Durch Nutzung dieses Diensts und der damit zusammenhängenden Inhalte stimmen Sie der Verwendung von Cookies für Analysezwecke, personalisierte Inhalte und Werbung zu.
Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Trumps Top-Diplomat prophezeit den Kollaps des Euro

DIE WELT-Logo DIE WELT 26.01.2017
Getty ImagesGetty Images: Symbolbild © Getty Images/Ikon Images Symbolbild

Ted Malloch gilt als Favorit auf das Amt des US-Botschafters in der EU. Er preist den Brexit und die neue britisch-amerikanische Allianz. Und er sagt nicht nur dem Euro den Untergang voraus.

Sein erster Staatsgast ist ein Statement – vor allem an Europa. Donald Trump empfängt die britische Premierministerin Theresa May. Die Tatsache, dass sein Premierengast jemand ist, der gerade dabei ist, sich von Europa loszusagen, offenbart seine Pläne für die Alte Welt. Trump hat nicht viel übrig für die EU und versucht gleichzeitig zusammen mit den Briten ein Bündnis gegen sie zu schmieden.

Den perfekten Chef-Diplomaten für diesen Plan scheint er bereits in der Hinterhand zu haben. Ted Malloch gilt als Top-Favorit für den obersten Diplomaten-Posten Amerikas in Europa. Malloch hat sich einen Namen als ausgemachter EU- und Euro-Skeptiker gemacht und sich jetzt nochmal mit aller Vehemenz für den Posten des EU-Botschafters "empfohlen".

"Ich würde gegen den Euro wetten"

In einem Interview mit der BBC prophezeit er, dass der Euro in den kommenden 18 Monaten kollabieren wird. Wenig diplomatisch erklärt er mit dem Worten eines aggressiven Investors, dass er auf den Untergang der Gemeinschaftswährung spekulieren würde. "Es gibt eine Sache, die ich 2017 machen würde. Ich würde gegen den Euro wetten." Er sieht die Währung nicht nur in einer vorübergehenden Krise. "Die Probleme des Euro sind tiefgreifend und könnten ihn im kommenden Jahr kollabieren lassen."

Malloch redet sich in dem Interview geradezu in Rage. Er schimpft über die Bürokraten in Brüssel und sagt, dass die Briten nichts Besseres hätten machen können, als sich von diesem System loszusagen. Und er geht noch weiter. "Ich bin nicht sicher, dass wir künftig noch eine EU haben werden, mit der man verhandeln kann." Er hält es stattdessen für wahrscheinlicher, dass die Briten mit einzelnen Staaten Abkommen vereinbaren werden. Damit liegt er genau auf der Linie von Donald Trump, der ebenfalls Anhänger der Idee ist, Bündnisse mit einzelnen Staaten abzuschließen.

Malloch wirbt für Handelsabkommen mit den Briten

Der Ökonom und ehemalige UN-Top-Diplomat in Genf gilt zwar als aussichtsreichster Kandidat für den Spitzenposten in Brüssel. Er muss allerdings vom künftigen US-Außenminister Rex Tillerson ernannt werden. Malloch war bereits Anfang Januar zu einem ersten Bewerbungsinterview nach New York geladen. Ein solcher Besuch gilt als wichtiges Indiz für einen wichtigen Posten im Team des Präsidenten.

Im gleichen Maße wie Malloch die EU kritisiert, preist er das Bündnis mit den Briten. Amerika sehe sich als Freund und Stütze in dieser für Großbritannien so schwierigen Stunde. Er spricht sich offen dafür aus, dass die Briten bereits jetzt mit den Amerikanern die Verhandlungen zu einem Handelsabkommen starten, obwohl sie formal noch gar nicht aus der EU ausgetreten sind.

© Infografik Die Welt

| Anzeige
| Anzeige

Mehr von DIE WELT

| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon