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Versicherer: Allianz verdient erneut eine Milliarde Euro im Monat - die Blitzanalyse

Handelsblatt-Logo Handelsblatt vor 6 Tagen Schnell, Christian
Getrieben wurde das Ergebnis im dritten Quartal von der Leben- und Kranken-Sparte und der Vermögensverwaltung. © dpa Getrieben wurde das Ergebnis im dritten Quartal von der Leben- und Kranken-Sparte und der Vermögensverwaltung.

Der Versicherungskonzern peilt einen Jahresgewinn von mindestens 11,5 Milliarden Euro an. Doch im dritten Quartal musste der Ertragsbringer Einbußen hinnehmen.

Der Versicherer Allianz hat am Freitagmorgen seine Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt. Das sind die wichtigsten Fakten:

– Der operative Gewinn lag in der Zeit von Juli bis September wie im Vorjahreszeitraum bei 3,0 Milliarden Euro.

Analysten hatten im Schnitt mit 2,983 Milliarden Euro gerechnet. In den ersten neun Monaten stieg der Gewinn um 4,2 Prozent auf 9,1 Milliarden Euro.

– Der Gesamtumsatz stieg im dritten Quartal um 8,1 Prozent auf 33,4 Milliarden Euro. Nach drei Quartalen waren es insgesamt 106,9 Milliarden Euro.

– Für das Gesamtjahr rechnet der Versicherer zwar weiterhin mit einem operativen Gewinn von 11,5 Milliarden Euro und einer Spanne von 500 Millionen Euro, will nun aber die obere Hälfte des Korridors erreichen.

Das fällt positiv auf:

Der Allianz-Konzern ist weiterhin klar auf Linie. Speziell das dritte Quartal gilt in der Branche wegen der häufig auftretenden Großschäden als schwierig. Aber auch in der Zeit von Juli bis September hat die Allianz wieder im Schnitt eine Milliarde Euro im Monat verdient.

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Damit hat der Versicherer die Erwartungen der Analysten leicht übertroffen. Besonders stark entwickelte sich dabei ein weiteres Mal der Bereich Leben- und Krankenversicherung.

Sowohl am Heimatmarkt als auch in Italien und den USA zeigten sich im Neugeschäft hohe Zuwächse. Zudem stiegen die Abschlüsse in der Region Asien-Pazifik deutlich an.

Hier kritisierten Analysten in der Vergangenheit oftmals den Nachholbedarf, den die Allianz dort habe. Der Konzern holt dort inzwischen aber rasch auf.

Auch der kleinste Geschäftsbereich Asset Management, der dem Top-Management noch vor wenigen Jahren Sorgen bereitete, ist mittlerweile bestens unterwegs. Das für Dritte verwaltete Vermögen stieg zwischen Juli und September auf ein Rekordhoch von 1,681 Billionen Euro und lag damit noch einmal 90 Milliarden Euro höher als zum Ende des zweiten Quartals.

Das fällt negativ auf:

Die Schaden- und Unfallversicherung ist zwar weiterhin der größte Gewinnbringer vor den beiden anderen Segmenten Leben/Krankenversicherung und Asset Management. Hier sank das operative Ergebnis im dritten Quartal jedoch um 10,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Ein Gewinn von 1,3 Milliarden Euro innerhalb von drei Monaten ist zwar im Vergleich zur Branche immer noch grundsolide. Aber die um 1,2 Prozentpunkte auf 94,3 Prozent gestiegene Schaden-Kosten-Quote zeigt, dass weiterer Verbesserungsbedarf nötig ist.

Ein genauerer Blick in die Zahlen verdeutlicht dabei das Dilemma, das für die Allianz wie für die ganze Branche gilt. Die Geschäfte laufen zwar weiterhin gut. Im dritten Quartal konnte die Allianz den Umsatz im Bereich Schaden- und Unfallversicherung um starke 6,3 Prozent auf 13,2 Milliarden Euro steigern.

In der gleichen Geschwindigkeit ging es seit Jahresanfang auf 46,1 Milliarden Euro nach oben. Belastet wurde das Ergebnis jedoch durch das anhaltend niedrige Zinsumfeld sowie durch geringere Provisionen.

Neuanlagen brachten so nicht mehr die Zinsen wie bisher, dazu stehen die Provisionen am Markt derzeit generell unter Druck. Finanzvorstand Giulio Terzariol spricht hier zwar von „anhaltenden Fortschritten bei der Produktivitätssteigerung“. Dass hierbei weitere Schritte nötig sind, zeichnet sich jedoch ab.

Was jetzt passiert:

Die Allianz steckt derzeit mittendrin im digitalen Umbau. Dabei unterscheiden sich jedoch Denkart und Herangehensweise deutlich von dem altehrwürdigen Versicherer früherer Tage. Damals durchliefen große Entscheidungsprozesse oft über viele Jahre die Gremien, viele Ideen wurden da wieder verworfen.

Am Ende musste ein perfektes Produkt stehen. Die neue Direktversicherung Allianz Direct, die vor wenigen Wochen an den Start ging, ist im Moment das beste Beispiel für die neue Denkweise im Konzern.

Innerhalb eines Jahres ging die neue Tochter an den Start, vieles gleicht dabei noch einem Experimentierfeld. Auch wurde der Sitz bewusst abseits der Zentrale im Gründerviertel am Münchener Ostbahnhof gewählt.

Ebenso spannend wird die künftige internationale Positionierung des Hauses. Große Übernahmen wird es wohl auch in Zukunft nicht geben.

Eher sucht Konzernchef Oliver Bäte bewusst nach kleinen und mittelgroßen Ergänzungen in Ländern, in denen die Allianz Nachholbedarf hat und sich gute Marktchancen verspricht. In diesem Jahr hat man in Brasilien zugekauft, davor in Großbritannien.

Diese Woche wurde zudem bekannt, dass die Allianz angeblich eine Milliarde Dollar in eine vierprozentige Beteiligung an dem chinesischen Versicherungsriese Taikang Life Insurance investiert. Das Reich der Mitte gilt als einer großen Zukunftsmärkte für internationale Versicherer.

Ebenso war Bäte diese Woche in Australien unterwegs. Dort hatte die Allianz im vergangenen Jahr erhebliche Probleme mit der Aufsicht. Gleichzeitig gilt dort der Markt als attraktiv und wachstumsstark.

Mehr: Die Allianz versucht, mit neuem Online-Versicherer die digitale Kundschaft stärker zu umgarnen. Die Hoffnungen sind beträchtlich. Doch mancher Konkurrent hat in Deutschland großen Vorsprung.

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