Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Samsung und Spotify: Allianz gegen Apple

ZEIT ONLINE-Logo ZEIT ONLINE 10.08.2018 Lisa Hegemann

Auf dem Unpacked-Event in New York wurde bekannt: Samsung und Spotify sind künftig ein Team. © Bereitgestellt von Zeit Online GmbH Auf dem Unpacked-Event in New York wurde bekannt: Samsung und Spotify sind künftig ein Team.

Smartphonehersteller Samsung kooperiert mit dem Musikstreamingdienst Spotify. Damit verbünden sie sich gegen Apple. Was bedeutet das für die Firmen, was für die Nutzer?

Eine Information ging am Donnerstag fast unter. Nachdem Samsung auf seinem Unpacked-Event in New York schon ein neues Smartphone, eine neue Smartwatch und einen eigenen Lautsprecher vorgestellt hatte, hatte der Elektronikhersteller noch etwas zu verkünden: Er werde künftig mit Spotify kooperieren.

Der Musikstreamingdienst integriert demnach sein Angebot in Samsung Music und in den smarten Assistenten Bixby. Die Spotify-App soll zudem auf den Smartphones, den Fernsehern und dem angekündigten Lautsprecher von Samsung vorinstalliert sein.

Was nach einer gewöhnlichen Zusammenarbeit zwischen zwei Unternehmen klingt, ist tatsächlich eine Allianz gegen Apple. Die US-Firma konkurriert sowohl mit Samsung als auch mit Spotify um Kundinnen und Kunden: Die Südkoreaner wetteifern mit dem iPhone-Hersteller um die Hoheit auf dem Smartphonemarkt, die Schweden mit Apple Music um die Hoheit beim Musikstreaming.

Apple holt auf

Noch liegen Samsung und Spotify mit ihren Produkten klar vor Apple. Der südkoreanische Hersteller hat im zweiten Quartal 2018 fast 72 Millionen Smartphones verkauft, das US-Unternehmen setzte 41 Millionen ab. Spotify zählt mehr als 83 Millionen zahlende Nutzer, bei Apple Music sind es 45 Millionen.

Allerdings holen die Amerikaner auf. Im April vermeldeten sie 40 Millionen zahlende Abonnentinnen für ihren Streamingdienst, sie haben die Zahl in kurzer Zeit um 25 Prozent steigern können. Und auch wenn Samsung der insgesamt weltweit führende Smartphonehersteller ist, sind die meistverkauften Smartphones derzeit iPhone-Modelle.

Eine Kooperation könnte sich daher sowohl für Samsung als auch für Spotify als vorteilhaft erweisen. Dem Smartphonehersteller fehlte bislang ein erfolgreiches Streamingangebot. Gerade für seine smarten Lautsprecher, die eigentlich mit ihren digitalen Assistenten werben, ist das aber ein elementares Feature: Mehr als die Hälfte der Nutzerinnen und Nutzer von intelligenten Speakern spielen Musik über die Geräte ab, das haben mehrereUmfragen ergeben. Es ist die meistgenutzte Funktion abgesehen von Fragen nach Wetter, Nachrichten oder aktueller Verkehrslage. Ein funktionierender Streamingdienst ist kein nice to have, sondern ein must have.

Spotify wiederum hatte es bisher schwer, sich als Streamingdienst auf smarten Lautsprechern durchzusetzen. Denn die großen Hersteller haben alle ihre eigenen Angebote: Google Home offeriert Google Play Music (bald Youtube Music), auf dem Echo ist es Amazon Music und auf dem HomePod Apple Music. Apple geht sogar soweit, dass andere Streamingdienste nur über Umwege auf dem Lautsprecher genutzt werden können. Die Kooperation mit Samsung sichert Spotify nun eine gewisse Reichweite, sowohl auf smarten Speakern als auch auf Smartphones, zu. Im Kampf mit Apple um Abonnenten wird das wichtig.

Mehr als einfachere Nutzung ist nicht

Und was ist mit den Nutzerinnen und Nutzern? Sie würden von dem Zusammenschluss profitieren, behaupten die Unternehmen wie zu erwarten war. Der Zugang zu Musik, zu Songlisten und zu Podcasts werde vereinfacht, heißt es von Samsung und Spotify unisono. Nutzer können Musik künftig beispielsweise mithilfe der App Smart Things vom TV-Gerät im Wohnzimmer auf das Smartphone in der Küche übertragen, angeblich ohne Unterbrechung oder Verzögerung.

Man muss allerdings anmerken: Hier wird etwas als neu angepriesen, das bereits möglich ist. Spotify Connect bietet bereits einen friktionslosen Übergang. Auch wenn die beiden Anbieter also suggerieren, dass es ihnen um ein verbessertes Erlebnis der Nutzerinnen gehe, hat die Kooperation in erster Linie Vorteile für die Firmen selbst.

Mehr auf MSN:

Video wiedergeben

| Anzeige
| Anzeige

Mehr von ZEIT ONLINE

ZEIT ONLINE
ZEIT ONLINE
| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon