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Nicht nur ein Problem fürs Weihnachtsgeschäft: Lieferschwierigkeiten werden wohl bis Mitte 2022 dauern, sagt ein Exporteur

Business Insider Deutschland-Logo Business Insider Deutschland 24.10.2021 Business Insider Deutschland

Lieferengpässe: Das ist ein Begriff, der im Herbst 2021 oft zu hören und zu lesen ist. Containerschiffe stehen im Stau, Vorprodukte wie Halbleiter fehlen, die Frachtraten steigen und es gibt einen Mangel an LKW-Fahrerinnen und -Fahrern. All das wird etwa das Weihnachtsgeschäft stark belasten: Wie Business Insider bereits berichtete, drohen eine Menge Produkte, massiv teurer zu werden – oder sind überhaupt nicht mehr erhältlich.

Nun sagt ein Experte: Das Problem wird nach Weihnachten wohl kaum behoben sein. Stattdessen werden die Probleme in der Lieferkette wohl bis Mitte 2022 anhalten, heißt es vom Bundesverbandes Groß- und Außenhandel (BGA). „Wir haben es mit einer Vielzahl von Problemen zu tun“, sagt Dirk Jandura, der neue BGA-Präsident, angesichts der eingangs aufgeführten Mängel und Herausforderungen.

Trotz der Störungen rechnen Jandura und seine Kolleginnen und Kollegen 2021 allerdings mit einem Exportwachstum. „Wir sind sehr gut ins Jahr gestartet und sehen deshalb trotz einer Abschwächung derzeit keine Anzeichen, unsere Prognose eines nominalen Wachstums von 13 Prozent zu kassieren“, sagt er. Die Warenausfuhren würden damit das Niveau vor der Corona-Krise überschreiten.

Von der künftigen Bundesregierung forderte Jandura eine „aktive Handelspolitik.“ Sie müsse in Brüssel auf einen „starken gemeinsamen europäischen Auftritt“ in Handelsfragen hinwirken. „Andernfalls gerät Europa zwischen die Mühlsteine USA und China.“ Das europäisch-kanadische Wirtschafts- und Handelsabkommen (CETA) müsse endlich ratifiziert werden, ebenso das Freihandelsabkommen mit dem südamerikanischen Wirtschaftsbündnis Mercosur. „Wir müssen mehr Handel wagen“, sagt der Diplom-Kaufmann. „Wir hoffen sehr, dass es eine Koalition des Fortschritts wird. Deutschland muss an vielen Stellen modernisiert werden.“

Beim Klimaschutz sollte die künftige Bundesregierung eher auf Anreize für Innovationen als auf Verbote setzen, forderte Jandura. „Wir brauchen eine Balance zwischen Marktwirtschaft und Regulierungen und mehr Technologieoffenheit.“ Die bisherige Klimaschutzpolitik ist aus seiner Sicht„unausgegoren“. „Wie soll der wachsende Strombedarf gedeckt werden? Eigentlich müssten ein oder zwei Atomkraftwerke vorerst am Netz bleiben für die Grundlast.“

Parallel warnte Jandura vor Eingriffen in die Tarifautonomie. SPD, Grüne und FDP hatten sich bei ihren Sondierungen für eine mögliche Regierungskoalition darauf geeinigt, dass der gesetzliche Mindestlohn auf zwölf Euro pro Stunde steigen soll.

© Bereitgestellt von Business Insider Deutschland

dpa/ jb

Young Asian freelance businesswoman carrying a stack of delivery boxes © Oscar Wong/ Getty Images Young Asian freelance businesswoman carrying a stack of delivery boxes

Video: Weihnachtsgeschäft: Lieferengpässe bedrohen deutschen Einzelhandel (glomex)

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