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Streit um Subventionen: Französischer Staat beschlagnahmt Ryanair-Flugzeug wegen Schulden der Airline

Handelsblatt-Logo Handelsblatt 09.11.2018 Rotenberger, Julia
Die Billigairline steht in der Kritik von Behörden und Arbeitsrechtlern. © dpa Die Billigairline steht in der Kritik von Behörden und Arbeitsrechtlern.

Französische Behörden haben eine Ryanair-Boeing am Start gehindert. So wollen sie die Billigairline zwingen, Schulden in Höhe von 525.000 Euro zu begleichen.

Am französischen Flughafen Bordeaux-Mérignac dürften sich 149 Ryanair-Passagiere sehr geärgert haben. Denn die Boeing 737, mit der sie eigentlich nach London hätten fliegen sollen, wurde von französischen Behörden kurz vor dem Start beschlagnahmt.

Das geht aus einer Mitteilung der französischen Behörde für Zivilluftfahrt (DGAC) am Freitag sowie Berichten der Regionalzeitung „Charente Libre“ hervor.

Die Boeing 737 würde so lange in Gewahrsam der französischen Behörden bleiben, bis die Airline Ryanair ihre Schulden gegenüber dem französischen Staat in Höhe von 525.000 Euro beglichen habe.

Der Grund für die drastische Maßnahme ist ein Streit über Subventionen, welche Ryanair zwischen 2008 und 2009 von Regionalflughäfen gezahlt bekommen hatte.

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Die EU-Kommission hat die Subventionen im Jahr 2014 für illegal befunden. Die Billigfluglinie hätte das Geld eigentlich zurückzahlen müssen – hat es aber immer wieder versäumt. Die Behörden würden die Maßnahme als einen „letzten Ausweg“ betrachten, heißt es in der Mitteilung der DGAC.

Versuche, eine Zahlung von Ryanair auf anderem Wege zu erwirken, liefen ins Leere. „Durch diese Maßnahme bekräftigt der Staat seinen Wunsch nach einem fairen Wettbewerb zwischen Fluggesellschaften und Flughäfen“, so die Behörde. Es sei „bedauerlich“, dass der Vorfall die Passagiere bei ihrer Weiterreise beeinträchtigt habe. Die Passagiere mussten fünf Stunden warten, bevor sie in einem anderen Ryanair-Flugzeug weiter Richtung London reisen durften.

Ryanair steht bereits seit Längerem im Fokus von Wettbewerbsbehörden. So haben die EU-Kartellbehörden im Oktober ein Verfahren eingeleitet, das untersuchen soll, ob die Billigairline auch durch Flughäfen in Deutschland Vorteile erfahren habe, welche sie gegenüber Wettbewerbern besserstelle.

Zuletzt stand die Airline auch im Fokus von Arbeitsrechtlern und Gewerkschaften – vor allem auch in Deutschland. Erst vor wenigen Tagen haben sich das Ryanair-Management und die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi auf einen Tarifvertrag und soziale Standards geeinigt.

Doch die Konflikte und Probleme der Billigairline scheinen weit davon entfernt, gelöst zu sein. Das nun beschlagnahmte Flugzeug dürfte noch eines der kleineren Probleme der Airline sein.

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