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Modekonzern in der Krise: Aktie von Gerry Weber fällt um 20 Prozent auf 14-Jahres-Tief

Handelsblatt-Logo Handelsblatt 24.09.2018 Oenning, Lisa Weishaupt, Georg
Die Aktie des Modeunternehmens ist an diesem Montag zeitweise um 20 Prozent eingebrochen. © imago/Ralph Peters Die Aktie des Modeunternehmens ist an diesem Montag zeitweise um 20 Prozent eingebrochen.

Das Papier des Modeunternehmens ist an diesem Montag auf den tiefsten Stand seit 14 Jahren gefallen. Auslöser ist ein Sanierungsgutachten.

Gerry Webers Aktionäre strafen den Modekonzern für sein in Auftrag gegebenes Sanierungsgutachten ab: Die Aktie des Unternehmens aus Halle ist an diesem Montag zeitweise um ein Fünftel eingebrochen und notierte am späten Morgen bei 3,30 Euro pro Anteilsschein – das ist der niedrigste Wert seit über 14 Jahren.

Am Freitag gab Gerry Weber in einer Pflichtmitteilung an die Anteilseigner bekannt, extern Hilfe zu suchen, um die Krise zu bewältigen. Zur Unterstützung eines umfassenden Umbaus habe der Konzern ein Sanierungsgutachten in Auftrag gegeben. Das Gutachten soll bis Mitte Oktober vorliegen. Weitere Informationen will der Konzern aus Halle in Westfalen dann bekanntgeben, wenn die Gremien über die Ergebnisse des Gutachtens informiert worden sind.

Im zweiten Anlauf will Vorstand Ralf Weber den Modekonzern mit dem „Performance-Programm“ generalüberholen. Doch gibt es Zweifel, dass er damit das Unternehmen wieder auf Wachstumskurs bringen wird. Selbst mit dem großen Sanierungsprogramm „Fit4growth“ löste Weber nur wenige Probleme.

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Wie stark das Unternehmen in der Krise steckt, zeigten auch die jüngsten Geschäftszahlen. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres sank der Umsatz um 11,4 Prozent auf 170 Millionen Euro. Das Ebitda, das Ergebnis noch vor Berücksichtigung von Zinsen, Steuern und Abschreibungen, brach massiv von plus 6,1 Millionen Euro auf minus 1,3 Millionen ein.

Die Kosten sollen in den kommenden drei bis fünf Jahren in einem zweistelligen Bereich gesenkt werden. Doch das alles scheint nicht zu reichen. Jetzt soll die Effektivität des Sparprogramms extern überprüft werden.

Zuletzt hatte Gerry Weber etwa 6.500 Mitarbeiter. Wie bei vielen anderen Mitbewerbern gehen Umsatz und Profitabilität seit Jahren zurück. So wie Tom Tailor will auch Gerry Weber zahlreiche Filialen schließen. Selbst Deutschlands Vorzeige-Onlinemodehändler Zalando musste eine Gewinnwarnung herausgeben.

Sie alle leiden unter dem Vormarsch von agilen Billigketten wie Primark oder H &M, die eine Kollektion selten länger als wenige Wochen im Programm haben.

Mit Agenturmaterial.

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