 führte, und sein Nachfolger Anshu Jain hätten sich in Einzelfällen mit Trumps Krediten beschäftigt, geht aus dem Bericht hervor.

Gleich seine erste Finanzierung aus der Privatbanksparte sorgte für Wirbel. Trump lernte Vrablic 2010 über seinen Schwiegersohn Jared Kushner kennen und forderte laut „New York Times“ einen 48 Millionen Dollar hohen Kredit, um einer anderen Verpflichtung nachzukommen, die Trump von der Investmentbanking-Sparte der Deutschen Bank für ein umstrittenes Projekt in Chicago bekommen hatte. Jain, damals Chef des Investmentbankings, soll Bedenken gehabt haben.

Schließlich sei Trump nicht nur seinen Verpflichtungen in Chicago nicht nachgekommen, sondern habe auch die Bank für ihre Rolle in der Finanzkrise verklagt. Doch Ackermann habe der ungewöhnlichen Forderung schließlich zugestimmt. Die Deutsche Bank wollte den Artikel nicht kommentieren.

Immobilien überbewertet

Insgesamt mehr als zwei Milliarden Dollar soll die Deutsche Bank über die Jahre an Trump verliehen haben. Schon vor Jahren hätten Banker erkannt, dass Trump einige seiner Immobilien überbewertet – um bis zu 70 Prozent. Ähnliches hatte auch Trumps ehemaliger Anwalt Michael Cohen bei einer Anhörung Ende Februar unterstellt. Abgeschreckt haben die Bank diese Bewertungen offenbar nicht.

Nachdem Trump die Präsidentschaftswahl 2016 gewann, ist die Bank jedoch extrem vorsichtig geworden, was ihren mächtigsten Kunden angeht. Mitarbeiter aus den Handelsabteilungen seien angewiesen worden, Trump im Gespräch mit anderen Kunden nicht zu erwähnen, heißt es in dem Artikel.

Eine interne Überprüfung sei zu dem Schluss gekommen, dass in der Vergangenheit zwar in sogenannten „Exposure Reports“ vor den Geschäften mit Trump gewarnt wurde. Diese Berichte seien jedoch nicht angemessen von Topmanagern beachtet worden.

Weitere Details könnten dennoch bald ans Tageslicht kommen. Das Repräsentantenhaus, das seit Januar von den Demokraten geführt wird, interessiert sich brennend für Trumps Finanzen, mögliche Geschäfte mit Russland und die Rolle, die die Deutsche Bank dabei gespielt haben könnte. Der Geheimdienstausschuss und der Finanzausschuss stehen derzeit mit der Bank in Kontakt, um Zugang zu entsprechenden Dokumenten zu bekommen.

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