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Sportartikelhersteller: Sneaker aus Plastikmüll – So will Nike nachhaltiger werden

Handelsblatt-Logo Handelsblatt 13.02.2020 Hofer, Joachim
Die Serie „Space Hippie“ besteht aus wiederverwerteten Materialien. © Nike Die Serie „Space Hippie“ besteht aus wiederverwerteten Materialien.

Der größte Sportartikelhersteller der Welt will umweltfreundlicher produzieren. Mit den Olympischen Spielen soll der Wandel von Nike beginnen.

Seit 30 Jahren ist John Hoke bei Nike, seit zehn Jahren ist er Chefdesigner des Sportkonzerns. Sieben Olympische Spiele hat der Amerikaner begleitet. Er sagt: „Olympia ist die weltgrößte Bühne des Sports.“

Diese Bühne will Nike dieses Jahr in Tokio nutzen, um sich als grüne Marke zu präsentieren – „mit den nachhaltigsten Produkten, die wir je hatten“, so Hoke. Den Zuschauern wird das kaum entgehen: Die Medaillengewinner der USA werden in blütenweisen Trainingsanzügen der Marke auf dem Podium stehen. Es sind Textilien, die komplett aus recycelten Materialien bestehen und sich auch leicht wiederverwerten lassen.

Die nachhaltig produzierten Kleider der Sieger sollen die Kunden animieren, selbst zu umweltfreundlicheren Shirts, Shorts und Turnschuhen des Konzerns zu greifen. Denn Nike startet dieses Frühjahr mit einer Schuhkollektion, die zu großen Teilen aus Abfällen aus den Fabriken des Labels besteht: weggeworfenen Fäden, Stofffetzen, aufgearbeiteten Sohlen und alten Plastikflaschen. „Space Hippie“ heißt die Sneaker-Serie und bekräftigt mit dem Namen die Ambition des führenden Sportkonzerns der Welt: große Ziele zu erreichen mit etwas verrückten Ideen.

Es ist kein Zufall, dass Nike die Spiele in Japan nutzen will, um seine Umweltschutzbemühungen zu demonstrieren. Die gesamte Sportindustrie folgte dem grünen Trend. Das setzt den Marktführer unter Druck. Konkurrent Adidas hat sich schon vor Jahren mit der Umweltschutzorganisation „Parley for the Oceans“ verbündet. Die Aktivisten sammeln Plastikmüll aus dem Meer ein. Daraus stellt der Dax-Konzern inzwischen Millionen von Turnschuhen und Textilien jedes Jahr her.

Damit nicht genug: Die Franken haben jüngst einen Schuh entwickelt, aus dem nach dem Recycling ein genauso gutes neues Modell entstehen soll. Das Konzept soll im kommenden Jahr in Serie gehen. Gelingt das, wäre der zweitgrößte Turnschuh-Hersteller seinem US-Rivalen einen Schritt voraus. Denn auch Nike hat sich die Kreislaufwirtschaft langfristig als Ziel gesetzt.

Niemand verkauft so viel Sportausrüstung wie Nike. Deshalb sind die Hürden hoch für umweltfreundlichere Produkte. „Was wir machen, muss in großem Stil funktionieren“, sagt Noel Kinder, der Nachhaltigkeitsbeauftragte des Konzerns. Die größte Herausforderung für die Entwickler: Die Ware soll mindestens genauso gut sein wie herkömmliche Produkte. Denn Nachhaltigkeit hin oder her – letztlich gehe es um Leistung, sagt Designer Hoke: „Wir wollen unseren Teil dazu beitragen, dass die Athleten bei Olympia Rekorde brechen.“

Mehr: Der neue Nike-Chef John Donahoe spricht im Handelsblatt-Interview über Konkurrenz, den Klimawandel, die Bedeutung des Geschäfts in China und die Komplexität von Innovationen in der Sportbranche.

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