Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Notenbank: Britischer Notenbankchef für digitale Leitwährung

Handelsblatt-Logo Handelsblatt 26.08.2019 Herz, Carsten
Der Gouverneur der Bank of England will dem Dollar mit einer digitalen Leitwährung Konkurrenz machen. © dpa Der Gouverneur der Bank of England will dem Dollar mit einer digitalen Leitwährung Konkurrenz machen.

Der Gouverneur der Zentralbank von England, Mark Carney, hat sich für den Aufbau einer neuen, digitalen Leitwährung als Konkurrenz zum Dollar ausgesprochen.

Mark Carney, der Gouverneur der Zentralbank von England, hat sich für eine massive Umgestaltung des globalen Finanzsystems starkgemacht. Er beklagte am Wochenende eine destabilisierende Rolle des US-Dollars für die Weltwirtschaft und schlug den Aufbau einer neuen, übernationalen Reservewährung vor.

Trotz des Wandels der globalen Wirtschaft sei die US-Währung weiter „so wichtig wie zum Zeitpunkt des Zusammenbruchs von Bretton Woods“, sagte Carney beim Notenbanker-Treffen in Jackson Hole.

Damit spielte er auf das Ende des Goldstandards Anfang der 70er-Jahre an. Viele Staaten seien deswegen den Verwerfungen der US-Wirtschaft ausgeliefert. Der beste Ansatz, um den Dollar zu ersetzen, sei eine gemeinsame, virtuelle, multi-polare Reservewährung, sagte Carney.

Weitere Top-Themen auf MSN:

Türkei: Deutsche werden auf Flughäfen festgenommen

Donald Trump: "Ich bin nicht glücklich darüber"

Überraschung beim G7-Gipfel: Irans Außenminister Sarif in Biarritz

Ein „Netzwerk von Währungen der Zentralbanken“ könne so die beherrschende Stellung des Dollars beim Handel einschränken.

Die Debatte unter den großen Notenbanken über eine eigene Digitalwährung gewinnt damit weiter an Fahrt. Erst vor wenigen Tagen hatte Mu Changchun, einer der stellvertretenden Leiter der Abteilung für Zahlungsverkehr der People’s Bank of China, erklärt, eine staatlich kontrollierte chinesische Digitalwährung sei „fast fertig“. Mu erklärte, sowohl die Notenbank wie auch „Finanzinstitutionen“ würden die neue Währung ausgeben dürfen.

Auch andere Notenbanken rund um die Erde prüfen die Möglichkeit, eine eigene digitale Währung aufzulegen. So forscht die Zentralbank Schwedens schon länger an solchen Konzepten. Auch Kanada und Uruguay arbeiten an entsprechenden Plänen – bislang jedoch hat noch kein Land es geschafft, eine nationale virtuelle Währung zu präsentieren.

Die von Facebook geplante privat überwachte Digitalwährung Libra wird dagegen wohl länger als gedacht brauchen. Ursprünglich hatte Facebook geplant, seine Digitalwährung Libra in der ersten Jahreshälfte 2020 an den Start zu bringen.

Nach Einwänden von Regulierern und aus der Politik kündigte das Unternehmen Mitte Juli an, die Kryptowährung nur mit Zustimmung der Behörden einzuführen. US-Finanzminister Steven Mnuchin hatte zuvor „ernsthafte Bedenken“ gegen Libra angemeldet.

Mehr: Weltweit arbeiten Staaten an der Entwicklung von eigenen digitalen Zahlungsmitteln. Die Volksrepublik behauptet nun, kurz vor dem Start zu stehen.

Mehr auf MSN

Video wiedergeben

| Anzeige
| Anzeige

Mehr von Handelsblatt

| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon