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Risse an Bauteilen – Weitere Boeing-Jets werden stillgelegt

WELT-Logo WELT vor 4 Tagen
Southwest Airlines lässt seine Boeing 737 MAX auf dem Boden – und jetzt auch zwei Modelle der 737 NG Quelle: AFP/MARK RALSTON © AFP/MARK RALSTON Southwest Airlines lässt seine Boeing 737 MAX auf dem Boden – und jetzt auch zwei Modelle der 737 NG Quelle: AFP/MARK RALSTON

Die Probleme des amerikanischen Flugzeugbauers Boeing werden immer größer. Jetzt sind Mängel offensichtlich auch am Modell 737 NG aufgetaucht. Die US-Fluggesellschaft Southwest Airlines hat wegen Rissen an wichtigen Bauteilen zwei Jets vom Typ Boeing 737 NG aus dem Verkehr gezogen. Die Probleme seien bei einer von der US-Luftfahrtaufsicht FAA angeordneten Inspektion entdeckt worden, teilte die Airline am Mittwoch mit.

Die beiden Maschinen würden erst wieder benutzt, wenn die Probleme vollständig behoben seien. „Sicherheit und Qualität sind unsere oberste Priorität“, betonte das Unternehmen.

Die FAA hatte einige Betreiber von Boeings 737 NG am vergangenen Mittwoch angewiesen, die Maschinen innerhalb von sieben Tagen auf Risse zu überprüfen. Der Hersteller habe das Problem selbst entdeckt und die Behörde darüber informiert. Das Risiko von Rissen besteht bei sogenannten Pickle Forks, das sind wichtige Bauteile zur Befestigung der Tragflächen am Flugzeugrumpf. Unter hoher Belastung können diese sich offenbar schneller als angenommen abnutzen.

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Die 737 NG ist der Vorgänger des Unglücksfliegers 737 Max, der Mitte März nach zwei Abstürzen mit insgesamt 346 Toten fast weltweit mit Startverboten belegt wurde.

Southwest Airlines ist nicht die einzige Fluggesellschaft, die Boeings 737 NG auf Anweisung der FAA auf Risse prüfen musste. Einem Bericht von Bloomberg zufolge wurden noch deutlich mehr Probleme festgestellt. Auf Basis vorläufiger Erkenntnisse von Boeing seien bei fünf Prozent der insgesamt 493 älteren 737-NG-Maschinen, die untersucht wurden, Risse festgestellt worden.

Die brasilianische Fluggesellschaft Gol Linhas Aereas Inteligentes hat nach einer Inspektion elf Jets des Typs aus dem Verkehr gezogen.

Boeing richte eine Reparaturstation im kalifornischen Victorville ein, hieß es in dem Bericht weiter. Etwa zwei bis drei Wochen pro Flugzeug sollen benötigt werden, um die Probleme zu beheben. Der US-Konzern äußerte sich dazu zunächst nicht. Fest steht: Boeing hat mit den Krisenfliegern der 737-Max-Serie momentan eigentlich schon genug Stress.

Die große US-Fluggesellschaft American Airlines rechnet nach Angaben vom Mittwoch in diesem Jahr nicht mehr mit einer Wiederinbetriebnahme der 737-Max. Die Maschinen werden bis zum 16. Januar aus dem Flugplan genommen. Boeings Bestseller fällt somit in der von starkem Reiseaufkommen geprägten Weihnachtszeit aus.

Zuvor hatte American 737-Max-Flüge bis zum 3. Dezember gestrichen. Angesichts der andauernden Schwierigkeiten, die es bei der angestrebten Wiederzulassung der Maschinen gibt, kommt der Schritt wenig überraschend. Boeing steht unter Druck, Software-Probleme zu beheben, die als eine entscheidende Ursache der zwei Abstürze gelten.

Zusätzlich sieht sich Boeing mit einem Problemen bei den Bestellungen für seinen Dreamliner 787 konfrontiert: der Zeitung „Seattle Times“ zufolge stornierte die russische Fluggesellschaft Aeroflot offiziell eine Bestellung von 22 Dreamlinern im Wert von etwa 5,5 Milliarden Dollar.

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