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Stratege David Roche: Weltweite Rezession kann vermieden werden

Finanzen.net-Logo Finanzen.net 29.06.2022

Die aktuelle Marktstimmung ist geprägt von Inflations-, Zins- und globalen Rezessionssorgen. Zumindest letztere sollten bei Anlegern keine übergeordnete Rolle spielen, glaubt Marktexperte David Roche.

INDRANIL MUKHERJEE/AFP/Getty Images © Bereitgestellt von Finanzen.net INDRANIL MUKHERJEE/AFP/Getty Images

• Notenbanken bekämpfen Inflation und schüren Rezessionssorgen

• Stratege glaubt an Vermeidung globaler Rezession

• Rezessionsgefahr in Europa bleibt

Die hohen Inflationsraten haben die internationalen Währungshüter auf den Plan gerufen. Die US-Notenbank hat die Zinswende eingeläutet und die Leitzinsen in diesem Jahr bereits drei Mal erhöht. Auch die Schweizerische Nationalbank SNB reagierte auf die zunehmenden Belastungsfaktoren und hob überraschend für viele Beobachter den Leitzins an. Ihr Europäisches Pendant, die EZB, steht ebenfalls in den Startlöchern, hier soll der Startschuss für ein Ende der Niedrigzinspolitik bei der geldpolitischen Sitzung im Juli bekannt gegeben werden.

Doch die Notenbanken wandeln mit ihren Zinsschritten auf einem schmalen Grat: Denn einerseits soll die Anpassung der Geldpolitik der Inflation entgegenwirken, andererseits riskieren Fed, EZB & Co. aber ein Abwürgen der Wirtschaft und im schlimmsten Fall eine Rezession. Dabei ist dies offenbar kein Szenario, das Marktstratege David Roche umtreibt.


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Independent Strategy-Experte glaubt an Rezessionsvermeidung

Große Banken und Broker hätten zum Jahresstart noch von einer "kleinen Korrektur" gesprochen, jetzt scheinen jedoch alle "miteinander um Schlagzeilen zu konkurrieren und die schrecklichsten Dinge über die Welt zu sagen", kritisiert der Experte gegenüber CNBCs "Squawk Box Asia". Dabei glaube er selbst nicht daran, dass es weltweit zu einer Rezession kommen werde, eine "globale Rezession" werde wahrscheinlich nicht eintreten, betont Roche. Allerdings werde die Welt dies erst dann glauben, wenn die Rezession nicht eingetreten ist. Denn die Sorge um stagnierende beziehungsweise negative Wachstumsraten auf globaler Ebene treibe die Menschen am meisten um, da aktuell "viele Dinge gleichzeitig schiefgehen und viele davon nicht rückgängig gemacht werden können", so der Stratege mit Blick auf unter anderem den andauernden Krieg in der Ukraine.

Europa von dieser Zuversicht wohl ausgenommen

Diese Einschätzung von Roche bezieht sich aber ausdrücklich auf eine mögliche globale Rezession, in Europa werde ein Wirtschaftsabschwung wohl zwangsläufig eintreten. "Ich bezweifle, dass sie [die Rezession, Anm. d. Red.] in Europa vermieden werden kann. Aber keine globale Rezession, die Welt wird sich um eben diese aber in den nächsten Monaten meiner Meinung nach am meisten Sorgen machen", erklärt Roche weiter.

In den USA könne man aber um eine Rezession herum kommen, auch wenn er einen Markteinstieg zum derzeitigen Zeitpunkt dennoch nicht ausdrücklich empfiehlt. "Ich sage nicht, dass dies ein Moment zum Kaufen ist, aber ich denke, es ist der Moment, um zu erkennen, dass sich die Dinge ändern und dass es im Moment implizite Mechanismen in dieser weltweiten Position gibt, die uns dazu bringen könnten, eine Rezession in Ländern wie den USA zu vermeiden". Noch im April hatte der Top-Stratege Anlegern geraten, "alles zu halten, was mit Rohstoffen zu tun hat", speziell Energie- und Goldinvestments.

Zuletzt hatte sich Fed-Chef Jerome Powell zuversichtlich gezeigt, dass die US-Wirtschaft stark genug sei, um die Leitzinserhöhungen wegzustecken. Sollten Konjunktur und Arbeitsmarkt aber einbrechen, könnte eine Rezession drohen, so der oberste Währungshüter der USA weniger zuversichtlich als David Roche.

Redaktion finanzen.net

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